21.07.2011, 13:16 Uhr | AFP
Die Metalldiebe werden immer dreister, wie ein Beispiel aus Hamburg zeigt: Durch das Kabel, das die Oberleitung der Hamburger Güterumgehungsbahn versorgt, fließt Strom mit einer Spannung von 15.000 Volt. Aber das war den Dieben egal - oder nicht bekannt. Als sie die armdicke Kupferleitung Ende Juni nachts mit einer handelsüblichen Bügelsäge zerteilen wollten, schlug die Spannung nach Erkenntnissen der Bundespolizei über. Am Tatort zurück blieb später nur die von der Hitze schwarz verfärbte, schwer beschädigte Säge. Von dem wahrscheinlich lebensgefährlich verletzten Benutzer fehlte jede Spur. Bis heute ist unklar, ob er den Diebstahlversuch überlebte.
Hohe Marktpreise machen Metalle sehr attraktiv
Der Vorfall an einem Bahndamm im Hamburger Stadtteil Rothenburgsort ist ein besonders tragisches Beispiel für den um sich greifenden Metalldiebstahl in Deutschland. Die hohen Weltmarktpreise für Buntmetalle, vor allem Kupfer, verleiten Kriminelle dazu, in teils abenteuerlichen Aktionen Kabel, Rohre und Regenrinnen zu stehlen. Besonders betroffen ist die Deutsche Bahn mit ihren Oberleitungen, Signalanlagen und Schienen. 2700 Diebstahlsfälle zählte die Bundespolizei 2010 bei ihr, 50 Prozent mehr als im Jahr davor. Auf zehn Millionen Euro beziffert die Deutsche Bahn den Schaden. Auch dieses Jahr sieht es nicht besser aus. Erst am Montag legten Metalldiebe die Bahnstrecke zwischen Hannover und Bremen lahm, weil sie Teile der Oberleitung abmontierten.
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"Der Diebstahl von Eisen- und Buntmetallen ist abhängig von den Weltmarktpreisen für Rohstoffe", erläutert Jens Schobranski, Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam. Der weltweite Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre hat die Nachfrage nach Rohstoffen stark steigen lassen - und damit den Erlös. Kostete eine Tonne Kupfer auf dem Weltmarkt Anfang 2009 etwa 2100 Euro, verdreifachte sich der Preis im Laufe des Jahres 2010 auf weit mehr als 6000 Euro. Entsprechend mehr zahlen auch Schrotthändler und Recyclinghöfe. Bei den Dieben handle es sich sowohl um Einzeltäter, die nahe ihres Wohnorts zuschlügen, als auch um "gut organisiert agierende Diebesbanden", sagt Schobranski. Nach Angaben der Bahn, deren Konzernsicherheitsabteilung sich eingehend mit dem Thema befasst, wird die Beute oft nach Osteuropa verkauft.
Das Problem betrifft indes nicht nur die Bahn. In vielen Bundesländern schlagen Metalldiebe verstärkt auch in Städten und Dörfern zu. In Brandenburg etwa stieg die Zahl der registrierten Taten dem Landeskriminalamt zufolge 2010 im Vergleich zum Vorjahr um fast 50 Prozent auf 1110, wobei ein Schaden von 4,42 Millionen Euro entstand. Vor allem auf Baustellen und Firmen hätten es die Täter abgesehen, aber selbst Friedhöfe und Kirchen seien betroffen gewesen.
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In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Fälle zwar viel geringer, die Schäden beliefen sich 2010 nach Angaben des Landeskriminalamts auf 130.000 Euro. Aber auch dort ist der gleiche Trend zu spüren wie woanders auch. "Gefühlt" nehme die Zahl der Metalldiebstähle wegen der nach wie vor hohen Weltmarktpreise 2011 weiter zu, sagt LKA-Sprecher Uwe Keller. Offizielle Zahlen gibt es noch nicht. Dafür aber jede Menge kuriose Fälle: Die Polizei in Ratzeburg schnappte jüngst drei Männer, die etwa 590 Supermarkt-Einkaufswagen geklaut und zu Geld gemacht hatten.
Die Bahn als Hauptbetroffene setzt inzwischen auf neue Wege, um das Problem in den Griff zu bekommen. Ihre Kabel und Schienen werden nun mit einer versteckten Zahlenkombination versehen, die nur unter einem Speziallicht zu entdecken ist, wie Konzernsicherheitschef Gerd Neubeck jüngst erklärte. Das soll die Fahndung nach Diebesgut erleichtern. "Wir haben ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, um den Kriminellen die Arbeit schwieriger zu machen", sagt Neubeck. Denn längst geht es beim Metalldiebstahl nicht mehr nur um die Materialschäden: 8000 Züge waren laut Bahn im vergangenen Jahr verspätet oder fielen aus, weil Strecken wegen geklauter Kabel oder Schienen zeitweise unbenutzbar waren.
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Quelle: AFP
WachtamRheinbeiRhöndorf schrieb:
am 21. Juli 2011 um 16:18:22
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organisiertes Ostpack
Hoffentlich hat es ihn zerissen. Die Bundespolizei (BGS) sollte mit Nachtsichtgerät und MP lauern. Und erst hinterher fragen.
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Werni schrieb:
am 21. Juli 2011 um 13:47:38
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Verrückte ??
die sind nicht verrückt, die haben nur nichts zu verlieren !
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Malermeister schrieb:
am 21. Juli 2011 um 12:14:26
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Baustelle
erst letzte Woche wurde kilometer lange Starkstrom kabel kleingeschnitten und von der Baustelle abtransportiert. Selbst vor
Kabeltrommeln hinter verschloßenen Bautüren(aufgebrochen)haben diese Verrückten kein Halt gemacht, einfach abgewickelt und abgeschnitten und weg.
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