19.01.2012, 14:49 Uhr | dpa-AFX
Der Druckmaschinenhersteller Manroland bleibt in deutscher Hand (Quelle: dpa)
Der insolvente Druckmaschinenhersteller Manroland wird zerschlagen. Die Teil-Übernahme durch den Lübecker Possehl-Konzern kostet zudem tausende von Jobs. Von den rund 4700 Stellen in Augsburg, Offenbach und Plauen sollen nur noch rund 2500 übrig bleiben, die anderen 2200 Mitarbeiter müssen sich bald neue Arbeitsplätze suchen.
Zwei Monate nach der Pleite von Manroland verkündete Insolvenzverwalter Werner Schneider am 18. Januar nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses die Zukunftspläne für den Konzern. Demnach wird das größte Werk Augsburg an die Lübecker Possehl-Gruppe verkauft.
Das Familienunternehmen sicherte zugleich langfristige Lieferbeziehungen mit dem Werk im sächsischen Plauen zu, das vorerst vom Management und vom Insolvenzverwalter als neuen Eigentümern fortgeführt wird. Diese Lösung stelle eine Auslastung sicher, und eine spätere Beteiligung von Possehl am Plauener Werk sei in Aussicht, sagte Schneider.
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Die Possehl-Gruppe setzte sich im Bieterkampf gegen den US-Investor Platinum Equity durch, der Manroland komplett kaufen wollte. Die IG Metall stand einer Übernahme durch den US-Finanzinvestor Platinum aber sehr skeptisch gegenüber, weil sie ein konkretes Konzept vermisste und keine langfristige Lösung sah.
Bei Possehl setzen die Gewerkschafter auf ein langfristiges industrielles Interesse. Der Gläubigerausschuss mit den Vertretern der Banken, Lieferanten und Arbeitnehmern hatte gut drei Stunden lang beraten, dann gab er dem Mischkonzern Possehl den Zuschlag.
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Das Werk in Offenbach soll ebenfalls vom Management zusammen mit einem Investor und dem Insolvenzverwalter übernommen und saniert werden. Diese Lösung habe eine solide wirtschaftliche Basis und gute Zukunftsaussichten, brauche zur Finanzierung aber eine Landesbürgschaft der hessischen Landesregierung, sagte Schneider.
Das Konzept ist mit einem gravierenden Stellenabbau verbunden. In Augsburg sollen von rund 2200 nur noch 1500 Stellen übrig bleiben, in Offenbach von 1760 noch 750 und in Plauen von 680 noch 290. Die bisherigen Manroland-Eigentümer Allianz und MAN haben bereits 24 Millionen Euro für Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften zugesagt.
Die IG Metall trägt die Lösung im Kern mit. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, zugleich stellvertretender Aufsichtsratschef von Manroland, sagte: "Damit ist ein Standort durch einen breit aufgestellten Mittelständler gesichert. Jetzt müssen sich alle Anstrengungen darauf richten, auch für die anderen Standorte tragfähige Lösungen für eine langfristige Fortführung zu finden."
Manroland schreibt seit Jahren rote Zahlen und hatte nach einem weiteren Auftragseinbruch Ende November Insolvenz angemeldet. Manroland leidet - wie Weltmarktführer Heidelberger Druck und die gesamte Branche - unter dem Internetboom und dem zunehmenden Preiskampf.
Quelle: dpa-AFX
Heribert von Sinnen schrieb:
am 19. Januar 2012 um 12:23:35
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Stellenabbau
Fachkräftemangel - da freuen sich doch sicher viele Unternehmen (ist nicht sarkastisch gemeint).
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Peter § schrieb:
am 19. Januar 2012 um 12:17:44
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MAN Roland
Beim Sparen hätte man schon beim kleinen anfangen sollen. Ich fuhr diese Herren bis 2007 zum Flughafen.Anstatt stündlich ein
Sammeltaxi zu bestellen mußten diese Herren ja 15-20 Minütlich als Einzelfahrten abgeholt werden statt mal 10 Minuten auf den nächsten warten zu können.So würde sparen beim kleinen beginnen.
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Pfatzolisator schrieb:
am 19. Januar 2012 um 10:22:54
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Mal sehen...
...wie lange die Offenbacher Privilegiertenversorgungsanstalt mit angeschlossener Druckmaschinenfertigung noch Staatsknete
verbrennen darf mit ihren überteuerten Sauriermaschinen die keiner mehr will .
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