22.09.2010, 14:21 Uhr | dpa-AFX, DAPD
Volvo und andere Lkw-Bauer verzeichneten zuletzt stark steigende Absatzzahlen bei Nutzfahrzeugen (Foto: imago)
Die Exporte der deutschen Nutzfahrzeugbauer ziehen nach einem verheerenden Einsturz im Krisenjahr 2009 wieder kräftig an. Allein im ersten Halbjahr 2010 gab es einen Zuwachs um 26 Prozent auf fast 197.000 Stück, wie das Statistische Bundesamt berichtete. Der Ausfuhrwert stieg um etwas mehr als acht Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Auch die Lkw-Bauer Volvo und MAN meldeten zuletzt wieder steigende Absatzzahlen.
Vom Vorkrisenniveau ist die Branche aber noch weit entfernt. Im ersten Halbjahr 2008 hatte die Branche mit 310.000 Bussen, Lastwagen und Zugmaschinen noch deutlich mehr Nutzfahrzeuge exportiert. Doch 2009 brauch der Lkw-Absatz ein, bevor dann die schrittweise Erholung einsetzte.
Gegenwärtig sind die wichtigste Abnehmerländer deutscher Nutzfahrzeuge Großbritannien (19.800 Nutzfahrzeuge für 529 Millionen Euro), Frankreich (18.300 Nutzfahrzeuge für 795 Millionen Euro) und Italien (11.600 Nutzfahrzeuge für 544 Millionen Euro).
Die Busse, Lastwagen und Zugmaschinen sowie Nutzfahrzeugmotoren wurden von rund 45.000 Beschäftigten in 32 Betrieben gebaut. Der Umsatz der Hersteller stieg im ersten Halbjahr 2010 auf Jahressicht um sechs Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Dabei entfielen auf den Inlandsumsatz 3,2 Milliarden Euro (plus 1,2 Prozent), der Auslandsumsatz kletterte um 9,0 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro).
Auch im Inland gab es bei den Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen erste Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung: Im ersten Halbjahr 2010 wurden nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes rund 140.700 Omnibusse, Lastkraftwagen und Zugmaschinen zugelassen. Das waren vier Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009.
Auch Lastwagenbauer Volvo nähert sich wieder dem Niveau vor Ausbruch der Wirtschaftskrise. Von Januar bis August sei der Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum weltweit um 47 Prozent gestiegen, sagte der Europa-Chef des Unternehmens, Claes Nilsson, am Mittwoch auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Dabei habe Volvo Trucks in Europa um 42 Prozent zugelegt, in Nordamerika um 52 Prozent und in Südamerika sogar um 106 Prozent. "Jetzt hat der Absatz fast das Niveau von 2008 erreicht", sagte er.
Auch MAN sieht sich im Aufwind: Der Nutzfahrzeugbauer verzeichnet seit Jahresbeginn einen "sehr erfreulichen Auftragseingang", wie Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen mitteilte. Die Firma sei "im Jahr eins nach der Krise". Stellvertretend für die Branche könne er sagen: "Es geht wieder steil bergauf", betonte Pachta-Reyhofen. Die Aufträge lägen seit November in jedem Monat höher als die jeweilige Produktion, und das deute auf ein gutes Jahr 2010 hin. Möglich ist sogar ein Verkaufsrekord.
Dank des anhaltenden Booms in Brasilien und der Erholung des Geschäfts in Europa will MAN in diesem Jahr 115.000 bis 120.000 Lkw und Busse verkaufen, wie Finanzvorstand Frank Lutz sagte. Bislang hatte die Firma nur mit 100.000 Stück gerechnet. Auch beim Umsatz könnten deutlich bessere Zahlen herauskommen als gedacht. "Wir werden uns beim Umsatz nun in Richtung 15 Milliarden Euro bewegen", sagte Lutz. Bisher war MAN lediglich von rund zehn Prozent mehr Umsatz als im Krisenjahr 2009 ausgegangen, als die Firma zwölf Milliarden Euro umgesetzt hatte.
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Quelle: dapd , dpa-AFX
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