30.11.2011, 14:40 Uhr | Portfolio Exclusiv
Die Angst vor Inflation steigt (Foto: imago) (Quelle: imago)
Derzeit steigt die Angst vor der Inflation. Die Sorge ist absolut berechtigt: Die weltweit extrem gestiegene Liquidität in Kombination mit konjunkturbedingt angezogenen Rohstoffpreisen ist Treibstoff für die Preisentwicklung. Legt man den von Eurostat berechneten Verbraucherpreisindex (HVPI) ohne Tabak zugrunde, betrug die Teuerung im April gegenüber dem Vorjahresmonat 2,8 Prozent.
Für Sparer, die ihr Geld auf einem Sparbuch geparkt haben, ist das keine gute Nachricht. Es droht ein realer Wertverlust des Ersparten. Derzeit ebenfalls nicht anzuraten sind festverzinsliche Anleihen. Denn der Druck auf die EZB, die grundsätzlich ein Inflationsziel von zwei bis 2,5 Prozent verfolgt, steigt. So ist davon auszugehen, dass die erste Leitzinserhöhung seit der Krise um 25 Basispunkte auf 1,25 Prozent im April nicht die letzte im laufenden Jahr war. Das lässt die Kurse von Festverzinslichen purzeln.
Als Inflationsschutz besser geeignet sind daher Aktien von gut aufgestellten Unternehmen. Diese können in der Regel Preiserhöhungen für ihre angebotenen Produkte und Dienstleistungen durchsetzen. Wer jedoch den Schritt an den volatilen Aktienmarkt nicht wagen will, kann auch bei strukturierten Produkten interessante Alternativen finden, die neben einem Inflations- auch einen Kapitalschutz zum Laufzeitende bieten.
So richtet sich der Kupon der noch bis zum 30. Mai in Zeichnung befindlichen „RBS 170% Inflationsanleihe“ (ISIN DE000RBS0AE8) nach der Jahresentwicklung des anfangs erwähnten Verbraucherpreisindex ex Tobacco. Um den Kupon ab dem zweiten Laufzeitjahr zu ermitteln, wird die Veränderung, soweit diese positiv ist, mit dem Faktor 1,7 multipliziert. Aktuell errechnet sich also ein Kuponniveau von 4,93 Prozent. Am Ende des ersten Jahres zahlen die Schotten sogar einen aufgerundeten Fixkupon von fünf Prozent aus. Ein Mindestkupon für die Jahre zwei bis sechs ist aber nicht vorgesehen. Wer von weiter anziehenden Verbraucherpreisen ausgeht, kann hier nichtsdestotrotz eine ansehnliche Verzinsung erzielen, selbst wenn das maximale Agio mit 1,5 Prozent nicht als billig bezeichnet werden kann.
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Wer für die gesamte Laufzeit lieber mit einer Mindestverzinsung kalkulieren möchte, wird bei Morgan Stanley fündig. Das US-Haus hat sich für die „3,5% Inflationsanleihe“ (ISIN DE000MS0KAJ3) ebenfalls den HVPI ex Tobacco als Richtgröße ausgesucht. Nach einem Fixzins von 3,5 Prozent im ersten Jahr, kann der Kupon ab dem zweiten Laufzeitjahr auch höher ausfallen, wenn der Preisindex stärker anzieht. Niedriger als 3,5 Prozent fällt der Kupon aber niemals aus. Im Vergleich zum RBSProdukt entfällt allerdings die überdurchschnittliche Partizipation am Preisindexanstieg. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 31. Mai. Das Agio ist mit einem Prozent überschaubar.
Doch es muss nicht immer ein Verbraucherpreisindex sein, um einen Inflationsschutz zu stricken. Variabel verzinsliche Anleihen, auch Floater genannt, richten den Kupon nach dem jeweils aktuellen Marktzinsniveau aus. Ein gutes Beispiel hierfür kommt erneut aus dem Hause RBS. Die Verzinsung der „Stufenzins Floater-Anleihe“ (ISIN DE000RBS0AF5) bezieht sich auf den Zwölf-Monats-EURIBOR. Dieser ist auf Jahressicht um rund 90 Basispunkte auf zuletzt 2,15 Prozent gestiegen.
Geht es nach Anlegern, die das Produkt noch bis Ende Mai zeichnen, kann es wohl in diesem Tempo weitergehen. Allerdings kann es sein, dass die Dynamik nachlässt. Hier spielen die Währungshüter in Frankfurt eine Schlüsselrolle, die auch die Schuldenkrise in der Euro-Peripherie im Auge behalten. Schließlich könnten Zinserhöhungen nicht nur die üblichen Verdächtigen in Bedrängnis bringen, sondern auch weitere Wackelkandidaten hervorbringen. Daher erscheint uns der steigende Mindestkupon des Floaters sinnvoll. Nach dem Mindestkupon von 3,0 Prozent für das erste Jahr klettert die Auszahlung in 0,5-Prozentpunkt-Schritten bis auf 5,5 Prozent für das sechste und letzte Laufzeitjahr.
Quelle: t-online.de
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