
11.11.2011, 19:31 Uhr | Spiegel Online
Erst galt er nur als Mitwisser, jetzt besteht der Verdacht, dass er selbst kräftig die Hand aufgehalten hat: Der ehemalige Media-Markt-Topmanager Michael Rook soll nach "Spiegel"-Informationen in 70 Fällen Schmiergeld angenommen haben. Das Unternehmen plant die fristlose Kündigung des Managers.
Am Anfang waren es Hinweise, dann wurde es ein handfester Verdacht: Nach Erkenntnissen der Augsburger Staatsanwaltschaft soll der suspendierte Vorstand der Elektronikkette Media-Saturn, Michael Rook, mehr als 770.000 Euro an Schmiergeld kassiert haben. Nach Informationen des "Spiegel" werfen die Ermittler Rook "gewerbsmäßige Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr in 70 Fällen" vor. Der Top-Manager war am Mittwochmorgen verhaftet worden.
Hintergrund sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die seit längerem insgesamt 19 Verdächtige im Blick hat. Bereits Mitte Oktober waren Bruno H., ein Media-Markt-Regionalleiter, dessen Frau und drei weitere Personen verhaftet worden. Nach den jetzigen Erkenntnissen der Ermittler soll Rook neben Bruno H. und dem hessischen Unternehmer Peter N. eine zentrale Rolle in dem Korruptionsnetz gespielt haben. Von 2005 bis 2010 durfte der Unternehmer mit Hilfe verschiedener Promotion-Agenturen in deutschen Media-Märkten exklusiv DSL-Verträge vertreiben. Bruno H. und Rook sollen dafür insgesamt mindestens 3,9 Millionen Euro an Schmiergeldern kassiert haben.
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Stand Rook bisher nur im Verdacht, von diesen Schmiergeldzahlungen gewusst zu haben, wird er jetzt durch die Aussagen von Bruno H. und Peter N. stark belastet. Zudem fanden die Ermittler bei einem weiteren Beschuldigten eine Schmiergeldliste, auf der das Kürzel "MR", vermeintlich für Michael Rook, auftaucht. Darüber hinaus stießen die Fahnder offenbar auf eine E-Mail, in der es um eine Bargeldzahlung von H. an Rook ging.
Rook, der als enger Vertrauter der beiden Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals und Leopold Stiefel gilt, hatte noch im Sommer gegenüber seinen Gesellschaftern erklärt, er habe sich nichts vorzuwerfen, "was eine strafrechtliche Verurteilung verursachen könnte". Sein Anwalt will derzeit zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten keine Stellung nehmen.
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Obwohl der Verdacht gegen Rook schon im Januar bekannt war, hatten die beiden Altgesellschafter damals noch die Beförderung von Rook zum Vorstand durchgesetzt - gegen den erklärten Willen des Mutterkonzerns Metro. Jetzt allerdings droht Rook die Abberufung als Vorstand und die fristlose Kündigung: "Nachdem ich am gestrigen Donnerstagnachmittag Einsicht in den Haftbefehl nehmen konnte, habe ich sofort einen Gesellschafterbeschluss in Umlauf gebracht", sagte Alt-Gesellschafter Stiefel dem "Spiegel".
"Das Ziel des Gesellschafterbeschlusses ist die Abberufung von Michael Rook und eine fristlose Kündigung." Der Beschluss liege der Metro und der Familie Kellerhals vor und warte nur noch auf die Gegenzeichnung.
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Quelle: Spiegel Online
expert...e schrieb:
am 27. November 2011 um 18:29:29
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Vorstand soll mehr als 700.000 Euro Schmiergeld kassiert haben
real gehört auch zur Metro-Gruppe...Ähm...auch Metro C+C und früher auch
noch Praktiker Baumarkt, Extra Märkte usw. ja ja, wer weiß das alles .....wo noch Schmieröl läuft....
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Hans schrieb:
am 12. November 2011 um 09:46:48
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@ Kurt
Ähm ... Metro und Saturn sind auch MediaMarkt. Das is ein und der selbe Konzern. Die spielen nur Konkurrenz für bessere Preiskontrolle.
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Hajü schrieb:
am 12. November 2011 um 08:56:22
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Geiz is geil
Dies hier ist nur die Spitze des Eisberges....
Man hat sich eben zu spät eines Anderen Besonnen. Wohl erst, als das Konzept,
das auf tönernen Füssen von Anfang an stand, einbrach. Gerichte vorführen, die Eigentumsordnung bis zum Anschlag ausnutzen. Gelinde gesagt Unseriösität - Halbwelt. Mitarbeiter knechten und ausbeuten.... Unlauterer Wettbewerb mit dem Ziel aggressiv jegliche Konkurrenz auszuschalten. Die von mir erwähnte Person - eine Schande für den Geburtsort und seinen Berufsstand.
H.
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