27.09.2011, 13:51 Uhr | t-online.de - Frank Lansky
Preisverfall bei Gold und Silber (Quelle: Reuters)
Der heftige Absturz der Edelmetalle geht weiter: Der Goldpreisrauschte zum Wochenbeginn bis auf 1532 Dollar je Unze, bevor er sich wieder um mehr als 100 Dollar erholte, um dann erneut abzutauchen. Das Hoch hatte Anfang September noch bei 1921 Dollar gelegen. Silber rutschte zum Wochenstart im Tief bis auf 26,02 Dollar ab und zog dann zwischenzeitlich wieder auf 30 Dollar an. Das Allzeithoch hatte das weiße Metall Ende April bei 49,83 Dollar markiert. Solche heftigen Preisbewegungen sind bei den Edelmetallen absolut außergewöhnlich. Verantwortlich war ein Bündel von mehreren Gründen, wie t-online.de erfuhr.
"Die Heftigkeit des Absturzes ist bemerkenswert, in der Angst wird einfach alles verkauft", urteilte Stephan Werner, Fondsmanger bei der DWS, im Gespräch mit t-online.de. Vor allem der Preis für Silber sei in den vergangenen Monaten fundamental nicht mehr zu rechtfertigen gewesen, da neue Minen erschlossen worden seien – nun sei die Silber-Blase endgültig geplatzt. "In absoluten Zahlen war dies der heftigste Absturz seit drei Jahrzehnten. Bemerkenswert", erläuterte der Fondsmanager, der rund eine Milliarde Euro verwaltet.
Die Nadeln, die die Blase zum Platzen brachten, sind laut Werner vor allem die Anhebung der Margin-Anforderungen der US-Terminbörse Comex und in Shanghai. Margin bezeichnet die Hinterlegung von Sicherheiten zur Abdeckung von Verlustrisiken bei Termingeschäften.
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Die Comex hatte vorige Woche die mit dem Eingehen einer Position fällige Margin, die so genannte Einschusspflicht für Sicherheiten, beim Handel auf Kredit mit Gold- und Silber-Kontrakten, aber auch mit Kupfer angehoben. Die Regeländerung trat mit Handelsbeginn zum Montag in Kraft. Viele Marktteilnehmer, die mit Kredit große Summen bewegen, konnten den neuen Sicherheitsleistungen nicht nachkommen. Weil sie kein frisches Bargeld nachschossen, wurden die Positionen geschlossen.
Auch die Goldbörse in Shanghai hatte zuletzt immer wieder die Einschusspflicht erhöht, zuletzt an diesem Montag für Silber. Außerdem drohten die Chinesen damit, den Silber-Handel einzustellen, wenn die Volatilität zu stark steigen sollte.
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Die Anhebung der Margins sei erstaunlich, urteilte Thorsten Proettel, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, auf Anfrage von t-online.de. Denn normalerweise hebe die Terminbörse die Sätze nur dann an, wenn die Preise steigen. Die neuen Margin-Anforderungen hätten den Abwärtstrend verstärkt, den breit aufgestellte Commodity-Fonds ausgelöst hätten.
Zuletzt habe bei allen Rohstoffen und Industriemetallen ein breiter Abverkauf eingesetzt, der auch Gold und Silber mit nach unten gezogen habe. Zurzeit gehen laut Proettel einige Investoren von einer Rezession aus. Das bedeutet, dass die Gewinne der Unternehmen und Banken sinken und die Aktien deswegen fallen. Dies belege der jüngste Ausverkauf an der Börse. Da Mischfonds nur eine bestimmte Edelmetall-Quote handeln dürfen, müssen sie ihren Anteil an Edelmetallen verringern.
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Auch der Dollar trug seinen Teil zum Ausverkauf der Metalle bei: Wegen der Ängste um die Eurozone habe mit der Operation Twist der US-Notenbank eine Flucht in den Greenback ausgelöst, der gegen fast alle Währungen aufwertete, fuhr DWS-Experte Werner fort.
Viele Anleger hatten sich von der Fed ein neues Konjunkturprogramm erhofft. Als dies ausblieb, seien die Investoren aus Aktien in US-Staatsanleihen geflüchtet. Da Rohstoffe in Dollar notiert werden, seien die Commodities für Ausländer teurer geworden, dies habe die Nachfrage nach Edelmetallen abgewürgt.
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Die aktuellen starken Schwankungen deuteten ferner darauf hin, dass sich zurzeit kurzfristig orientierte Algorythmus-Trader im Markt bewegen, fuhr LBBW-Experte Proettel fort. Dies sind Computer-Programme auf der Suche nach Trends – haben sie einen identifiziert, dann tendieren sie dazu, ihn zu verstärken.#
Meist werden diese Handelsroboter von Hedge Fonds eingesetzt, kommentierte Proettel. Offensichtlich hätten diese Algo-Trader ihre Verkäufe verstärkt, als wichtige Stopp-Loss-Marken gebrochen wurden. Von Privatpersonen habe er jedenfalls keinerlei Verkaufswellen festgestellt, urteilte Proettel weiter.
Interessierten Kleinanlegern riet der Experte, nun noch mindestens einen Tag mit Käufen abzuwarten. Denn große Fonds reagierten bei Verkäufen nicht auf die Tagesschwankungen, sondern auf den Schlusskurs. Möglicherweise könnte es somit nach dem Abwärtslauf vom Montag neue Verkäufe geben. Generell sieht Proettel nun wieder Nachholbedarf bei Gold.
Auch DWS-Fondsmanager Werner zeigte sich beim gelben Metall optimistischer: Noch halte der langfristige Aufwärtstrend. Auch laufe nun die Hochzeitssaison in Indien an – und wegen des Gold-Absturzes dürfte die Nachfrage steigen. Silber könne nun durchaus bis 20 Dollar fallen, wahrscheinlich mit einer kleinen Zwischenrally bei 30 Dollar je Unze. Das weiße Metall sei eben auch ein Industriemetall, das bei Rezessionsängsten stark korrigiere.
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Quelle: t-online.de
Kostolaniy schrieb:
am 26. September 2011 um 21:22:23
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Aktien Gold Teufel
Wer gedacht hat in solchen Zeiten Kohle mit Gold zu scheffeln der wird noch sehr sehr enttäuscht werden. Das ist erst der
Anfang bis zum Preis von 500USD je Unze Gold........Preise von Gold und Silber beruhen auf Fantasievorstellungen
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Schadie schrieb:
am 26. September 2011 um 21:14:05
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Gold
Doch alles eine klare Sache. Nachdem die Bürger durch überzogene Steuern und die Misswirtschaft der Banken abgezockt wurden, muß man
auch die noch abgreifen, die durch die Flucht in Gold und Silber versucht haben ihr gespartes in Sicherheit zu bringen. Nur gut, dass die Superreichen nicht einen Scheißtag länger auf dieser Erde, mit ihren ergaunerten Moneten kaufen können.
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Roland schrieb:
am 26. September 2011 um 21:13:35
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Gold
Leute, es ist schon wieder der Speculant! Er lässt den Preis Purzeln, und danach kauft er wieder auf!
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