15.01.2010, 13:41 Uhr | t-online.de/business
Die "Zicke" ist völlig spaßfrei und verbreitet schlechte Stimmung. (Foto: Imago)
Das Leben auf der Arbeit könnte so schön sein, wären da nicht die lieben Mitarbeiter oder Kollegen – der eine mehr, der andere weniger erträglich. Mit ihren Marotten rauben sie sogar den Durchschnittslangweilern in der Firma den letzten Nerv. Und verwandeln den Arbeitsalltag in einen täglichen Besuch im Fegefeuer, so dass nur die Frage bleibt: Wofür muss ich eigentlich büßen? Wir stellen Ihnen Nervtöter im Büro vor, die Ihnen sicherlich auch schon einmal begegnet sind. Und verraten, wie Sie am besten mit allen klarkommen.
Sie sind überall
Es gibt sie in jeder Firma: den um den Chef scharwenzelnden Wichtigtuer, der meint, seine ganze Abteilung sei nichts ohne ihn. Die meist in Vorzimmern herrschende, humorfreie Zicke - eine schnippische Besserwisserin, die garantiert schlechte Stimmung in der Firma verbreitet. Auch höchst unbeliebt, aber kaum auszurotten: der Streber, ein leicht durchschaubarer Speichellecker, dessen Schleimspur von seinem Büro aus vorzugsweise bis in die Chefetage führt. Ihnen kommen die Typen bekannt vor? Diese und noch viel mehr Varianten der Spezies "Kollege" stellt die Journalistin Margit Schönberger in ihrem Buch "Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr - Überlebenstraining fürs Büro" vor. Genauer: ganze 40, beiderlei Geschlechts.
"Intrigantin" und "Beißzange"
Die Autorin erklärt, wie sie alle ticken - zum Beispiel die Intrigantin, die keine Gelegenheit auslässt, ihr hinterlistiges, aber äußerst erfindungsreiches Spiel zu treiben. Vor ihrer scheinheiligen Freundlichkeit sollten sich vor allem Firmenneulinge hüten. Die "Beißzange" hingegen sei von Natur aus grantig und zuweilen giftig wie eine Klapperschlange. Dieses Modell meist älteren Semesters finde sich noch oft in mittelständischen Firmen. Dort zischt sie gegen den "Blödsinn" neuer Organisationsideen. Bei schlecht vorbereiteten Meetings kann sie sogar Gift und Galle spucken. Allerdings aus Liebe zur Firma und ihrem Beruf, betont Schönberger. Denn die Beißzange hasse Verschwendung von Geld und Ressourcen.
Von "Karrieristen" und "Rambos"
Auch die Herren bekommen einen wenig schmeichelhaften Spiegel vorgehalten. Margit Schönberger nimmt etwa den "Karrieristen" unter die Lupe: Der verfolgt - zunächst meist relativ unauffällig - einen ausgeklügelten Fahrplan "nach oben". Und kann fiese Attitüden entwickeln, wenn er auf dem Chefsessel angekommen ist. Das ist allerdings noch gar nichts verglichen mit dem "Rambo", nach Schönberger der Platzhirsch unter allen Aufsteigern. Das Talent dieses Alphatiers und Rudelführers: andere für sich arbeiten und denken lasen. Sein Motto: "Leichen pflastern meinen Weg." Dementsprechend nicht zimperlich im Austeilen, wird der Rambo von den einen gefürchtet, von anderen bewundert.
Typ erkannt - Gefahr gebannt
Die gute Nachricht: Wer seine Mitmenschen im Betrieb einzuordnen weiß, tut sich leichter damit, mit ihnen umzugehen. Und wer die Gründe für ihr - manchmal skurilles - Verhalten kennt, kann manche Situation entschärfen. Margit Schönbergers Tipps dazu: Von der "Intrigantin" etwa sollten Sie sich sich meilenweit entfernt halten. Und die Schlange mit vertrauenswürdigen Kollegen unter Beobachtung halten. Farbe bekennen muss dagegen, wer mit einem "Rambo" zusammenarbeiten will. Denn entweder man ticke nach dem Takt, den er vorgibt, ober man darf sich warm anziehen, sagt die Fachfrau. Einfacher ist es da schon, der "Zicke" beizukommen: mit gnadenloser Sachlichkeit und ausnahmslos neutraler Haltung. Ein Versuch lohnt sich auf jeden Fall.
Margit Schönbergers Buch "Wer Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr - Überlebenstraining fürs Büro" ist erschienen bei Mosaik bei Goldmann, ISBN 978-3-442-17004-3. Es kostet 7,95 Euro.
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