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Machtkampf bei Infineon spitzt sich weiter zu

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Aktionärsrevolte bei Infineon weitet sich aus

20.01.2010, 15:28 Uhr | apn, dpa-AFX

Infineon: Der Machtkampf um den Aufsichtsrat spitzt sich weiter zu (Foto: ddp)Infineon: Der Machtkampf um den Aufsichtsrat spitzt sich weiter zu (Foto: ddp)Die Aktionärsrevolte bei Infineon gegen den designierten Aufsichtsratschef Klaus Wucherer weitet sich aus. Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, erwägt, die Gegner des ehemaligen Siemens-Vorstands zu unterstützen.

DWS setzt auf neue Manager

Man habe durchaus Sympathie für den Gegenantrag, sagte DWS-Fondsmanager Henning Gebhardt der "Süddeutschen Zeitung" und der "Financial Times Deutschland". "Das sollte ein Neutraler machen, der von außen kommt." Wucherer, der dem Aufsichtsrat von Infineon seit 1999 angehört, habe die Fehler der Vergangenheit mitzuverantworten. "Es ist gut, alte Zöpfe abzuschneiden." Die DWS wollte sich am Mittwoch allerdings nicht festlegen, ob sie ihre Stimmen Wucherer oder seinem Gegenkandidaten geben wird.

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Britischer Investor Hermes führt Revolte an

Die Fondsgesellschaft sage grundsätzlich nicht vorher, wie sie abstimmen werde, sagte ein Sprecher. Infineon äußerte sich am Mittwoch nicht näher zu den Vorgängen. Initiator der Revolte gegen den designierten Aufsichtsratschef Wucherer ist der britische Pensionsfonds Hermes. Dieser will den Finanzvorstand des Automobilzulieferers ZF-Friedrichshafen, Willi Berchtold, auf der Hauptversammlung am 11. Februar als Gegenkandidaten zu Wucherer vorschlagen. Verbunden damit war scharfe Kritik am Wirken des alten Aufsichtsrats.

Aktionärsschützer vom DSW wollen weder Wucherer noch Berchtold

Aktionärsschützerin Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will keinen der beiden Kandidaten. "Uns wäre ein Mann lieber, der einen kompletten Neuanfang darstellt", sagte sie. Bei Berchtold äußerte sie die Befürchtung, "dass die Unabhängigkeit nicht gegeben ist", da er im Aufsichtsrat eines Kunden sitze. Bergdolt forderte die am Machtkampf Beteiligten auf, sich an einen Tisch zu setzen. "Infineon ist jetzt an einem Punkt, wo es anfängt, besser zu laufen. Da sollte sich auf keinen Fall die Kapitalseite zerfleischen."

SdK hält beide Kandidaten für geeignet

Positiver sieht Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) die Situation. Grundsätzlich sei es gut, wenn Aktionäre die Wahl hätten. Wie die SdK sich entscheiden werde, sei noch offen, sagte er. Beide Kandidaten seien für die Aufgabe sehr gut qualifiziert. "Die Tendenz geht aber in Richtung von Herrn Wucherer."

Infineon auf Erholungskurs

Infineon gehörte einst zum Siemens-Konzern, ehe die Firma im Jahr 2000 zu 35 Euro je Aktie an die Börse ging. Heute liegt der Kurs unter vier Euro, vor einem Jahr ging es Infineon so schlecht, dass sogar über Staatshilfen nachgedacht wurde. Inzwischen befindet sich Infineon wieder auf Erholungskurs und konnte zuletzt sogar wieder leichte Gewinne erzielen.


Quelle: dpa-AFX , apn , t-online.de

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