DAX-Vorstände versiebenfachen Bezüge. (Foto: imago)Die Vorstände der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich höhere Gehaltssteigerungen einstreichen können als andere Führungskräfte. Seit der Einführung des Deutschen Aktienindex (DAX) im Jahr 1988 hätten sich die Bezüge dieser Top-Manager mehr als versiebenfacht, teilte die Unternehmensberatung Kienbaum am Montag in Gummersbach mit. Demnach stiegen die Gehälter von durchschnittlich 445.800 Euro auf mittlerweile 3,33 Millionen Euro - ein Plus von 650 Prozent.
Deutlich geringer seien die Gehaltssteigerungen bei Führungskräften in nicht-börsennotierten Konzernen ausgefallen: Sie hätten ihre Bezüge im gleichen Zeitraum lediglich verdoppelt, von 132.000 auf 268.000 Euro. Noch geringer seien die Gehaltssteigerungen bei leitenden Angestellten in deutschen Unternehmen ausgefallen, teilte Kienbaum weiter mit. Sie hätten ihre Bezüge nur um 80 Prozent steigern können, von durchschnittlich 62.000 Euro auf 111.000 Euro.
Größere Verantwortung bei DAX-Vorständen
"Eine Ursache für die überdurchschnittliche Gehaltsentwicklung im DAX ist die größere Verantwortung für das Management in diesen Unternehmen: Sie führen häufig wesentlich mehr Mitarbeiter, verantworten größere Etats und arbeiten international. Vor allem die Vorstandsvorsitzenden befinden sich heute in einer ähnlichen Rolle wie CEOs amerikanischer Unternehmen – mit allen zusätzlichen Risiken, die sie zu verantworten haben“, sagt Dr. Alexander v. Preen, Geschäftsführer der Managementberatung Kienbaum.
Unterbrecher 70-Tage
Nicht immer ging es mit den Gehältern aufwärts
Besonders starke Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr gab es 2000 mit 42 Prozent und 2005 mit 37,8 Prozent. Doch es ging nicht immer aufwärts mit den Gehältern: Das Platzen der New Economy-Blase spürten auch die DAX-Vorstände in ihren Portemonnaies. So lag die Vergütung 2001 um zehn Prozent niedriger als im Vorjahr.
Boni treiben Bezüge
Die deutlich größeren Gehaltssteigerungen bei den DAX-Vorständen führt die Unternehmensberatung auf Veränderungen in der Vergütungsstruktur zurück. Während vor zwei Jahrzehnten das Festgehalt bei den DAX-Vorständen noch gut 80 Prozent der Bezüge ausgemacht habe, bestehe es heute zu 80 Prozent aus erfolgsabhängigen Bestandteilen, teilte Kienbaum mit. Die Stärkung erfolgsabhängiger Anteile habe sich motivierend auf die Top-Manager ausgewirkt, hieß es.