Die Frankfurter Börse (Foto: imago) Widerstand aus den USA: Die Ratingagentur Moody's lehnt die Pläne der Europäischen Kommission zur Regulierung der Branche ab. Moody's kritisierte in einem Brief an den polnischen Finanzminister Jan Vincent-Rostowski, den amtierenden Vorsitzenden des Rats der europäischen Finanzminister, die geplanten Vorschriften für Ratingagenturen, wie die Zeitung "Die Welt" berichtete. Die geplanten Regeln brächten den Zugang europäischer Länder und Unternehmen zum Kapitalmarkt zum Erliegen und erhöhten die Volatilität auf den europäischen Kreditmärkten.
Dem Blatt zufolge kritisiert Moody's vor allem drei Punkte in einem noch nicht veröffentlichten Entwurf des EU-Binnenmarktkommissars Michel Barnier. Zum einen lehnt die Agentur den Plan der Kommission ab, der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA Kontrolle über die Ratingmethoden zu geben. Danach sollen die Agenturen der ESMA ihre Bewertungskriterien melden. Moody's Einwand: Wenn die ESMA die Ratingkriterien festlege, werde sie selbst zum Ratinganbieter. Die Berichte der Agenturen würden dann als Ratings der ESMA wahrgenommen.
Rotationspflicht kritisiert
Moody's moniere zudem Barniers Forderung, Staaten oder Unternehmen sollten sich nur noch maximal drei Jahre in Folge von ein und derselben Ratingagentur bewerten lassen dürfen. Moody's schrieb, diese sogenannte Rotationspflicht verhindere, dass Investoren die Ratings eines Anbieters über mehrere Jahre verfolgen können.
Gegen Aussetzung der Länder-Ratings
Drittens hält Moody's Barniers Plan für kontraproduktiv, die Veröffentlichung von Länderratings unter bestimmten Umständen zu verbieten, etwa wenn ein Land Finanzhilfe von der EU erhält. "Die pure Ankündigung einer Aussetzung wird das Vertrauen reduzieren und Volatilität schaffen. Das ist eine kontraproduktive Maßnahme", sagte Moody's-Europachef Frederic Drevon der Zeitung.