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Modelleisenbahner auf Geisterbahnfahrt

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Modelleisenbahner auf Geisterbahnfahrt

29.12.2010, 11:35 Uhr | t-online.de

Modelleisenbahner auf Geisterbahnfahrt (Foto: imago)

Modelleisenbahner auf Geisterbahnfahrt (Foto: imago) (Quelle: imago)

Es gibt immer weniger Modelleisenbahner - Kinder und Erwachsene kaufen heutzutage lieber Spielkonsolen statt Spielzeuglokomotiven. Besonders zu spüren bekommen hat das Marktführer Märklin, der sich gerade mühsam aus der Insolvenz kämpft. Der Konkurrenz geht es offenbar nicht besser. Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet, befinden sich auch die beiden anderen Produzenten Roco und Fleischmann deutlich in Schieflage und können sich nur mit Ramschangeboten retten.

Auf den beiden Modellbahnherstellern, die in einer Modelleisenbahn Holding zusammengefasst sind, lasten laut "Capital" hohe Schulden. Die Erlöse aus dem operativen Geschäft reichten nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. Dank Sonderangeboten sei es zuletzt zwar gelungen, den Umsatz zu steigern, allerdings sei eine Rückkehr in die Gewinnzone eher fraglich, berichtet das Magazin und beruft sich dabei auf den Geschäftsbericht der Modelleisenbahn GmbH.

Wie "Capital" berichtet, stieg die Fremdkapitalquote bei Roco seit 2007 kontinuierlich an auf zuletzt 81 Prozent, was ein untypisches Zeichen für ein Unternehmen sei, das sich nach eigenen Angaben zuletzt wieder erholt hat. Schuld daran ist laut Bericht der hohe Schuldenstand von 15 Millionen Euro, den Roco über die Jahre angehäuft hat. Die hohen Zinszahlungen fressen laut "Capital" den größten Teil der Gewinne auf.

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Wachstum mit Dumping-Preisen?

Kritisch betrachtet "Capital" deshalb die von Geschäftsführer Leopold Heher Anfang des Jahres gemachten Angaben zu Umsatz und Gewinn bei Roco. Laut Heher ist der Umsatz der Modelleisenbahn Holding in den ersten neun Monaten 2010 um zehn Prozent gestiegen - allerdings zu einem hohen Preis. Händler und Sammler berichten laut "Capital", dass die Produkte seit einiger Zeit geradezu verramscht würden. Bereits wenige Monate, nachdem eine Neuheit auf dem Markt sei, würde diese schon zu Discountpreisen feilgeboten.

Zu Verärgerung führt diese Strategie offenbar vor allem bei Händlern, die sich Ware zu höheren Preisen in die Lager legten und Verlust verkaufen mussten. Doch nicht nur durch die Billigpreise droht Ungemach. Wie "Capital" weiter berichtet, soll sich Fleischmann zukünftig auf das Miniformat N konzentrieren und dafür historische Bahnen bauen. Der Marktanteil dieses Segments wird jedoch nur auf rund zwölf Prozent geschätzt und die Wachstumsaussichten sind gering. Denn die alten Bahnen sind zum großen Teil schon nachgestellt und Käufer geben in der Regel nur große Summen für neue Kreationen aus. Die Aussichten für die Branche sind also düster, und zwar nicht nur für Märklin.


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Quelle: t-online.de

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Kommentare (43)

zum Forum

Thema: "Modelleisenbahner auf Geisterbahnfahrt"

Walter schrieb: am 26. Dezember 2010 um 13:23:30
(1) (0) Modellbahn
Eine Frage der Ehre ? wenn ich mir die Insollvenzzahlen von Märklin betrachte bekommt dort jede einen Durchschittslohn von 6.500
Euro incl.Putzfrau, (voran ich nicht glaube), drehen die noch ganz Rund ? oder sacken sich dort ein Paar, Millionen ein ? und ich Rede hier nur von den Lohnkosten, nicht von den Betriebskosten. 100 Mill. Umsatz und nur dunkelrote Zahlen. Betriebsführung auf höchtem Niveau. 1x1=7,9 mal Pi und Daumen Quadrat = Insolvenz
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Wolfram schrieb: am 26. Dezember 2010 um 13:19:46
(1) (0) Moba auf Geisterbahnfahrt
Der Artikel in Capital betrifft aber nur die Spur H0 vorrangig. Wenn man mal über den Tellerrand schauen würde,
wie es Roco jetzt langsam beginnt, ergäben sich schon noch Marktlücken. Aber mit Pickelgleis ist eben auf Dauer nichts mehr zu holen. Die Kompetenz des Artikelschreibers in Capital wage ich außerdem anzuzweifeln. Dazu müsste er mehr Insider sein. Diese Argumente mit den Spielkonsolen usw. wurden schon vor 10 Jahren gebracht; und es gibt die Modellbahn noch immer. Erstaunlich oder ???
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Bernie schrieb: am 26. Dezember 2010 um 13:19:11
(1) (0) Modelleisenbahn
bei den Preisen, die heutzutage für Loks und Zubehör verlangt werden ist das kein Wunder. Früher hat man seinen Kindern so
was noch zu Weihnachten kaufen können, jetzt überlegt man sich das 2-mal. Wenn man sich eine komplette Anlage mit mehreren Zügen, elektrischen Weichen, Landschaftsbau usw. zulegen will, ist man bei mehreren Tausend €. Also kauft nur noch der 'Betuchte oder absolute Fan. Für Kinder dann eben lieber eine software für den PC, oder ein billig Produkt. Schade eigentlich.
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