18.02.2010, 13:43 Uhr | Financial Times Deutschland
Fondsgebühren: Kosten steigen immer mehr. (Bild: Archiv) Mischfonds sind die Wundertüten der Kapitalanlage. Das Geld fließt in Aktien, Anleihen und in den Geldmarkt. Manche Manager können außerdem in Immobiliengeschäfte einsteigen oder gar mit Derivaten handeln. #
Geldanlage - Bibel-Fonds besser als Hedge Fonds
Mischfonds kaum vergleichbar
Verstehen die Manager ihr Geschäft, können sie so in guten Börsenzeiten von steigenden Aktienkursen profitieren. Zugleich sorgt der Griff zu risikoarmen Anleihen für Stabilität, wenn der Markt schwächelt. Die Kehrseite: Mischfonds verfolgen derart unterschiedliche Ziele und Strategien, dass sie sich kaum vergleichen lassen. Die Ratingagentur Morningstar sortiert das Angebot der weltweit investierten Mischfonds daher nach drei Kategorien: In defensive, ausgewogene und die in der Tabelle ausgewiesenen aggressiven Mischfonds - mit einer Aktienquote von rund 80 Prozent. Morningstar handelt dabei wie immer nach dem Grundsatz "Substanz vor Strategie": Man interessiert sich nicht für die Versprechen im Prospekt, sondern allein dafür, was in den vergangenen drei Jahren im Depot lag. 214 in Deutschland zugelassene Fonds kamen nach dieser Methode in die Auswahl und wurden anhand des Rendite-Risiko-Profils mit Sternen bewertet.
Bankunabhängige Fonds am besten
Die Mischfonds, die es auf die besten Plätze schaffen, sind quasi eine Werbeveranstaltung für bankunabhängige Fondsboutiquen. Gleich fünf Fonds stehen unter dem Management der Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG: Neben den aktiennahen Mischfonds FI Alpha Global und Gamma Concept ist der Vermögensverwalter derzeit auch für den Dachfonds Beta Select zuständig - dieser wird allerdings in den kommenden Wochen an die DZ Bank übergeben. Als vierter Ehrhardt-Fonds steht der FMM im Ranking, ein deutschlandnaher Aktienfonds, der zuletzt aber regelmäßig größere Summen im Geldmarkt parkte.
Fonds für ausgewählte Anleger
Der Primus als fünfter Ehrhardt-Fonds schließlich ist - wie der Evolution 1 von Pioneer Austria - ausgewählten Anlegern vorbehalten und wird nicht breit vertrieben. Beachtung verdienen zudem die Fonds Victoria und Starpoint, zwei seit vielen Jahren erfolgreiche Produkte, die mit völlig unterschiedlichen Stilen hervorragende Ergebnisse liefern. Hinter Starpoint steckt der Vermögensverwalter Peter Huber, der streng antizyklisch investiert und zuletzt rund ein Fünftel in Dax-Bonuszertifikate steckte.
Fondsmanager setzt auf Trendfolgesoftware
Victoria-Fondsmanager Hans Wilhelm Brand vertraut im Gegensatz dazu auf eine Trendfolgesoftware, die Kursverläufe vorhersagen soll. Bricht ein Trend ab, kann Brand rechtzeitig Aktienkurse absichern oder sogar durch Leerverkäufe von Verlusten profitieren, ähnlich wie ein Hedge-Fonds. Und genau damit gelang ihm in den letzten Tagen ein Kunststück: Der Fonds schnellte beim Kurssturz in die Höhe. In diesem Jahr liegt er damit als einziger Mischfonds überhaupt im Plus - mit mehr als elf Prozent.
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Quelle: t-online.de
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