
26.07.2010, 15:14 Uhr | Financial Times Deutschland
Gegen Haftungsansprüche bis maximal 7,5 Millionen Euro hat sich der Veranstalter des Technospektakels bei der Axa abgesichert. Darüber hinaus gehende Forderungen muss er selbst tragen. Es können noch Jahre vergehen, bis alle Fragen geklärt sind.
Der Veranstalter der Loveparade, die Lopavent GmbH, hat für die katastrophal verlaufene Technoparade in Duisburg bei der deutschen Tochter des französischen Versicherungskonzerns Axa eine Veranstalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Die Axa trägt die Deckung alleine. "Die Lopavent ist mit einer Gesamtdeckungssumme von 7,5 Millionen Euro bei der Axa versichert", bestätigte ein Axa-Sprecher der FTD. Sollten Ansprüche über diese Deckungssumme hinaus entstehen, wird der Veranstalter dafür privat haften müssen. Gründer und Geschäftsführer der Lopavent ist Rainer Schaller, der auch die Fitness-Kette McFit betreibt.
Bei der Loveparade in Duisburg war auf dem einzigen Zugang zum Veranstaltungsgelände am Samstag eine Massenpanik ausgebrochen. In Folge des Unglücks starben 19 Menschen, mehr als 300 Personen wurden verletzt, darunter sind 80 Schwer- und Schwerstverletzte.
Zu Einzelheiten über Haftungsfragen oder zur Entschädigung für die Opfer will sich der Versicherer nicht äußern. "Wir sind in der Kette der ermittelnden Organe ganz hinten", sagte der Axa-Sprecher. Die Mitarbeiter des Versicherers müssten sich erst einmal ein Bild über die Lage machen.
Wie lange sich die Regulierung hinzieht, ist unklar. Bis sämtliche Haftungsfragen geklärt sind, können viele Jahre vergehen. Steht aber schon im Vorfeld fest, dass der Versicherer haftet, kann er vorläufig zahlen, muss aber nicht. Der Sprecher wollte keine Stellung dazu nehmen, wie sich die Axa verhalten wird. "Wir haben Verantwortung als Versicherer. Dass wir dazu stehen, ist keine Frage", sagte er nur.
Geschädigte in Massenfällen haben mit der Axa als Haftpflichtversicherer in den 90-er schlechte Erfahrungen gemacht. Das Unternehmen hatte damals einen Essener Pathologen gegen Berufshaftpflichtansprüche versichert, der wohl in weit über 100 Fällen falsche Brustkrebsdiagnosen abgegeben hatte. Jahrelang hatte die Axa sich geweigert, die Patientinnen zu entschädigen, die wegen der Falschdiagnose gesunde Brüste amputieren ließen.
Quelle: Financial Times Deutschland
Peter § schrieb:
am 26. Juli 2010 um 23:36:50
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Zutritt auf eigene Gefahr !
Warum versichern außer es ist heute Pflicht. In den 60-70ern standen sowo Tafeln mit Zutritt auf eigene Gefahr
!, sogar Woodstock war bestückt Enter at own Risk ! Ich steige diese Woche in den Flieger, ist doch auch Zutritt auf eigene Gefahr ! O.K. die müssen glaub ich versichert sein,aber warum ? Wegen der Erben wahrscheinlich.
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Robin Hood schrieb:
am 26. Juli 2010 um 21:31:34
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Haftungssumme.... der nächste "Witz"
ist das nicht die Summe, die jeder Autofahrer früher als Haftungssumme der Autoversicherung hatte?
Heute ist die Deckungssumme größer.... Vermutlich wollte der Veranstalter auch die Prämie "sparen"
Die Liste des "Unglaublichen" wird immer länger.......
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Jäger schrieb:
am 26. Juli 2010 um 18:37:12
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Loveparade-Axa
bei einer Bankenpleite würde alles im grünen Bereich sein, ....... mal abwarten. Jetzt schlägt das Unheil wider zu und
wider ist es eine Auslandsversicherung, fürchterlich. Aber leider würden die HMI-ERGO oder die AROGANZ , na egal, alles schite.
Ich wünsche den zurückgebliebenen Energie und Mut dass zu Überstehen.
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