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Liter Benzin kostet jetzt mehr als 1,50 Euro

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Liter Benzin kostet jetzt mehr als 1,50 Euro

13.05.2008, 11:43 Uhr | dpa/ AFP/ T-Online - mmr

Neue Höchstpreise an den Tankstellen (Foto: ddp) Neue Höchstpreise an den Tankstellen (Foto: ddp) Unmittelbar vor den Pfingsttagen und Ferien in vielen Bundesländern steigen die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen weiter. Nach einer Preisrunde am späten Donnerstagabend waren nach Angaben aus der Mineralölwirtschaft in Hamburg für einen Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt an Marken-Tankstellen 1,51 Euro zu bezahlen. Auch der Dieselpreis erreichte mit 1,45 Euro je Liter einen neuen Höchststand. Als Grund für die Preissteigerungen nannten die Sprecherinnen der Konzerne die Notierungen am europäischen Markt für Ölprodukte in Rotterdam.

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Rohöl wird immer teurer
Ein Barrel (159 Liter) US-Rohöl kostet an den Spotmärkten mittlerweile fast 126 Dollar. Rohöl der Nordsee-Sorte Brent hat mit gut 125 Dollar ebenfalls einen neuen historischen Höchststand erreicht. Bei der wöchentlichen Umfrage des Energie-Informationsdienstes EID in 14 deutschen Städten ergab sich für Heizöl ein Durchschnittspreis von 89,65 Euro für 100 Liter (beim Kauf von 3000 Litern) - ebenfalls ein Rekordwert.

Steigt Barrel-Preis bald auf 200 Dollar?
Erste Marktanalysten schließen einen Rohöl-Preis von 200 Dollar in den kommenden Monaten nicht mehr aus. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs veröffentlichte kürzlich eine neue Studie, die innerhalb von zwei Jahren einen Ölpreis von 150 bis 200 Dollar für "zunehmend wahrscheinlich" hält. Diese Studie hat besonderes Gewicht. Ihr Autor, der Aktienanalyst Arjun Murti, hatte im März 2005 die Märkte mit einer Prognose von 105 Dollar je Barrel aufgeschreckt. Der aktuelle Preis lag damals bei 55 Dollar. Murti erntete für seine Vorhersage Spott und Widerspruch, aber er behielt recht.



Liter Benzin kaum mehr unter 1,50 Euro zu bekommen
Die weiter steigenden Rohöl-Preise werden Kraftstoffe an den Tankstellen in den kommenden Tagen voraussichtlich noch mehr verteuern. Die Spritpreise in Deutschland werden derzeit zusätzlich durch den vom Rekord bei 1,60 auf etwa 1,54 Dollar gefallenen Euro-Kurs nach oben getrieben. Da Rohöl in US-Dollar gehandelt wird, verteuern sich bei einem niedrigeren Euro die Preise für europäische Abnehmer.

Verbraucher - Auswirkungen der hohen Ölpreise

Diesel-Preis in zehn Jahren mehr als verdoppelt
Ein Blick in die Vergangenheit macht deutlich, wie drastisch sich die Kosten für den Autofahrer dennoch erhöht haben. Vor zehn Jahren kostete ein Liter Superbenzin umgerechnet 81 Cent und Diesel war für 59 Cent zu haben. Damit hat sich der Diesel-Preis auf heute 1,45 Euro mehr als verdoppelt. Ein Durchschnittsfahrer, der rund 1000 Liter Benzin im Jahr verbraucht, muss dafür 680 Euro zusätzlich aufwenden, als Dieselfahrer sogar 840 Euro.

Teures Benzin (Infografik: dpa) Teures Benzin (Infografik: dpa)Autofahrer murren - aber sie zahlen
Bislang zahlen die Autofahrer die höheren Preise zwar unter lautem Murren, aber sie zahlen. Weder die Zahl der Autos noch die gefahrenen Kilometer pro Jahr haben sich spürbar verändert. "Das Autofahren ist so teuer, dass es kaum überflüssige Fahrten gibt, die sich einsparen lassen", sagt der ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht. "Der Zweck der Mobilität ist nicht veränderbar." So nutzen die meisten Autofahrer ihren Pkw für die Fahrt zur Arbeit und in den Urlaub. Zwar klagen viele, dass sie sich ihr Auto eigentlich nicht mehr leisten können. Der Verzicht ist aber oft noch schwerer, zumal in ländlichen Regionen, wo der öffentliche Nahverkehr weniger effektiv ist als in Großstädten.

Höhere Sprit-Preise -Viele juckt's nicht

Verbraucher sparen an anderer Stelle
"Es gibt nur wenige Stellschrauben, um an den Autokosten zu drehen", weiß Albrecht. Die Autofahrer versuchen, vor allem bei der Anschaffung zu sparen und benutzten ihren Wagen immer länger. Die Autos auf den deutschen Straßen sind im Durchschnitt mehr als acht Jahre alt. Außerdem fehlt das Geld, das in den Tank fließt, in anderen Wirtschaftsbereichen. Die Einkommen sind real in den vergangenen Jahren nicht gestiegen, also müssen die Verbraucher an anderer Stelle sparen. Der Einzelhandel kümmert seit Jahren vor sich hin, auch Gastronomie und Dienstleistungs-Branchen klagen über nachlassende Kaufkraft ihrer Kundschaft.

Wenig Chancen auf steuerliche Entlastung
Abhilfe ist nicht in Sicht. "Die Benzinpreise hängen im wesentlichen von den Steuern und den Rohstoff-Preisen ab", sagt ADAC-Experte Albrecht. Mehr als 60 Prozent des Benzinpreises entfallen auf Steuern, die in den vergangenen zehn Jahren mehrfach kräftig angehoben wurden. Zuletzt erhöhte die große Koalition die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent, zuvor führte die rot-grüne Regierung in mehreren Stufen die Öko-Steuer auf Kraftstoffe ein. Die Forderung nach steuerlicher Entlastung für Autofahrer wird zwar von Automobilclubs und Politikern aus der zweiten Reihe immer wieder erhoben, hat aber nur wenig Chancen auf Realisierung.

Mehr zum Thema:
Preisvergleich - Soviel kostet Benzin und Diesel in ausgewählten Städten
Überblick - Woher Deutschland sein Öl bezieht
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Quelle: t-online.de

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