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Miete frisst mehr als ein Drittel des Einkommens

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Miete frisst mehr als ein Drittel des Einkommens

06.12.2008, 09:48 Uhr | lgs/mash

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wohnt zur Miete (Foto: imago) Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland wohnt zur Miete (Foto: imago)Die Mieter in Deutschland müssen im Schnitt mehr als ein Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens für Miete und Betriebskosten aufwenden. Das geht aus einer Marktstudie des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) in Berlin hervor. Für die Untersuchung wurden die Daten von 100 deutschen Städten ausgewertet. Demnach liegt der Anteil für die Wohnungsausgaben unter dem Strich bei 35 Prozent.

Viele Studenten, hohe Belastung

Besonders hoch ist der Anteil für die Wohnungsausgaben in Städten mit vielen Niedrigverdienern. Dazu zählen laut dem IVD Empfänger von Arbeitslosengeld und anderen Transferleistungen, aber auch Studenten. So müssten Bewohner von Freiburg, einer als vermögend geltenden Stadt, im Schnitt für eine 75 Quadratmeter große Wohnung mit mittlerem Wohnwert rund 44 Prozent des Einkommens ausgeben - der höchste Wert von allen. Denn Freiburg ist auch eine Studentenstadt, und das drücke das durchschnittlich verfügbare Netto-Einkommen unter 1700 Euro.


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Gütersloh mit niedrigster Mietbelastung

Auf hohe Kosten kommen den Angaben zufolge auch Berlin, Hamburg, München und Frankfurt am Main mit je etwas mehr als 40 Prozent. In Köln müssen die Mieter eine Belastung von rund 42,5 Prozent schultern, in Stuttgart liegt sie mit 43,4 Prozent noch etwas höher. Einen Wert unter 30 Prozent hat der IVD unter anderem für Flensburg, Zwickau, Worms, Salzgitter, Gelsenkirchen, Herne, Leverkusen, Lüdenscheid und Paderborn errechnet. Die niedrigste Mietbelastung in Deutschland weist der Statistik zufolge Gütersloh aus. Hier zahlen die Einwohner im Schnitt weniger als ein Viertel (24,9 Prozent) ihres Haushaltsnettoeinkommens für Miete und Betriebskosten.



Belastung drastisch gestiegen

"Die Zahlen sind nicht so zu verstehen, dass alle Haushalte in einer Stadt eine solch hohe Mietbelastung haben", stellt Jürgen Schick, Pressesprecher des IVD klar. Je nach Einkommen wohne die Bevölkerung einer Stadt auch in Wohnungen mit unterschiedlich hohen Mietsätzen. "Eines haben aber alle Einkommensgruppen gemeinsam: Die Belastung mit den in den letzten Jahren drastisch gestiegen Betriebskosten trifft alle gleichermaßen. Hier ist kein Ausweichen auf günstigere Wohnungen möglich." In der Berechnung haben die Analysten einen allgemeinen Satz von 2,20 Euro pro Quadratmeter als Durchschnittswert hinterlegt. Damit bleiben sie 42 Cent unter dem vom Deutschen Mieterbund geschätzten Satz von 2,62 Euro.

Zweite Miete bleibt Kostentreiber

Wie es in dem Bericht weiter heißt, sind die Netto-Kalt-Mieten häufig unterhalb der Inflationsrate gestiegen, während die sogenannte "zweite Miete" Steigerungsraten deutlich oberhalb der Inflation hat. Die Heizkosten sind der größte Preistreiber bei den Betriebskosten. Die größte Preissteigerung findet bei den fossilen Brennstoffen statt. Allein die Heizkosten sind zuletzt um durchschnittlich 38 Prozent gestiegen. Nach den vielfachen Steigerungen im laufenden Jahr drehen viele Versorger zu Jahresbeginn erneut an der Preisschraube. Die Heizkosten machen mit bis zu 40 Prozent den größten Teil der Betriebskosten aus. Die Tendenz ist aktuell weiter steigend. Der zweitgrößte Kostenblock bei den Betriebskosten ist das Wasser. Frischwasser und Abwasser machen über 20 Prozent der Betriebskosten aus. Die Preise sind regional sehr unterschiedlich.


lgs/mash  

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