OPEC-Öl soll vorerst weiter wie bisher fließen (Quelle: imago)Die Organisation erdölexportierender Länder verzichtet angesichts der Weltrezession vorläufig auf eine weitere Senkung ihrer Förderquoten. Allerdings sagte sie der Überproduktion mancher Mitglieder den Kampf an. Wie OPEC-Sprecher Omar Ibrahim nach einer sechsstündigen Konferenz der OPEC-Ölminister bekanntgab, will das OPEC-Sekretariat zunächst abwarten, wie sich die bisherigen Quotensenkungen um insgesamt 4,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) auf den Ölpreis auswirken. Daraufhin fielen die Ölpreiseam Montag kräftig.
Marktbeobachter hatten mit einer weiteren Kürzung der Fördermenge gerechnet. Ursprünglich hatten sich mehrere OPEC-Staaten für eine weitere Quotenkürzung um bis zu eine Million Barrel am Tag ausgesprochen, um ein weiteres Absinken des Ölpreises zu verhindern. Vor allem Saudi-Arabien hatte sich aus Furcht vor den Folgen für die Weltwirtschaft aber dagegen ausgesprochen.
Streit um Einhaltung der Förderquoten
Nach Angaben der OPEC haben die zwölf Mitgliedsländer die verordneten Quotensenkungen bereits zu knapp 80 Prozent eingehalten. Allerdings will die Organisation sicherstellen, dass die Überproduktion in einigen Mitgliedsländern eingestellt wird. Denn nicht alle OPEC-Mitglieder halten sich an die vereinbarten Förderkürzungen. Sie wollen schlicht mehr Geld aus dem geförderten Öl einnehmen. Diese Disziplinlosigkeit will die OPEC jetzt abstellen.
Ölpreise geben nach Entscheidung nach
In den Tagen vor der Konferenz lag der Preis für OPEC-Öl bei rund 42 Dollar. Am Montag fiel ein Barrel der US-Referenzsorte WTI zur Auslieferung im April auf 44,39 US-Dollar - das sind 1,86 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im April fiel um 1,92 Dollar auf 43,01 Dollar.
Einnahmen der Ölförderer sinken
Seit dem vergangenen Sommer sind die Rekordpreise für Rohöl auf den internationalen Rohstoffmärkten von damals fast 150 Dollar pro Barrel um über 100 Dollar auf derzeit rund 46 Dollar abgestürzt. Dadurch sanken die Einnahmen der großen Ölförderländer drastisch. Durch Fördersenkungen versuchten sie, einen weiteren Preisabfall zu stoppen. Und die OPEC fühlt sich in ihrer Strategie bestätigt. Durch die bisherige Politik habe man eine Stabilisierung der Ölpreise erreicht "und die Marktrisiken reduziert", so OPEC-Sprecher Omar Ibrahim. Nach Einschätzung von OPEC-Analysten wird der Weltbedarf an Öl in diesem Jahr im Vergleich zu 2008 wegen der Wirtschaftskrise um mehr als eine Million Barrel pro Tag sinken.
Ziel ist Ölpreis von bis zu 70 Dollar
OPEC-Sprecher bezweifelten nach dem Treffen, dass das Kartell den angestrebten Ölpreis von 60 bis 70 Dollar pro Barrel bis zum Jahresende erreichen werde. "Wir fürchten, dass sich die Weltwirtschaft in der schwersten Krise befindet", sagte OPEC-Generalsekretär Abdullah al Badri. "Dies wird das bisher schwerste Jahr für die Weltwirtschaft". Zwar habe die OPEC ihr Preisziel nicht aufgegeben. "Wir werden alles tun, um dies zu erreichen, aber es wird schwierig."