23.07.2010, 15:33 Uhr | dpa-AFX, AFP
Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise haben US-Banken ihren Spitzenmanagern einem Regierungsbericht zufolge 1,6 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) an "ungerechtfertigten" Boni gezahlt. 17 der Geldhäuser hätten die üppigen Sonderzahlungen Ende 2008 und Anfang 2009 fließen lassen, nachdem sie milliardenschwere Hilfen aus Steuermitteln bekommen hätten, meldete die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte.
Die Prämien seien nach "planlosen Kriterien" gezahlt worden, hieß es. Der "Bonus-Beauftragte" von Präsident Barack Obama, Kenneth Feinberg, will am Freitag einen entsprechend Bericht vorlegen.
Darin bezeichne er die Boni zwar als "unklug", aber sie seinen seiner Auffassung nach nicht ungesetzlich oder stünden im Widerspruch zum öffentlichen Interesse. Auch habe Feinberg praktisch keine Möglichkeiten, eine Rückzahlung des Geldes einzufordern. 11 der 17 Banken, die in dem Bericht erwähnt werden, hätten zudem die Hilfen bereits mit Zinsen zurückgezahlt und deshalb darüber hinaus keinerlei Verpflichtungen dem Staat gegenüber, hieß es weiter. Unter den aufgeführten Geldhäusern seien Wall-Street-Giganten wie Citigroup, Goldman Sachs und der Versicherer American International Group (AIG). Es zählten aber auch kleinere Institute wie etwas die Boston Private Bank dazu.
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Boni gelten als Mitauslöser der weltweiten Finanzkrise, weil sie die Banker zu risikoreichem Verhalten verleitet haben. In Deutschland hat der Gesetzgeber vor kurzem gesetzliche Bestimmungen erlassen, nach denen Bonuszahlungen künftig begrenzt und schärfer kontrolliert werden. Das Vergütungssystem soll sich stärker auf den längerfristigen Erfolg eines Unternehmens ausrichten und eingegangene Risiken angemessen berücksichtigen. Bonuszahlungen, die angesichts der wirtschaftlichen Situation einer Bank unangemessen hoch sind, können verhindert werden. Die deutsche Finanzaufsicht (BaFin) kann bei Nichtbeachtung der Anforderungen die Auszahlung bestimmter Vergütungsbestandteile untersagen oder auf einen bestimmten Anteil des Jahresergebnisses beschränken.
Quelle: AFP , dpa-AFX
Reinhard schrieb:
am 23. Juli 2010 um 18:38:44
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Bonus
Och nee, was regen wir uns über die Bonizahlungen in den USA auf? Hier in Old Germany war und ist es doch nicht anders. Aber ist es
nur dadurch schon gerechtfertigt weils nicht ungsetzlich sein soll (zumindest versucht man uns das einzureden)? Wir leben zwischenzeitlich in einem Staat, wo die Masse (auch unter großen Opfern) für das Wohl einiger einzelner zuständig ist.
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V.-Theoretiker schrieb:
am 23. Juli 2010 um 17:13:11
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Bonus
Das ist nur eine der zahreichen weltweiten Varianten. Wölfe im Schafspelz (um es dezenter auszudrücken) bedienen sich selbst dreist
vor den Augen der "ahnunungslosen" und vorgeblich aus "juristischenGründen" machtlosen Politiker. Risiko für beide = null. Der Goldesel Steuerzahler zahlt. Außer diesem sind alle zufrieden. Natürlich versprechen dei Regierungen, scharf dagegen vorzugehen, sie wollen ja wieder gewählt werden. Motto: "Ich verspreche alles und halte nichts".
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bakerman schrieb:
am 23. Juli 2010 um 17:00:02
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Buchtip
"Geld arbeitet nicht" oder "Das Silberkomplott", beides sehr interessante Bücher. Allerdings nichts für Leute, die sich schnell
aufregen. Schönes Wochenende und vielleicht schaffen wir es ja irgendwann mal gemeinsam und zwingen die eine oder andere Bank so richtig in die Knie. Viel Spaß beim Lesen....
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