04.03.2008, 16:41 Uhr | dpa/ T-Online
Maschine von Ryanair (Foto: Archiv) Der Boom der Billigflieger hält an: Im vergangenen Jahr entfielen 22,5 Prozent aller Flugbewegungen in Deutschland auf Gesellschaften wie Ryanair, easyJet oder Lufthansa-Beteiligung Germanwings, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) mitteilte. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 19,1 Prozent, im Jahr 2001 betrug der Anteil sogar weniger als fünf Prozent.
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Billigfliegerkarte -
Billigflieger-Anteil steigt
Tendenziell werde der Anteil der Billigflieger weiter steigen, sagte DFS-Geschäftsführer Dieter Kaden: "Ein Blick nach Europa zeigt, welches Wachstumspotenzial noch zu erwarten ist." So entfalle in Großbritannien inzwischen schon jeder dritte Flug auf Billigflieger. Vor allem die kleineren Regionalflughäfen könnten von der Entwicklung profitieren.
Weiteres Wachstum erwartet
Insgesamt kontrollierte die DFS im vergangenen Jahr rund 3,12 Millionen Flugbewegungen, 2006 waren es 2,98 Millionen. Für das laufende Jahr erwartet die Flugsicherung ein weiteres Wachstum um rund fünf Prozent. Im Januar habe das Plus bereits bei 9,6 Prozent gelegen. Besonders großes Wachstum weise der Verkehr nach Osteuropa auf. Im vergangenen Jahr hatte jedes siebte startende Flugzeug in Deutschland ein Ziel in Osteuropa.
Privatisierung der Flugsicherung stockt
Ins Stocken geraten ist indes die von der Bundesregierung geplante Privatisierung der Flugsicherung. Damit sei frühestens 2010 nach der nächsten Bundestagswahl zu rechnen, sagte Kaden. Der geplante Teilverkauf der bundeseigenen Flugsicherung an Investoren war 2006 von Bundespräsident Horst Köhler aus verfassungsrechtlichen Gründen gestoppt worden. Pläne aus der großen Koalition zur Änderung des Grundgesetzes wurden bislang nicht umgesetzt. Vor knapp einem Jahr hatte die DFS die Privatisierung noch bis Ende 2008 erwartet.
Europäische Flugsicherung zersplittert
Kaden bekräftigte, für eine bessere europäische Integration der Flugsicherungen sei eine Grundgesetzänderung notwendig. Die Luftfahrt-Branche beklagt bereits seit Jahren, dass durch die sehr zersplitterte Flugsicherung in Europa viele Maschinen Umwege in Kauf nehmen müssten. Als mögliche Käufer der DFS gilt unter anderem ein Konsortium von Fluggesellschaften, darunter die Deutsche Lufthansa.
Neue Lotsen gesucht
Die Flugsicherung kündigte angesichts des Booms im Luftverkehr an, in den nächsten Jahren zahlreiche neue Lotsen einzustellen. Neben rund 100 deutschen Fluglotsen pro Jahr will das Unternehmen ab 2009 auch jährlich 70 Fluglotsen aus dem Ausland einstellen. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Fluglotsen bei etwa 1800 konstant geblieben.
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Quelle: t-online.de
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