
18.11.2010, 10:40 Uhr | Financial Times Deutschland
Dieter Althaus, der frühere Ministerpräsident Thüringens und heute Lobbyist bei Magna (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Der ehemalige Ministerpräsident Dieter Althaus plaudert die Interessen des Zulieferers Magna am Designer Pininfarina aus - und wird zurückgepfiffen. So hat sich Dieter Althaus seinen Job beim österreichisch-kanadischen Autozulieferer sicher nicht vorgestellt. Seit diesem Jahr arbeitet der frühere Ministerpräsident Thüringens als Lobbyist für das Unternehmen. Sein Auftrag: Die Beziehungen zum deutschen Autobauer Volkswagen verbessern. Doch nach einer seiner ersten öffentlichen Aussagen holt er sich eine Watsche ein.
"Herr Althaus hat keine Sprecherfunktion", erklärt das Unternehmen. Dass Althaus einen Bericht von "Automotive News" bestätigte, wonach sich Magna für den italienischen Designer Pininfarina interessiere, werde man nicht weiter kommentieren. Es ist eine Pleite für Dieter Althaus. Der einstige CDU-Spitzenpolitiker hat schon bei der Übernahme des Jobs Kritik eingesteckt. Einige sahen Konflikte mit seinem früheren Amt. Doch für Althaus, der Anfang 2009 einen Skiunfall verursachte, bei dem eine Frau ihr Leben verlor, war der Posten die Chance auf ein Comeback. Er hat dabei nicht bedacht, dass Magna ein straff geführter Betrieb ist. Über die Strategie spricht allein der Chef.
Die nun enthüllten Zukaufspläne führen zum Rätselraten über die Strategie des Unternehmens. Magna war zuletzt mit mehreren Übernahmen gescheitert. Erst wollte der Zulieferer den Autobauer Opel kaufen. Das gelang nicht und führte zu Konflikten mit den eigenen Kunden. Den Versuch, die Dachsparte des Karosseriebauers Karmann zu übernehmen, untersagte später das Kartellamt.
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Mit Pininfarina würde sich Magna nun als Autodesigner etablieren. Das Turiner Unternehmen habe "einen der wertvollsten Namen der Designindustrie", sagt der Kölner Design-Professor Paolo Tumminelli. Für Magna wäre das eine Möglichkeit, sich etwa in China zu stärken, wo Autobauer gern europäische Designkompetenz einkaufen. Denkbar ist auch, dass sich Magna Hoffnungen macht, dass Pininfarinas Ingenieurssparte davon profitiert, dass sich Kunden vom Rivalen Italdesign-Giugiaro abwenden. Der wurde zuletzt von VW übernommen und arbeitet künftig exklusiv für die Wolfsburger.
Doch Pininfarina hat Probleme. Seit einem Jahr steht das Unternehmen zum Verkauf - bislang hat sich aber noch kein Interessent öffentlich hervorgetan. Das Problem ist, dass Pininfarina nicht nur ein Designer ist, sondern auch im Auftrag Autos in eigenen Werken produziert. Dies ist ein Verlustgeschäft. Zumal der Plan zu scheitern droht, die Werke mit Elektroautos auszulasten, die Pininfarina gemeinsam mit dem französischen Investor Vincent Bolloré entwickelt. Pininfarina sicherte sich vergangene Woche das Recht, aus dem Projekt auszusteigen. Zwei Werke werden damit zum Monatsende stillstehen. In den ersten neun Monaten des Jahres schrieb Pininfarina 33,8 Mio. Euro Verlust. Den Investoren zumindest hat das Übernahmegerücht schon jetzt geholfen: Die Pininfarina-Aktie stieg um 22 Prozent.
Quelle: Financial Times Deutschland
Petersburger schrieb:
am 18. November 2010 um 21:13:13
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Unser Dieter...
war schon als Politiker ne Nullnummer und wird auch in der Wirtschaft nichts bewegen. Es wundert mich nur, dass Magna auf
diesen Deal eingegangen ist. Scheinbar sind die CDU-Seilschaften so weitreichend, dass dieser Einfluss das Unvermögen wider wet macht.
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The shark schrieb:
am 18. November 2010 um 17:36:42
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Althaus
Leute, regt euch nicht so über die CDU-Politiker auf! Sie machen doch nur das, was Ihnen der Axel-Springer-Verlag vorgibt. Das die
entsprechenden Politiker nicht mit dem Volk rechnen, ist absolut verständlich. Seht euch doch nur einmal die Leser der BILD an, die sich morgens aus der Zeitung holen, was sie tagsüber für eine Meinung haben dürfen oder sollen!
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Störtebecker schrieb:
am 18. November 2010 um 17:07:14
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Reinfall
Glückwunsch. Da ist auch der Magna-Boss auf so eine Politiker-Null hereingefallen.
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