16.07.2010, 15:40 Uhr | t-online.de/business
Die Deutschen freuen sich derzeit über einen Super-Sommer - aber nicht alle können ihn unbeschwert genießen. Denn wer arbeiten muss, dem können die tropischen Temperaturen ziemlich zusetzen. Wir zeigen Ihnen, wie Beschäftigte vom Müllmann bis zum Eishersteller mit der Hitze am Arbeitsplatz umgehen.
Den Leuten von der Müllabfuhr macht die Hitze weniger zu schaffen. Der Dienst beginne schon früh morgens um sechs Uhr, dann seien die Temperaturen vergleichsweise erträglich, heißt es etwa bei der städtischen Abfallentsorgung in Potsdam. Dafür haben die Müllmänner von Zeit zu Zeit mit einem anderen Übel zu kämpfen: Gestank. Abfall, der in der prallen Sonne steht, riecht jetzt wirklich unangenehm.
Für die Arbeiter auf den Baustellen in Mittelfranken verteilt die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kleine UV-Tester. Die verfärben sich nach Sonneneinstrahlung. So wissen die Arbeiter binnen 30 Sekunden, welchen Lichtschutzfaktor ihre Sonnenmilch haben muss und wann sie sich neu eincremen müssen. Sonnencreme und Getränke stellt der Baukonzern Hochtief in Essen seinen Mitarbeitern zur Verfügung. Mehr Abkühlung gibt's für die Bauarbeiter auf der Autobahn 72 (Chemnitz - Hof): Dort wurden mobile Duschen aufgestellt.
Manchem Arbeitgeber verschafft die Hitze sogar zufriedenere Mitarbeiter. "Wir sind heilfroh, dass wir jetzt zur Arbeit gehen können", sagt ein Mitarbeiter eines großen deutschen Automobilherstellers. "Im Gegensatz zu draußen herrschen bei uns im Büro paradiesische Temperaturen. Wir haben eine Klimaanlage", erklärt er.
Angenehm kühl ist es auch beim Eishersteller Palatini im nordrhein- westfälischen Schwalmtal. "Wir bringen das fertige Eis in Kühlzellen. Da sind Minus 20 Grad. Das ist super angenehm", so Inhaber Roberto Palatini. Die Mitarbeiter trügen natürlich Schutzanzüge. Richtig kalt sei da nur die Nase.
In einigen Branchen herrscht wegen der brütenden Hitze jetzt Langeweile. "Im Moment kommt kaum jemand auf die Sonnenbank", meint Norbert Schmid-Keiner, Vorstandsvorsitzender des Verbands Photomed in Seelbach im Ortenaukreis. Manche Solarien versuchen, der Sonne mit Rabattaktionen zumindest einige Kunden abzujagen - aber die meisten fügen sich einfach in ihr Schicksal. "Es ist nun mal jedes Jahr zwei Monate lang Sommer. Das weiß jedes Studio", erläutert Schmid-Keiner.
t-online.de/business
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