28.09.2007, 13:21 Uhr | Spiegel Online, 27.09.07
Schock für Millionen Bürger: Nach Jahren der Stagnation steigen wieder die Mieten. Besonders teuer ist das Leben im Süden Deutschlands - Münchner müssen für ihre Wohnung 62 Prozent mehr zahlen als der Bundesdurchschnitt:
Städte-Vergleich - Mieten in Deutschland
Schluss mit stabilen Mieten
Jahrelang sind die Mieten einigermaßen stabil geblieben. Doch damit ist jetzt Schluss: In diesem Jahr kostet eine 65 Quadratmeter große Wohnung durchschnittlich 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Mietspiegelindex 2007 des Forschungsunternehmens F+B hervor. Je nach Region fällt das Plus sogar noch höher aus. So haben sich die Mieten in Bayern und Baden-Württemberg um satte 3,6 Prozent erhöht. F+ B untersucht jedes Jahr die Mietspiegel in allen deutschen Städten ab 20.000 Einwohnern. Demnach beträgt die Durchschnittsmiete für eine 65-Quadratmeter-Wohnung in Deutschland 5,81 Euro pro Quadratmeter.
Große Unterschiede zwischen den Regionen
Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen. Während die Mieten in Norddeutschland etwa dem Bundesdurchschnitt entsprechen, müssen die Bürger im Süden sowie in der Mitte (Rheinland-Pfalz und Hessen) deutlich mehr für ihre Wohnung zahlen. Leicht unterdurchschnittlich ist das Niveau in Nordrhein-Westfalen, deutlich niedriger sind die Mieten in Ostdeutschland.
Münchener Immobilienpreise an der Spitze
Besonders hoch sind sie in München. Hier zahlen die Bürger 9,41 Euro pro Quadratmeter und damit 62 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt. Teuer sind außerdem Hamburg und Stuttgart sowie die Städte im Rhein-Main-Gebiet wie Frankfurt und Wiesbaden. Günstig ist dagegen das Wohnen in Berlin. Im Westteil der Stadt liegt das Mietniveau vier Prozent und im Ostteil sogar elf Prozent unter dem deutschen Mittelwert. Durchschnittlich zahlen die Berliner nur 5,58 Euro pro Quadratmeter. Das heißt: Das Wohnen in München ist um 70 Prozent teurer als in der Hauptstadt.
Anhaltendes "Ost-West-Gefälle"
In ostdeutschen Städten sind die Mieten insgesamt moderat. Keine Stadt in der Ex-DDR ist unter den Top 30 vertreten. F+B spricht von einem "anhaltenden West-Ost-Gefälle". Dabei unterscheidet sich auch die Nachfrage nach verschiedenen Wohnungstypen. In Westdeutschland gilt im Allgemeinen die Regel: Je jünger die Wohnung, desto höher die Miete. In Ostdeutschland sind Altbauten dagegen teurer als Wohnungen aus DDR-Zeiten. Erst die Wohnungen aus der Nachwendezeit kosten wieder mehr.
Spiegel Online, 27.09.07
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