Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Mini-Getränkefirmen: Mit Indie-Brause gegen Coca-Colas Allmacht

...

Mit Indie-Brause gegen Coca-Colas Allmacht

21.12.2010, 10:18 Uhr | Spiegel-Online, Ole Reißmann

Kleine Getränkefirmen wollen Cola und Co. Konkurrenz machen. (Foto: Spiegel Online, Montage TOI)

Kleine Getränkefirmen wollen Cola und Co. Konkurrenz machen. (Foto: Spiegel Online, Montage TOI)

Flora Power, Cola Rebell oder Kalte Muschi: In Deutschland entstehen immer mehr neue Getränkemarken, die Coca-Cola und Co. Kunden abjagen sollen. Dahinter stecken meist Mini-Firmen, die ihre Limonaden selbst kreieren und in Szenekneipen anbieten - am Markt behaupten sich nur wenige.

Coca-Cola lauert überall

An der Tankstelle, im Supermarkt, abends in der Kneipe: Überall lauert Coca-Cola, ganz Deutschland scheint vereint in seiner Vorliebe für das Getränk mit dem rot-weißen Logo. Selbst wer nicht zur braunen Brause greift, landet früher oder später bei dem Giga-Konzern - insgesamt 22 Marken gehören zu dem Unternehmen. In Deutschland verkauft Coca-Cola rund dreieinhalb Milliarden Liter Erfrischungsgetränke pro Jahr. Das Geschäftskonzept: massenkompatible Einheitsware.

Immer mehr Mini-Firmen stellen eigene Limonade her

Doch in jüngster Zeit entstehen massenhaft kleine Konkurrenten, die den Allmachtsanspruch des US-Konzerns in Frage stellen. Überall im Land gründen junge Unternehmer Mini-Betriebe mit einer Handvoll Mitarbeiter, die ihre eigene Limonade herstellen. Marken wie Flora Power oder Premium Cola versprechen einen ganz speziellen Geschmack - und besetzen so Nischen, die für Riesenfirmen mit Milliardenumsätzen nicht profitabel genug sind. Der wichtigste Absatzmarkt der Newcomer: Szenekneipen in Großstädten.

100.000 Flaschen Flora Power

Hans-Werner Grimm steht im vollgepackten Keller seines kleinen Getränkeladens in Hamburg-Altona. Von hier aus organisiert er die Produktion von Flora Power, einer leicht herben Brause aus Tee-Extrakt, Zucker und Wasser. Die 0,3-Liter-Flaschen mit der koffeinhaltigen Brause gibt es in Clubs in Hamburg, Berlin und Hannover. Rund 100.000 Flaschen wird Grimm dieses Jahr verkaufen, eine Kleinstmenge von rund 330 Hektolitern. Coca-Cola verkauft mehr als das Zehnfache. Pro Stunde.

Noch kein Gewinn

Obwohl Flora Power schon fünf Jahre am Markt ist, wirft die Produktion noch keinen Gewinn ab. "Uns geht es nicht nur um Rendite, aber da sind wir dran", sagt Grimm. Bisher kommt das nötige Geld eben aus dem Betrieb des Getränkeladens. Wann immer es die Arbeit im Laden zulässt, packt Grimms Geschäftspartner Ludger Walterbusch ein paar Kisten Flora Power in den VW-Bulli und fährt los, neue Kunden werben.

Große Investitionen oder kleines Liebhaberprodukt?

Den Grundstoff für ihre Limonade mischt ihnen ein pensionierter Laborleiter aus der Branche zusammen, der noch keine Lust auf Ruhestand hat. Die Bestandteile kaufen sie weltweit ein. "Bei den kleinen Mengen keine leichte Aufgabe", sagt Grimm. Ein Hersteller, der sonst Abnehmer aus der Industrie hat, versorgt sie bisweilen mit kostenlosen Produktmustern. In Süddeutschland wird der Grundstoff anschließend mit Wasser gemischt und in Flaschen gefüllt. "Dort gibt es noch viele kleine Brauereien, die unsere Mini-Bestellung in ein paar Stunden fertig machen", sagt Grimm. Für größere Betriebe lohnen sich derart kleine Aufträge schlicht nicht.

Um mehr Limonade herzustellen und große Getränkehändler und Supermärkte zu beliefern, müssten Grimm und Walterbusch die Produktion hochfahren. Das hieße, massenweise leere Flaschen einzukaufen, am besten im Winter, weil die im Sommer knapp werden. Die Flaschen müssten erst gelagert, dann befüllt und ausgeliefert werden, eine logistische Herausforderung. Bevor auch nur eine Flaschen Flora Power mehr verkauft wäre, müssten sie eine ganze Menge Geld investieren.

