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Was die DAX-Chefs verdienen
26.03.2009, 14:28 Uhr | Financial Times Deutschland
Gehälter der DAX-Bosse sinken (Foto: Archiv)Die erfolgsabhängige Bezahlung von Topmanagern zeigt Wirkung. Erstmals sinken als Folge der Wirtschaftskrise die Vorstandsgehälter in den DAX-Konzernen zum Teil drastisch. Dabei gibt es allerdings einige Ausreißer - nach oben wie nach unten. Trotz der Krise muss aber fast kein Manager auf sein Millionen-Gehalt verzichten.
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Der VW-Chef verdient am meisten
Beide leiten große Autokonzerne, doch ihre Gehaltschecks könnten nicht unterschiedlicher ausfallen: Martin Winterkorn steigerte sein Gehalt 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 147 Prozent auf 12,7 Millionen Euro. Der
VW-Chef hält damit die Spitzenposition unter den
DAX-Vorständen. Sein Kollege Dieter Zetsche von
Daimler erhielt rund fünf Millionen Euro und büßte damit 55 Prozent seines Salärs ein.
Ackermann ist der große Verlierer
Und damit ist er nur zweitgrößter Verlierer im DAX: Josef Ackermann, Chef der
Deutschen Bank, verdiente noch 1,4 Millionen Euro - 90 Prozent weniger als im Vorjahr. Dazu trug offenbar bei, dass er auf Boni verzichtete. Im Durchschnitt haben die DAX-Vorstände im ersten Jahr der Wirtschaftskrise nach den bisher vorliegenden Zahlen rund 26 Prozent weniger verdient. Das ergibt eine Erhebung des Beratungsunternehmens Kienbaum für die "Financial Times Deutschland" (FTD), die auf 24 Vergütungsberichten der DAX-Konzerne basiert.
Die Gehälter folgen der Konjunktur
Nach Jahren steigender Managervergütungen, die eine Welle der Kritik und eine breite gesellschaftliche Debatte nach sich zogen, müssen sich Vorstände erstmals seit Langem mit geringeren Einnahmen zufriedengeben. Verantwortlich sind die variablen Vergütungen, die vom Erfolg des Unternehmens abhängig sind. "Die Bezüge atmen. In guten Jahren wachsen die variablen Bezüge. Andererseits lässt sich auch belegen, dass sie in schwachen Jahren zum Teil signifikant sinken", sagt Kienbaum-Geschäftsführer Alexander von Preen.
Im Schnitt ein Minus von 26 Prozent
Die fixen Vorstandsvergütungen der DAX-Unternehmen, die einen Vergütungsbericht für 2008 vorgelegt hatten, sind zwar nur leicht um sechs Prozent zurückgegangen. Die Bonuszahlungen, jener Teil des Gehalts also, der von der Entwicklung des Aktienkurses und wichtigen Kennzahlen wie dem Unternehmensgewinn abhängt, sind durchschnittlich um 29 Prozent gesunken. Unterm Strich ergibt sich so ein Minus von 25,9 Prozent.
Vergütung sinkt nicht immer so stark wie der Gewinn
"Es gab zum Teil enorme Einbußen in der Vergütung bei Unternehmen, deren Jahresüberschuss gegenüber 2007 deutlich zurückgegangen ist", sagt von Preen. Bei einem Gewinnrückgang von 65 Prozent erhalten etwa die Vorstände von Daimler 68 Prozent weniger. BMW verzeichnete einen Gewinnrückgang von 90 Prozent, was sich mit einem Minus von 28 Prozent auf die Vorstandsgehälter auswirkte.
DAX-Bosse müssen nicht darben
Trotz eines Fünftels weniger Gehalts im Durchschnitt bleiben die Einnahmen der DAX-Vorstände imposant: Spitzenverdiener im DAX ist in diesem Jahr VW-Chef Martin Winterkorn, der 12,7 Millionen Euro verbuchte. Er und seine Vorstandskollegen profitierten vom spekulativ getriebenen Höhenflug der VW-Aktie. Ohne diesen Sondereffekt hätte Winterkorn rund sechs Millionen Euro weniger erhalten.
Linde-Chef Wolfgang Reitzle (9,9 Millionen Euro) und der
Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher (9,8 Millionen Euro) reihen sich auf den Plätzen zwei und drei der bestverdienenden DAX-Vorstände ein. Im Schnitt verdienten die 24 ausgewerteten Vorstandsvorsitzenden 4,2 Millionen Euro.
Aktionärsschützer mit der Entwicklung zufrieden
"Nach dem überdurchschnittlichen Anstieg der Managergehälter in der Vergangenheit gibt es nun erste Anzeichen für eine überfällige Korrektur", sagte Klaus Schneider, Vorstandschef der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Laut Schneider dürfte die Zeit der Exzesse sich dem Ende zuneigen. Um das Problem überzogener Gehälter weiter zu entschärfen, fordert die SdK eine stärkere Mitbestimmung der Aktionäre. Sie sollten die Möglichkeit erhalten, durch ein Votum auf der Hauptversammlung die Höhe der Vergütung mitzubestimmen. "Eine Deckelung der Managergehälter halten wir jedoch nicht für sinnvoll", sagte Schneider.
Abwärtstrend hält wohl an
Auch im nächsten Jahr werden die Aktionärsschützer wohl keinen Grund zur Klage haben. "Es ist zu erwarten, dass die variablen Vergütungen auch im kommenden Jahr deutlich zurückgehen werden", sagte von Preen. Einige Unternehmen mussten im abgelaufenen Geschäftsjahr schon Gewinneinbrüche hinnehmen. Im Durchschnitt liegen die Ergebnisse der ausgewerteten Unternehmen aber noch auf Vorjahresniveau. Der aktuelle Konjunktureinbruch dürfte erst in diesem Jahr voll auf alle Unternehmensgewinne durchschlagen und so die Managerbezüge im laufenden Jahr erneut schmälern.
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Quelle: Financial Times Deutschland
, t-online.de