23.04.2008, 17:47 Uhr | dpa-AFX/ T-Online
Immer öfter werde ganze Maschinen nachgebaut (Foto: ddp)Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer haben im vergangenen Jahr verstärkt unter Produkt- und Markenpiraterie gelitten. "Wir schätzen den Schaden auf etwa sieben Milliarden Euro", sagte der Präsident des Branchenverbands VDMA, Manfred Wittenstein auf der Hannover Messe. 2006 seien es erst fünf Milliarden Euro gewesen. Fast ein Viertel der betroffenen Unternehmen habe mehr als fünf Prozent an Umsatz verloren, berichtete Wittenstein auf Basis einer Umfrage, an der 241 Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben.
Plagiate -
China ist größter Absatzmarkt für Fälschungen
"China ist weiterhin Spitzenreiter als Herstellungsland der Plagiate", sagte der Verbandspräsident. 71 Prozent der betroffenen Firmen haben laut Umfrage die Fälscher in China ausgemacht. Das Land der aufgehenden Sonne ist gleichzeitig auch größter Absatzmarkt für die Fälschungen (46 Prozent). Nach Deutschland gelangen die Plagiate dagegen eher selten (17 Prozent).
Plagiate auch von deutschen Unternehmen
Doch auch deutsche Unternehmen kupfern ab. Nach den Chinesen sind sie sogar die eifrigsten Plagiatoren für heimische Waren. 19 Prozent der Befragten haben bereits schlechte Erfahrungen mit ihren Landsleuten gemacht. "Deswegen müssen wir immer sehr vorsichtig sein, auf andere Leute zu zeigen", sagte Wittenstein. Allerdings scheuten sich viele Unternehmen, ihre Landsleute "gnadenlos zu verfolgen". Die Kunden- und Lieferantenbeziehungen seien dafür viel zu weit verzweigt, begründete der VDMA-Präsident das Verhalten seiner Mitglieder.
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Oft werden ganze Maschinen kopiert
Zumeist kopieren die Plagiatoren nach den Ergebnissen der Umfrage ganze Maschinen. Fast ein Drittel der Unternehmen hat im vergangenen Jahr aber auch gefälschte Ersatzteile gefunden. Den Großteil der Piratenprodukte entdeckten die Firmen dabei auf Messen. Auf der Hannover Messe ist der VDMA deshalb erstmals mit eigenen Anwälten vertreten, um seinen Mitgliedsunternehmen zu helfen. Wittenstein machte jedoch deutlich, dass dies keine endgültige Lösung ist: "Das Thema wird uns auch in der Zukunft begleiten, vor allem wenn wir weiter so innovativ sind."
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Quelle: t-online.de
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