10.12.2010, 08:48 Uhr | dpa-AFX
Bernard Madoff wurde wegen Anlagebetrugs zu 150 Jahren Haft verurteilt (Foto: AP) (Quelle: AP)
Finanzjongleure in aller Welt müssen sich warm anziehen: Die Klagewelle im milliardenschweren Betrugsfall Bernard L. Madoff rollt weiter. Der Vertreter der Geschädigten hat nun auch die Citigroup sowie sechs weitere Großbanken in den USA, Europa und Japan auf Schadenersatz verklagt. Mit den erhofften Geldern sollen die Opfer entschädigt werden.
Madoff-Treuhänder Irving Picard wirft den Banken vor, sie hätten von dem Betrug gewusst oder hätten davon wissen müssen. Es habe genug Warnzeichen gegeben. Dennoch hätten die Institute weiter Geschäfte mit Madoffs Investmentfirma gemacht, hieß es in einer in der Nacht zu Donnerstag verbreiteten Erklärung. Anleger, die bei Madoff investierten, verloren daraufhin viel Geld. Die Schadensschätzung liegt bei um die 20 Milliarden Dollar (15,1 Milliarden Euro).
Bernard Madoff hatte über Jahre Geld von Investoren eingesammelt und die Ausschüttungen mit den Beiträgen immer neuer Anleger bezahlt. In der Finanzkrise brach das Schneeballsystem zusammen - der größte Betrugsfall der Finanzgeschichte wurde offenbar. Ein Gericht verurteilte den heute 72-Jährigen im Juni 2009 zu 150 Jahren Gefängnis. Treuhänder Picard hat bis zum 11. Dezember Zeit, Forderungen zu erheben, sonst verjähren sie.
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Picard verlangt von den sieben Banken insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar. Der größte Batzen entfällt mit 425 Millionen Dollar auf die Citigroup. Weitere Beklagte sind die französische Natixis, die niederländischen ABN Amro und Fortis, die spanische BBVA, die japanische Nomura sowie die mittlerweile zur Bank of America gehörende US-Investmentbank Merill Lynch. Bereits zuvor hatte Picard andere Großbanken mit noch höheren Klagen überzogen.
Mit einer Bank hatte der Treuhänder vor kurzem eine Übereinkunft zur Entschädigung getroffen. Die Genfer Privatbank Union Bancaire Privee (UBP) und deren Filiale auf den Cayman-Inseln will den Opfern des Milliardenbetrügers bis zu 500 Millionen Dollar (376 Millionen Euro) Entschädigung zahlen.
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Neben den Banken nimmt Picard nun auch das Londoner Madoff-Management ins Visier. Vom Management der Madoff Securities International Ltd. verlangt er mindestens 80 Millionen Dollar. Sie hätten Gelder abgezweigt, um sich etwa eine Jacht, ein Haus in Südfrankreich oder eine Aston-Martin-Nobelkarosse zu kaufen. Zu den namentlich Beklagten gehören neben Bernard Madoffs Bruder Peter auch seine Söhne Mark und Andrew. Bereits zuvor war die Familie ins Zwielicht geraten.
Zuletzt spülte eine Versteigerung von beschlagnahmten Gegenständen aus dem Besitz der Eheleute Madoff weiteres Geld in die Insolvenzkasse. Darunter befanden sich so ausgefallene Dinge wie schwarze Hausschuhe mit rotem Innenfutter und den aufgestickten Initialen BLM für Bernard Lawrence Madoff.
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Quelle: dpa-AFX
Nachdenker schrieb:
am 9. Dezember 2010 um 21:12:07
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Thema: "Madoff-Treuhänder nimmt Citigroup ins Visier"
Die Verursacher müssen den gesamten Schaden zuzüglich aller Gerichtskosten,
sonstiger Auslagen und Zinsen erstatten. Selbstverständlich aus ihrem Privatvermögen. Wenn dan aufgebraucht ist, dann erst dürfen die Unternehemen in Regreß genommen werden. Die Unternehmen sollen schließlich weiter bestehen können. Wir haben weltweit genug Arbeitslose! Für jeden fehlende Euro gibt es für die Verantwortlichen Großbetrüger ein Jahr Haft.
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