
22.02.2012, 14:44 Uhr | Financial Times Deutschland
Früher wurde der Discounter als unfairer Arbeitgeber gebrandmarkt oder als Aldi-Kopie verspottet. Zuletzt aber gewann Lidls Markenwert deutlich hinzu. Die Experten von Interbrand benennen in ihrer jährlichen Untersuchung Auf- und Absteiger und nennen Erfolgsfaktoren.
Lange war Effizienz alles. Wer im Handel, zumal im deutschen, trotz der winzigen Margen Geld verdienen wollte, musste vor allem seine Prozesse im Griff haben. Geringe Kapitalbindung durch geschrumpfte Sortimente, supereffiziente Logistik und ein geringer Lohnkostenanteil - das waren die Stellschrauben, an denen die ganz großen Handelslegenden der vergangenen Jahrzehnte drehten. Die Kunden kamen, solange der Preis stimmte.
"Inzwischen ist alles im Fluss. Unsicherheit ist für Händler normal geworden", urteilt nun nach mehreren Jahren Konsumkrise, Onlinehandel und sozialen Netzwerken im Internet der amerikanische Marktberater Interbrand: "Reaktionsgeschwindigkeit ist deshalb inzwischen wichtiger als Effizienz."
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Einmal jährlich erstellt die Firma eine Studie zum Markenwert vieler weltweit wichtiger Handelsunternehmen. In diesem Jahr zeigen sich zwei durchschlagende Trends: der Aufstieg der großen Onlinehändler, die den Umgang mit dem Internet beherrschen. Das gilt vor allem für die USA. Und der Aufstieg der Firmen, die eher als serviceorientiert und verantwortungsbewusst gelten. Das gilt für Deutschland.
Zwar sind hierzulande nach wie vor die Discounter ganz vorn: Aldi ist der wertvollste Name in der deutschen Handelslandschaft, Lidl ist auf Platz drei. Doch die Dynamik deutet in eine Richtung: Aldi setzte bisher allein auf den Preis und verliert deutlich an Wert. Edekas Discounter Netto, Deutschlands neuer Marktführer in Debatten um Mitarbeiterausbeutung, büßt ebenso ein.
Lidl dagegen ist größter Aufsteiger unter den wertvollsten zehn: Vor zehn Jahren noch als schlechte Aldi-Kopie verrufen, profitiert die Firma nun von ihren Bemühungen um einen besseren Ruf als Arbeitgeber und die ständige Weiterentwicklung der Läden.
Ähnlich ist der Trend bei Drogerien und Lebensmittelhändlern: Schleckers Markenwert bricht ein, obwohl die Insolvenz noch nicht einmal berücksichtigt ist. Die Drogeriekette DM gewinnt dagegen stark an Wert. Edeka, auf Liebe zu Lebensmitteln beschränkt, gewinnt zwar, doch Konkurrent Rewe mit seinem darüber hinausgehenden halbwegs glaubwürdigen Engagement für Nachhaltigkeit gewinnt 50 Prozent stärker.
Weltweit legen die Marken am stärksten zu, die sich länger um die Kunden bemühen als nur vom Eingang bis zur Kasse. "Durch Social-Media-Seiten und Bewertungs-Portale beschäftigen sich die Kunden nach dem Kauf länger mit dem Produkt", glauben die Interbrand-Forscher. Hier gehe es also um Kanäle, die die Firmen nicht mehr mit ihren alten Methoden beeinflussen können.
Auffällig ist in dem Zusammenhang: Größter Gewinner überhaupt sind die Unternehmen, die in der digitalen Welt groß geworden sind. Amazon steigerte seinen Markenwert binnen eines Jahres um ein Drittel, Ebay schafft es erstmals unter die wertvollsten zehn in der Rangliste der US-Unternehmen.
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Ebay profitierte den Marktberatern zufolge nicht zuletzt davon, dass die Firma sich von ihrem Ursprung als Auktionshaus entfernt und dort inzwischen mehr als die Hälfte der Verkäufe zum Festpreis erfolgen, oft abgerechnet über Ebays Bezahlsystem Paypal, ebenfalls eine nicht ganz neue Erweiterung des Geschäftsfeldes.
Allen anderen, all denen, die mit dem Umbrüchen der digitalen Welt hadern, empfiehlt Interbrand dagegen einen Rückzug in Klausur. "Marken können wieder Bedeutung gewinnen, indem sie sich auf ihre Ursprünge besinnen und sie ins Jetzt übertragen. So können sie aus etwas Banalem etwas Bedeutsames machen."
Quelle: Financial Times Deutschland
apollo schrieb:
am 29. Februar 2012 um 16:16:01
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Ich find Lidl gut
und das er immer besser wird zeigt Konkurenzfähigkeit. Viele Eigenprodukte schneiden bei Stiftung Warentest mit sehr gut
oder gut ab grade Babyartikel und Drogerieartikel. Dass nicht so viele Marken vorhanden stört auch nicht denn Markensupermärkte wie Edeka Real und co wollen auch was verdienen. Für den normalen Lebensunterhalt, Großeinkauf Lidl für die wenigen Markenartikel die man unbedingt will einmal im Monat zum teuren Supermarkt. Die Online Artikel etc. sind auch immer sehr top.
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schnett schrieb:
am 29. Februar 2012 um 14:25:43
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lidl
ich wurde vorvorige woche von lidl beschissen, vorige woche und diese woche auch schon - und jedes mal "unerklärlicher weise"
artikel doppelt abgezgogen. meine mom kann das selbe vom selben lidl berichten :(
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Otto.Norm schrieb:
am 22. Februar 2012 um 17:33:57
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Was soll die Häme
Man fängt mit Billig-Artikeln an und arbeitet sich, bei Bedarf, als Markenhändler vor.
Iist ja nicht wie bei Redaktion,
die ewig auf Bild.. Sorry.. Billig - Niveau bleiben
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