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Mit Air Berlin Rendite einfliegen

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Mit Air Berlin Rendite einfliegen

17.06.2010, 13:56 Uhr | Portfolio Exclusiv

Die Fluggesellschaft Air Berlin blickt optimistisch in die Zukunft (Foto: dpa)Die Fluggesellschaft Air Berlin blickt optimistisch in die Zukunft (Foto: dpa)Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft blickt optimistisch in die Zukunft. So will Air Berlin im laufenden Jahr das operative Ergebnis verbessern und seine Schuldenlast reduzieren. Diese Zielsetzung erneuerte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold auf der Hauptversammlung in der Vorwoche, obwohl der isländische Ascheregen und der harte Winter für zahlreiche Flugausfälle sorgten.


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Schwache Air-Berlin-Aktie drückt Wandelanleihe

Sichtbar wird dies am Umsatz für das erste Quartal, der um 3,3 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahreswert liegt. In diesem traditionell defizitären Auftaktquartal entstand ein operativer Verlust von knapp 100 Millionen Euro. Dieser fiel jedoch immerhin etwas kleiner aus als im Vorjahr. Trotzdem musste die Aktie wieder einmal etwas deutlichere Kursverluste hinnehmen. Ähnlich erging es einer Wandelanleihe, die Air Berlin im August des vergangenen Jahres zu 100 Prozent an den Markt brachte. Das Papier kostete im Hoch schon 117,50 Prozent. Heute notiert die Anleihe nur noch knapp "über pari". Diese negative Bewegung steht im direkten Zusammenhang mit der jüngsten Kursschwäche der Aktie.

Wandlungsrecht derzeit wertlos

Denn das Wandlungsrecht sieht vor, dass für nominal 50.000 Euro 12.469 Aktien bezogen werden können. Somit ergibt sich ein Bezugspreis von 4,01 Euro pro Anteilsschein. Aktuell notiert die Aktie mit 3,50 Euro deutlich unter diesem Niveau. Daher ist das Wandlungsrecht zum jetzigen Zeitpunkt nicht werthaltig. Trotzdem ergibt sich daraus für den Anleger eine Extra-Chance, die die Rendite erhöhen kann, wenn sich die Aktie in den kommenden Monaten wieder erholt.

Air-Berlin könnte die Anleihe zurückziehen

Allerdings besteht ein Kündigungsrecht. Sowohl der Inhaber als auch der Emittent der Anleihe können zum 30. Oktober 2011 das Papier kündigen. Als Ausgleich erhalten die Anleihe-Besitzer jeweils den Nominalwert zu 100 Prozent ausbezahlt. Ganz auszuschließen ist nicht, dass Air Berlin dies in Erwägung zieht. Denn die Luftfahrtgesellschaft könnte günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten finden, beispielsweise über eine Kapitalerhöhung. Zudem ist das Emissionsvolumen mit 125 Millionen Euro nicht sonderlich hoch.

Kupon: Neun Prozent

Für den Anleger wäre dies jedoch auch kein großes Problem. Denn der Termin der möglichen Kündigung liegt noch rund 16 Monate in der Zukunft. Und bis dahin dürfen sich Investoren noch an den hohen Kuponzahlungen von neun Prozent per anno erfreuen, die übrigens vierteljährlich an die Anteilseigner fließen. Da lässt es sich dann auch verschmerzen, wenn man leichte Kursverluste hinnehmen müsste, da das Papier aktuell knapp "über pari" notiert.

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Der Kupon sorgt für die Rendite

Kündigt Air Berlin hingegen nicht, kann der Anleger jederzeit die Wandlung beantragen. Dies wird jedoch erst sinnvoll, wenn die Aktie des Unternehmens die Marke von 4,01 Euro überwinden kann. Gelingt dies dem Titel nicht, wartet der Investor bis zur Endfälligkeit im August 2014 und erfreut sich an den Kuponzahlungen. Bezogen auf die maximale Laufzeit ergibt sich auf dem aktuellen Kursniveau eine jährliche Rendite von 8,8 Prozent. Dies sind 7,6 Prozentpunkte mehr, als Staatsanleihen mit bester Bonität in dieser Laufzeit derzeit abwerfen.

Verschuldetes Unternehmen in krisenanfälliger Branche

Allerdings ist das Risiko natürlich ungleich höher. So ist Air Berlin in der anfälligen Luftfahrtbranche unterwegs, die unter globalen Krisen und externen Schocks in der Regel extrem leidet. Zudem ist das Unternehmen sehr hoch verschuldet: So weist die 2009er Bilanz Verbindlichkeiten von rund 1,8 Milliarden Euro aus. Dem steht eine Bilanzsumme von 2,4 Milliarden Euro und ein Umsatz von 3,2 Milliarden Euro gegenüber. Zudem verfügt die Gesellschaft über kein Rating.

Nur geringe Liquidität

Anleger sollten Kaufaufträge unbedingt limitiert platzieren. Denn die Liquidität in dem Papier ist sehr gering. Dafür sorgen schon das mickrige Emissionsvolumen und der hohe Nominalwert von 50.000 Euro. Es sind insgesamt nur 2500 Stücke im Umlauf. Trotzdem eignet sich das Papier für große Rentendepots als renditestarke Beimischung, welche mit dem Wandlungsrecht über eine zusätzliche Gewinn-Chance verfügt.


Quelle: t-online.de

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