
03.06.2011, 13:16 Uhr | Financial Times Deutschland
Begehrte Objekte: Vermietete Mehrfamilienhäuser (Foto: imago) (Quelle: imago)
Investoren sind bundesweit auf der Jagd nach Wohn- und Geschäftshäusern, die sie vermieten können. In Berlin, Hamburg, Düsseldorf und München ziehen die Preise bereits kräftig an. Doch es gibt noch Objekte, die eine Geldanlage wert sind.
Düsseldorf, Ortsteil Pempelfort. Immobilienmakler nennen das Viertel "durchschnittlich". Das Haus ist es auch: ein 60er-Jahre-Bau, Rotklinkerfassade, kleiner Garten, 450 Quadratmeter, fünf Wohnungen. Der Preis ist es nicht: Für 950.000 Euro ging das Objekt im Frühjahr von einer Erbengemeinschaft an einen Architekten. Ein Spitzenwert. Selbst beim Maklerhaus Aengevelt, das den Deal begleitete, war man überrascht. Oliver Lederer, stellvertretender Leiter Investment, spricht von einem Preis, der "noch vor zwei Jahren nicht vorstellbar gewesen wäre".
Heute, so schätzt er, würde die Pempelfort-Immobilie sogar noch mehr bringen. Die Preise für Mehrfamilienhäuser seien stark gestiegen und hätten ein hohes Niveau erreicht. "Die Nachfrage ist groß, das Angebot verhältnismäßig klein." Und das nicht nur in Düsseldorf.
Kapitalanleger sind in ganz Deutschland auf der Suche nach Mietshäusern, im Fachjargon Zinshäuser genannt. Nach dem Run auf Eigenheime ist die lange als renditeschwach und langweilig abgekanzelte Mietimmobilie der neue Megaseller der Branche. Kaufwelle, Teil zwei.
Kalkulierbare Einnahmen, geringere Renditeschwankungen als am Aktien- oder Rohstoffmarkt, steuerfreie Gewinne bei Verkauf nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist - viele Argumente sprechen für Zinshäuser. Der Markt boomt. 2009 wurden deutschlandweit Objekte im Wert von 8,5 Milliarden Euro umgesetzt, der Großteil (70 Prozent) in Städten mit mehr als 550.000 Einwohnern. Allen voran in Berlin, gefolgt von Hamburg und München, so der Immobilienverband Deutschland (IVD). 2010 dürfte noch besser gelaufen sein.
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André Adami, Projektleiter Wohnen bei Bulwien Gesa, macht bei Privatanlegern eine "besonders ausgeprägte Angst vor Inflation aus, die sie dazu bringe, "immer höhere Summen zu zahlen". Hauptsache, Vermögenssicherung. Dass inzwischen auch institutionelle Investoren, geschlossene Fonds und Spezialanlagevehikel ins Geschäft eingestiegen sind und den Markt nach lohnenden Objekten abgrasen, treibt die Preise zusätzlich nach oben. Laut einer Umfrage von Ernst & Young Real Estate steht das Zinshaus sogar ganz oben auf der Liste dieser Anleger.
Die Krux: Mit steigenden Preisen schwinden die Renditen. In den Toplagen werden bereits derart hohe Kaufsummen aufgerufen, dass sich ein Einstieg kaum rechnet. Andererseits gilt: je schlechter die Lage, desto höher das Risiko. Eine Gratwanderung. Die exklusive Studie des Immobiliendienstleisters CB Richard Ellis, kurz CBRE, zeigt, wo ein Kauf noch sinnvoll ist.
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Quelle: Financial Times Deutschland
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