10.01.2012, 15:56 Uhr | dapd
Der Staat steckt tief in der Finanzklemme, das organisierte Verbrechen aber boomt mitten in der Wirtschaftskrise: Einer aktuellen Studie zufolge ist die italienische Mafia die größte Wirtschaftskraft des Landes und mit einer Liquidität von etwa 65 Milliarden Euro inzwischen auch "die erste Bank".
Das geht aus dem Expertenbericht "Die Hand der Kriminalität auf den Betrieben" hervor, den die Dachvereinigung kleinerer und mittlerer Firmen vorstellte. Allein die fast 100 Milliarden Euro, die das organisierte Verbrechen jährlich über Bars, Restaurants, Hotels oder Geschäfte in ihrer Hand einnehme, machten etwa sieben Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts aus.
"In diesen Krisenzeiten ist die Mafia AG somit als einzigartige unternehmerisch-wirtschaftliche Größe in der Lage, Investitionen zu tätigen", erklärte Verbandschef Marco Venturi zu dem Jahresbericht zur organisierten Kriminalität im Lande. Komplizenschaft mit Politikern, Wirtschaftsleuten und Verwaltungsbeamten komme den Clans zugute. Die Mafia bringe es insgesamt auf einen geschätzten Umsatz von 140 Milliarden Euro bei einem Profit von mehr als 100 Milliarden, heißt es in der Analyse.
Die einflussreichen Clans der Camorra, Cosa Nostra und 'Ndrangheta verdienen Milliarden vor allem durch illegale Bauaufträge, in der Nahrungsbranche sowie durch Glücksspiel und Schutzgelderpressung. "Die Nähe zu einer kriminellen Organisation kann dabei für eine Firma schon den Unterschied ausmachen, ob man endgültig vom Markt verdrängt wird oder aber weitermachen kann", erläuterte Venturi.
"Gerade dank des heimlichen Einverständnisses mit der politischen und administrativen Welt sowie mit willfährigen Berufsvertretern hat sich die Mafia auch in Mittel- und Norditalien festsetzen können", so Venturi. Die Mafia kontrolliere fast den gesamten Markt des Glücksspiels, den Markt der Abfallentsorgung und dabei vor allem des schädlichen und giftigen Mülls.
Außerdem habe das organisierte Verbrechen "alles rund ums Bauen" unter ihrer Hand. Die Investitionstätigkeit der Mafia-Clans breite sich jetzt auch stärker im Gesundheitswesen sowie im Transport- und Logistikbereich aus. Die kleinen und mittleren Firmen seien dabei die ersten Opfer der Mafia.
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Quelle: dapd , t-online.de
winni schrieb:
am 11. Januar 2012 um 12:31:41
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mafia
In Deutschland ist es nicht veil anders. Nur wird dies totgeschwiegen.
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Teufel schrieb:
am 11. Januar 2012 um 07:28:56
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Mafia
Das Böse ist immer und überall. Nur in Italien heißt ES Mafia.
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mp schrieb:
am 11. Januar 2012 um 01:46:35
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Mafia & Co
Warum muss nun selbst die Mafia herhalten, um von den ganzen "legalen" Zockerbanden und Schattenbanken abzulenken? Das
Kapital der Mafia ist immerhin noch reales Geld - im Gegensatz zu den immensen Kapitalblasen, die uns seit 2008 belasten und jetzt schon wieder. Mit einem Unterschied: Die gewinnbringenden Aktionen der Mafia werden mit Recht als Verbrechen geahndet. Aber wo bleiben Gesetzgeber bei Hedgefonds oder Leerverkäufen? Etwa Mafiosis in eigener Sache?
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