"Wir machen lieber ein sympathisches Produkt"

Darauf verzichten sie lieber, Massenware muss für die beiden Getränkehändler nicht sein. "Wir machen lieber ein sympathisches Produkt", sagt Grimm. Er und sein Kompagnon wollen den Überblick über jeden Produktionsschritt behalten, ihre kleine Brause behutsam wachsen lassen und langfristige, gute Beziehungen zu Lieferanten und Abnehmern aufbauen.

Zu harter Wettbewerb

Flora Power steht beispielhaft für einen Trend. Dutzende Getränke-Neuentwicklungen kommen in Deutschland Jahr für Jahr auf den Markt. Der letzte Schrei: sogenannte Near-Water-Produkte, sparsam aromatisierte Mineralwässer. Allerdings verschwinden viele Unternehmen schon nach kurzer Zeit wieder, der Wettbewerb ist einfach zu hart.

fritz-kola hat es geschafft

Oft scheitern die Hersteller von Independent-Brausen am Preis, den die Zwischenhändler verlangen, um das Produkt überhaupt ins Sortiment aufzunehmen. Aus eigener Kraft, ohne großen Konzern im Rücken, schafft es kaum eine Marke flächendeckend in die Regale. Eine der wenigen Ausnahmen ist fritz-kola. Vor sieben Jahren wurde die Marke in Hamburg gegründet. Flaschenab- und Euroumsatz haben längst die Millionengrenze geknackt, 20 Mitarbeiter beschäftigt die Firma.

Viel häufiger stehen kleine Marken aber vor der Frage: Sollen wir die überschaubare Größe eines Handwerksbetriebs behalten? Oder gehen wir einen Pakt mit der Industrie ein? So tat sich die erfolgreiche Bio-Brause Bionade mit dem Oetker-Imperium zusammen. Seitdem sind die Flaschen zwar überall in der Republik zu kaufen, beim Szenepublikum allerdings hat das Getränk Sympathie verloren. Für die Erfinder der Flora Power kommt ein ähnlicher Weg nicht in Frage, betonen sie.

Cola Rebell sucht Geldgeber

Weniger Berührungsängste mit der Industrie hat da Cola Rebell, die angeblich schärfste Cola der Welt. Die Marke soll möglichst schnell in ganz Deutschland zu kaufen sein, in Partnerschaft mit der Industrie. Das ist das Ziel von Andreas von Froreich, der die Brause mit Chili und Ingwer seit Mitte 2009 herstellt. 300.000 Flaschen hat er in den vergangenen zwölf Monaten verkauft, vor allem im Raum Hamburg. Sein Büro hat er in einem funktionalen Bürogebäude gleich am Flughafen Fuhlsbüttel, Dutzende Firmen teilen sich hier Empfang und Konferenzräume. Drei Mitarbeiter kümmern sich um Marketing und Vertrieb.

Passend zur dunklen Cola trägt von Froreich schwarz, bis hin zur Mütze. "Nur natürliche Grundstoffe", preist er sein Getränk an. Gegenwärtig sucht er einen Geldgeber, damit die Firma wachsen kann. Was Cola Rebell bisher an Geld umsetzt, steckt er in Werbung - und Entwicklung: Neben der Cola in drei verschiedenen Schärfegraden gibt es einen Lutschbonbon, einen Energy-Drink, einen Alkopop und eine Cola auf der Basis von Molke, weil dann kein Dosenpfand anfällt. Schwarze Zahlen sind erst für das kommende Jahr angepeilt.

Bisher nur ein Liebhaberprojekt

Bis ein Investor gefunden ist und Cola Rebell es mit den Großen der Branche aufnehmen kann, muss von Froreich nebenher arbeiten - wie so viele Mini-Brauseproduzenten. Auch auf das Einkommen seiner berufstätigen Frau ist der Veranstaltungsmanager angewiesen. Noch ist Cola Rebell ein Liebhaberprojekt, eine kleine Indie-Limonade.


Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Mini-Getränkefirmen: Mit Indie-Brause gegen Coca-Colas Allmacht " verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Mini-Getränkefirmen: Mit Indie-Brause gegen Coca-Colas Allmacht " gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: "Mini-Getränkefirmen: Mit Indie-Brause gegen Coca-Colas Allmacht "

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Das ist die reichste Frau der Welt
Milliardär und Bergbautycoon: Gina Rinehart ist die reichste Frau der Welt (Quelle: dpa)

Wie die Australierin zu Wohlstand kam. mehr

"Mit einem Unfall haben alle gerechnet"
Der Todesfahrer von Hamburg-Eppendorf raste im März 2011 mit Tempo 100 in eine Fußgängergruppe (Quelle: dpa)

Ex-Chef belastet Todes- fahrer schwer. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige