04.01.2010, 10:24 Uhr | FTD, Sabine Meinert
Im Mittelstand wurden 2009 viele neue Unternehmen gegründet. (Foto: Imago)
Immer mehr Menschen wagen den Schritt in die Selbständigkeit - und sind erfolgreich dabei. Im Mittelstand lag die Zahl der Neugründungen 2009 über der Zahl der Pleiten. Insgesamt sank die Erwerbstätigkeit erstmals seit 2005.
Im deutschen Mittelstand sind 2009 trotz Wirtschaftskrise offenbar mehr Unternehmen gegründet als aufgegeben worden. Dies geht nach einem Bericht der "Rheinischen Post" aus einer Hochrechnung des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn hervor. Demnach wurden im abgelaufenen Jahr 410.000 Betriebe neu gegründet, die Zahl der Insolvenzen belief sich auf 397.000.
"Vor allem die kleinen Industriebetriebe mit bis zu 20 Mitarbeitern haben die Krise überraschend gut überstanden", sagte der Präsident des Mittelstandsinstituts, Johann Eekhoff, der Zeitung. Laut einer aktuellen Umfrage unter 1500 mittelständischen Unternehmen rechne zudem jeder dritte Betrieb mit einer wirtschaftlichen Erholung und steigenden Aufträgen bis spätestens Herbst 2010.
Schon im Dezember teilte das Statistische Bundesamt mit, dass 2009 voraussichtlich rund 155.000 größere Firmen ihre Geschäfte aufnehmen werden. 2008 waren nur rund 149.000 größere Betriebe gegründet worden. Die Gründungen von Kleinunternehmen und von Nebenerwerbsbetrieben werden mit voraussichtlich 560.000 ebenfalls über dem Vorjahresniveau (538.000) liegen, teilte das Amt mit.
Die Zahl der Betriebsaufgaben bei größeren Unternehmen werde sich in diesem Jahr trotz der Krise nur leicht erhöhen, teilten die Statistiker mit. Rund 129.000 größere Betriebe dürfen aufgeben, nach 126.000 im vorigen Jahr. Bei Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetrieben dürfte die Zahl der Aufgaben sogar zurückgehen: Voraussichtlich müssten 442.000 Klein- und Nebenerwerbsbetriebe aufgeben, verglichen mit 461.000 im Vorjahr.
Die Erwerbstätigkeit ist in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit 2005 wieder zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt waren rund 40,15 Millionen Menschen erwerbstätig - und damit 72.000 Personen oder 0,2 Prozent weniger als 2008, teilte das Bundesamt mit. 2008 hatte die Erwerbstätigenzahl mit 40,22 Millionen noch einen Höchststand seit der Wiedervereinigung erreicht. Die Zahl der Erwerbslosen stieg nach der vorläufigen Statistik der Behörde im Jahresdurchschnitt 2009 um 169.000 Personen oder 5,4 Prozent auf 3,31 Millionen. Der Behörde zufolge fielen damit angesichts des "sehr schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes" sowohl der Rückgang der Erwerbstätigkeit als auch der Anstieg bei den Erwerbslosen schwächer aus als vielfach befürchtet. Vor allem die massive Ausweitung der Kurzarbeit sowie der Abbau von Überstunden und das Abschmelzen von Guthaben auf Arbeitszeitkonten hätten geholfen, die Beschäftigungsverluste des Jahres 2009 zu begrenzen.
FTD, Sabine Meinert
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