Neuer Chrysler-Miteigentümer Fiat streicht Aufträge für Magna (Foto: imago)Weiterer Rückschlag für den Opel-Käufer Magna: Der US-Autobauer Chrysler wird seinen Vertrag mit dem wahrscheinlichen Opel-Käufer Magna nicht verlängern. Wie ein Sprecher des neuen Chrysler-Miteigentümers Fiat am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte, wird der Vertrag mit Magna für Chrysler-Modelle für den europäischen Markt nicht erneuert. Fiat bestätigte damit einen Bericht in der Onlineausgabe des "Wall Street Journal".
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Fiat will Chrysler-Modelle in Italien produzieren
Die Aufträge sollen künftig an den italienischen Hersteller Bertone vergeben werden, den Fiat im August gekauft hatte. Der Sprecher betonte, der Fiat- und Chrysler-Chef Sergio Marchionne habe dies bereits auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt angekündigt. Es gehe um "Nischenprodukte, kleine Autoserien, vor allem Sportwagen", die bei Bertone gebaut werden sollten.
Millionen Investitionen in Bertone
Fiat plane laut "Wall Street Journal" in das Werk in den kommenden drei Jahren 150 Millionen Euro zu investieren. Das Autowerk verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 70.000 Fahrzeugen. Nach Informationen aus Branchenkreisen hatte Magna für Chrysler im vergangenen Halbjahr in Österreich noch gut 1000 Autos der Modelle 300C und Jeep Grand Cherokee gebaut.
Neue Fiat-Strategie bei Chrysler
Der Abzug der Autoproduktion ist laut "WSJ"-Online vornehmlich die Fortsetzung der Fiat-Strategie, die Kontrolle über Chryslers Fertigung zu erlangen. Bereits zuvor hätte der Fiat-Chef nach dem Einstieg bei Chrysler dafür gesorgt, dass der US-Autohersteller einige Partnerschaften wie jene mit den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi beendete. Obwohl der italienische Konzern zunächst nur mit 20 Prozent bei Chrysler an Bord ist, verfügt Fiat über Rechte, die dem Autobauer die Kontrolle über das US-Unternehmen verleihen.
Keine Stellungnahme von Magna
Die Entscheidung von Fiat ist ein weiterer Schlag für den Autozulieferer Magna, der zusammen mit russischen Partnern Opel übernehmen will. Marchionne hatte noch vor gut zwei Wochen noch betont, Chrysler werde weiter mit Magna zusammenarbeiten, so lange der austro-kanadische Zulieferer die Geschäftsgeheimnisse seiner Kunden wahre. Andernfalls würden Verträge geändert, warnte Marchionne. Volkswagen und BMW hatten sich beunruhigt gezeigt, dass Magna als einer ihrer wichtigsten Zulieferer mit Opel in den Autobau einsteigen will. Beide hatten gedroht, ihre Zulieferverträge mit Magna zu kündigen. Magna wollte die neuesten Entwicklungen bisher nicht kommentieren.
Schwerer Absatzeinbruch von Chrysler in Europa
Chrysler verbucht im europäischen Markt derzeit besonders starke Absatzeinbußen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres verkaufte der Autobauer in Europa lediglich knapp 38.000 Fahrzeuge. Dies ist ein Minus von knapp 47 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, womit Chrysler Schlusslicht aller Hersteller ist, die in Europa unter dem Einbruch durch die Autokrise leiden.