Motorola spaltet sich auf (Foto: imago) Motorola hat sich aufgespalten: Ab sofort steht die verlustträchtige Handysparte des Telekommunikations-Urgesteins auf eigenen Beinen. Die Hoffnung ist die, dass sich Motorola Mobility alleine besser schlägt als im bisherigen Gemischtwarenladen. Der Boom der multifunktionalen Smartphones hat dem Geschäft in den vergangenen Monaten bereits Auftrieb verschafft. Beide Unternehmen werden ab Dienstag an der New Yorker Börse gehandelt. Die Anleger reagierten positiv auf den Schritt.
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Künftig zwei Firmen von Motorola
Auf der einen Seite steht künftig das Privatkunden-Geschäft Motorola Mobility, das neben Handys auch Kabelfernseh-Boxen anbietet. Der Kurs des langjährigen Sorgenkinds schoss in den ersten Minuten der Eigenständigkeit um rund acht Prozent hoch.
Aufspaltung seit 2008 geplant
Auf der anderen Seiten stehen die Firmenkunden-Aktivitäten namens Motorola Solutions. Dazu gehören Barcode-Scanner, Funketiketten-Lesegeräte, Rundfunktechnik und Sicherheitssysteme. Die Aufspaltung wurde seit 2008 auf Druck des Investors Carl Icahn vorangetrieben. Geplant war sie bereits für 2009, wurde wegen der Wirtschaftskrise aber verschoben. Im vergangenen November gab der Konzern schließlich ein konkretes Datum bekannt.
Handy-Sparte bringt Motorola Verluste
Motorola verliert seit geraumer Zeit Geld mit seinen Handys, Gewinne lieferte nur das Firmenkundengeschäft. Nach dem gigantischen Erfolg des Klapphandys Razr fehlte es an einem Nachfolger. Erst die neuen Smartphones, die mit dem Android-Betriebssystem laufen, verkaufen sich wieder besser. Mittlerweile ist fast jedes zweite Motorola-Handy ein Smartphone. Dank des höheren Preises lässt sich hier leichter Geld verdienen.
Starke Konkurrenz
Motorola konkurriert in diesem Feld allerdings mit Schwergewichten wie Apple und seinem iPhone, den Blackberrys von RIM oder asiatischen Herstellern wie Samsung, LG Electronics und HTC. Zudem ist Motorola nach Schätzungen von Analysten extrem abhängig vom großen US- Mobilfunkanbieter Verizon.
Motorola verbreitet Optimismus
Firmenchef Sanjay Jha lässt sich aber nicht unterkriegen: "Wir sind gut positioniert." Motorola Mobility hält als Pionier des Handys - 1983 kam das erste in Serie gefertigte Gerät heraus - rund 24.500 teils grundlegende Patente. Im vergangenen Jahr brachte Motorola alleine 23 neue Smartphones heraus.