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Merck KGaA sieht Erholung im Chemie-Geschäft

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Merck meldet Ergebnis unter Vorjahr

26.10.2009, 10:37 Uhr | dpa-AFX, sky

Firmensitz von Merck in Darmstadt (Foto: imago) (Quelle: imago)Firmensitz von Merck in Darmstadt (Foto: imago)Beim Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat sich im dritten Quartal die bereits zum Halbjahr abzeichnende Erholung im Chemiegeschäft weiter fortgesetzt. "Die Zahlen des dritten Quartals zeigen eine Verbesserung zum ersten Halbjahr 2009. Sogar in unserem Chemiegeschäft, das deutlich durch die Wirtschaftskrise beeinträchtigt war, sehen wir einen klaren Erholungstrend", sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung des DAX-Konzerns, bei Vorlage der Bilanz für die ersten neun Monate. Merck meldete eine gestiegene Nachfrage nach seinen Kernmedikamenten und eine Erholung bei den lukrativen Flüssigkristallen. Dennoch verbuchte der Konzern im dritten Jahresviertel wie erwartet einen weiteren Ergebnisrückgang. Die Aktie startete mit einem leichten Verlust.

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Merck muss schrumpfende Gewinne hinnehmen

Das operative Ergebnis sank um 28,2 Prozent auf 222,2 Millionen Euro. Damit traf Merck fast genau die Erwartungen der Analysten, die mit einem Rückgang auf 229 Millionen Euro gerechnet hatten. Wie bereits im zweiten Quartal waren vor allem höhere Marketing- und Vertriebskosten für die Einführung neuer Medikamente für den Rückgang verantwortlich. Unter dem Strich wies Merck einen Gewinnrückgang auf 148,1 Millionen Euro (Vorjahr: 202,4 Millionen) aus. Der Umsatz stagnierte mit 1,9 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau.

Merck bekräftigt Prognose

Konzernchef Kley gab sich zuversichtlich und sah deutliche Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft von der Krise erholt: "Wir können nun mit Zuversicht sagen, dass Merck liefern wird, was wir zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres versprochen haben." Der Umsatz für die Gruppe soll mit zwei Prozent am unteren Ende der im Juli genannten Spanne von null bis plus fünf Prozent zulegen.

Wachstum bei Blockbuster-Medikamenten

Für die größte Sparte Merck Serono, die mit den beiden wichtigsten Medikamenten Rebif (Multiple Sklerose) und dem Krebsmittel Erbitux fast 70 Prozent zu den Gesamterlösen der Merck-Gruppe beisteuert, stellte der Konzern ein Erlöswachstum von sechs Prozent in Aussicht. Im Juli hatte der Konzern für Serono ein Wachstum von sechs bis neun Prozent angepeilt. Einen Ausblick auf 2010 gab Kley zum derzeitigen Zeitpunkt nicht. Während Rebif um 13 Prozent auf 381 Millionen Euro zulegte, verbuchte Erbitux ein Wachstum von 33 Prozent auf 177 Millionen Euro, womit beide die durchschnittlichen Markterwartungen trafen.

Hoffen auf ein Ende der Talsohle bei Elektronik

Im Geschäft mit Flüssigkristallen übertraf Merck mit Erlösen von 211 Millionen Euro im Quartal erstmals seit einem Jahr wieder die 200-Millionen-Euro-Marke. Allerdings liegen die Erlöse noch zwölf Prozent unter dem Vorjahresquartal. Merck hatte bei den lukrativen Flüssigkristallen (Liquid Crystals) im November 2008 einen massiven Einbruch erlitten, weil die TV-Hersteller wegen der weltweiten Finanzkrise nicht mehr geordert und erst die Lager abgebaut hatten. Dieser Lagerabbau scheint nun beendet. Flüssigkristalle werden in Flachbildschirmen, Handys und Notebooks eingesetzt. Die schwache Nachfrage im Chemiegeschäft hatte den Merck-Gewinn bereits in den beiden Vorquartalen einbrechen lassen.

Gemischte Gefühle bei den Börsianern

Während der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht enttäuscht habe, seien der Reingewinn und der Gewinn je Aktie etwas besser ausgefallen als gedacht, betonte ein Händler. Der Umsatz habe die Markterwartungen getroffen. Unterschiedlich wurde die Entwicklung der Flüssigkristallsparte (LCD) gewertet. So hob ein Börsianer den dortigen Margenrückgang negativ hervor, ein anderer betonte jedoch, dass der Ausblick für die Sparte leicht angehoben sei.

Operativ besser als erhofft

Laut Analyst Markus Mayer von der Unicredit sind ferner die Kosten für Forschung und Entwicklung weiterhin sehr hoch, während sich die Blockbuster der Pharmasparte besser als erwartet entwickelt hätten. Auch der hohe, frei verfügbare Cash Flow sei eine positive Überraschung. Der Experte hielt an seiner "Buy"-Einschätzung für die Merck-Papiere mit einem Kursziel von 80,00 Euro fest. Auch Analyst Daniel Wendorff von der Commerzbank votiert weiterhin mit "Add". Sein Kursziel für die Merck-Anteilsscheine liegt jedoch etwas niedriger bei 73,00 Euro. Trotz einer Rückstellung für Währungstransaktionen sei das Ergebnis im operativen Kerngeschäft besser als gedacht ausgefallen.


Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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