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Ackermann warnt vor weiteren Störfällen im Finanzsystem
03.12.2009, 18:38 Uhr | AFP, dpa-AFX, mash
Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank (Foto: imago)Deutschlands Top-Banker haben auf dem Konjunkturgipfel im Kanzleramt vor weiteren Störfällen im Finanzsystem gewarnt. Der Dubai-Absturz könnte nur Auftakt für ein neues Banken -und Börsenbeben sein, so Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Ähnliche Gefahren sieht Bundesbank-Präsident Axel Weber. Generell sei verfrühte Euphorie fehl am Platz. Es gebe neben der aktuellen Krise in Dubai noch einige Brennpunkte, die eine Erholung der Weltwirtschaft gefährdeten. Mit steigender Arbeitslosigkeit in Deutschland würden die Menschen auch weniger Geld ausgeben. Das schwäche die Wirtschaft.
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Kleinere Länder als tickende Zeitbomben
Es könne noch zu weiteren Erschütterungen der weltweiten Finanzmärkte kommen. Es gebe neben der Dubai-Krise und den bereits bekannten Finanzproblemen in Griechenland "noch einige Zeitbomben". Es gehe vor allem um kleinere Länder, deren Finanzprobleme aber durchaus noch zu Erschütterungen führen könnten. Auch die Immobilienkrise in den USA sei noch nicht gelöst.
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Im Mittelpunkt des Treffens stand aber die drohende Kreditklemme in Deutschland. Hier erntete Ackermann viel Lob. Ackermann schlug erstmals die Schaffung eines Kreditfonds der Finanzwirtschaft vor. Bei dem Ackermann-Vorschlag geht es nicht um Kredite. Aus dem Mittelstandsfonds, an dem sich Privatbanken, Versicherungen oder die Sparkassen beteiligen könnten, sollen Unternehmen Finanzspritzen für ihr Eigenkapital bekommen. Dadurch bekämen sie bessere Noten von den Ratingagenturen und erhielten günstiger Kredite.
Kein Volumen festgelegt
Die Gespräche über die angebotenen Fonds sollten in den kommenden Wochen vertieft und "entscheidungsreif vorbereitet" werden. Schäuble erklärte, Ackermann habe keine Größenordnung für den von ihm geplanten Mittelstandsfonds genannt. Der Staat werde dabei eine Mediatorenrolle übernehmen.
Regierung zeigt sich zufrieden
"Der Grundgedanke von Ackermann ist, das Problem an der Wurzel zu packen", sagten Teilnehmer des Konjunkturgipfels der dpa. Ackermann habe bei Bedarf auch mehr Geld für den Fonds in Aussicht gestellt. In Regierungskreisen wurde der Deutsche-Bank-Chef, der wegen seines forschen Auftretens in der Finanzkrise in Berlin für Unmut sorgte, für seine "sehr konstruktive Haltung" beim Gipfel gelobt.
Weitere Pläne von anderen Banken
Commerzbank und
Sparkassen planen ebenfalls Maßnahmen zur besseren Kreditversorgung. So will die Commerzbank mehr Kredite an den Mittelstand vergeben. Ab Januar soll das Kreditangebot für Firmen, die zwischen 2,5 und 500 Millionen Euro Umsatz machen, um fünf Milliarden Euro erhöht werden. Der Staat hatte in der Krise Deutschlands zweitgrößte Bank gerettet und ist mit 25 Prozent beteiligt. Die Sparkassen wollen einen Fonds gründen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sagte, die Sparkassen sollten fünf bis zehn Milliarden Euro überschüssiges Kapital einzahlen. Daraus sollen Sparkassen und Landesbanken Darlehen an Mittelständler vergeben. Auch die Volksbanken wollen Geld bereitstellen.
DIHK: Wirtschaft ist nicht über den Berg
Nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, ist das Land bei Arbeitsmarkt und Konjunktur noch nicht über den Berg. "Umso wichtiger ist die Sicherstellung der Finanzierung gerade der mittelständischen Wirtschaft. Das Angebot der Banken, speziell für diese Zielgruppe einen Fonds aufzulegen, wird von uns sehr unterstützt."
Regierung hilft mit Milliarden
Auch die Bundesregierung will helfen, die Kreditversorgung der Unternehmen zu verbessern. So wird der Bund die schon länger angekündigten Bürgschaften anbieten, um Kreditversicherungen für Zulieferer zu stützen. "Das ist durchverhandelt und wird kommen", hieß es in Regierungskreisen. Dafür sollen bis zu 7,5 Milliarden Euro aus dem Deutschlandfonds kommen. Kreditversicherer sichern Lieferanten ab und springen ein, wenn Kunden Ware nicht bezahlen. Wegen der steigenden Zahl von Pleiten weigern sich Kreditversicherer, Lieferungen an schwächelnde Firmen abzusichern.
KfW ebenfalls mit dabei
Grünes Licht gibt es auch für "Globaldarlehen" der staatlichen KfW an Hausbanken, die dann Firmen mit Finanzmitteln versorgen. Für die Darlehen gibt es bis zu 10 Milliarden Euro. Für die Kredithilfen nimmt der Staat keine zusätzlichen Milliarden in die Hand. Das Geld stammt aus dem Deutschlandfonds für notleidende Firmen, der beim Konjunkturpaket II mit 115 Milliarden Euro gefüllt worden war.
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Quelle: dpa
, t-online.de
, dpa-AFX
, AFP