23.08.2011, 12:39 Uhr | dpa
Gerolltes Münzgeld: Nur noch größere Mengen (Quelle: imago)
"Handel warnt vor Wechselgeld-Knappheit!" - Schlagzeilen wie diese kurz vor dem Jahreswechsel alarmierten Einzelhändler und Verbraucher. Neue Regeln der Bundesbank für die Versorgung mit Münzgeld sorgten für Unruhe. Acht Monate später muss man nüchtern konstatieren: Der Notstand an der Ladenkasse ist ausgeblieben. Doch so manche Kritik an der neuen Welt der Bargeldversorgung ist geblieben. Der Handel klagt: Das Wechselgeld in der Kasse wird immer teurer.
"Die Bundesbank macht es sich leicht: Sie sagt, wir haben einen Rahmen geschaffen und der Markt muss schauen, wie er das nun regelt", sagt Harald Olschok, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW).
Der Hintergrund: Bevor das Geld aus dem Handel wieder bei den Geschäftsbanken landet, wandert ein großer Teil davon über die Deutsche Bundesbank. In den noch 47 sogenannten Cash-Centern der Notenbank werden nach jüngsten Zahlen noch gut 60 Prozent des Bargeldaufkommens gezählt und geprüft. Doch die Bundesbank will 50 Prozent des sogenannten Banknotenrecyclings dem Markt überlassen und bis Ende 2015 ihr Filialnetz auf 35 verkleinern.
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Mit der neuen Ausrichtung der Bundesbank als Großhändler ändert sich zweierlei: Zum einen will die Bundesbank Münzgeld nur noch in sogenannten sortenreinen Normcontainern ausgeben. Diese enthalten mehr Münzen, als Geldtransporteure und Händler in der Regel benötigen. Wer alle acht Münzsorten auf einen Schlag bestellt, wird mit fünf Tonnen Hartgeld im Wert von 314.000 Euro beliefert. Zum anderen darf seit dem 1. Mai die Bargeldversorgung nur noch über Konten von Kreditinstituten oder Wertdienstleistern abgewickelt werden, die eine Zulassung der Finanzaufsicht Bafin nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) haben.
Branchenkenner Olschok ist skeptisch: "Die formalistischen Anforderungen, die das ZAG stellt, können unsere Unternehmen auf absehbare Zeit nicht erfüllen. Dieses Gesetz ist nicht für unsere Branche gemacht worden." Ohnehin bemühen sich bislang nur die Großen unter den etwa 50 Geld- und Werttransporteuren in Deutschland um eine Lizenz: Brink's, Kötter, Ziemann.
Gleichwohl: "Die Befürchtung des Handels, dass es zu Engpässen in der Münzgeldversorgung kommen könne, hat sich nicht bewahrheitet", lässt Bundesbankvorstand Carl-Ludwig Thiele erklären. "Die Versorgung mit Münzen war zu jedem Zeitpunkt sichergestellt. Die Bundesbank kommt weiterhin dem gesetzlichen Sorgeauftrag für den Zahlungsverkehr nach und stellt die Bargeldversorgung in Deutschland sicher."
Auch der Handel ist erleichtert, dass die Bundesbank für die Normcontainer eine Übergangsregelung mit unbestimmter Frist eingebaut hat. Vorerst können Geld- und Werttransporteure also weiterhin auch kleinere Mengen Münzgeld ordern. Das hat die Lage entspannt, das Problem für den Handel aber nicht aus der Welt geschafft, sondern nur aufgeschoben.
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Olschok bekräftigt: "Engpässe bei der Münzversorgung gibt es absolut nicht." Jedoch: "Das Münzgeldhandling ist teurer geworden, das zahlt der Handel und damit letztlich der Endverbraucher. Allerdings geht es da nicht um Riesensummen, sondern vielleicht um drei bis fünf Millionen Euro insgesamt."
Um "bis zu 300 Prozent" könne sich die Bargeldbeschaffung verteuern, hatte der Präsident des Einzelhandelsverbandes HDE, Josef Sanktjohanser Ende Dezember auf "bild.de" gewarnt. "Die höheren Kosten werden wir zumindest teilweise auf die Verbraucher umlegen müssen."
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Ganz so dramatisch entwickelten sich die Kosten in der Regel nicht. Es gebe aber durchaus Händler, die nun bis zu 50 Cent pro Münzrollen zahlen müssten, die sie vorher kostenlos bekommen hatten, sagt HDE-Sprecher Ulrich Binnebößel: "Das sind Ausreißer, aber die Kosten gehen bei allen in eine Richtung: nach oben." Zuweilen mutet die Preisgestaltung gar etwas skurril an. So könne eine Rolle mit 50 1-Cent-Stücken durchaus einen Euro kosten, sagt Binnebößel: 50 Cent Nennwert der Münzen plus 50 Cent Gebühr.
Im Schnitt werde jede Münzrolle durch die Neuregelungen zwischen vier und sieben Cent teurer, schätzte HDE-Geschäftsführer Stefan Genth. Weil das Handling für Banken und Dienstleister mit mehr Aufwand verbunden ist, fallen bei kleineren Bestellungen höhere Gebühren an. Dennoch rechnet es sich für den Handel weiterhin, wenn Kunden ihre Rechnungen in bar begleichen, betont der HDE: Eine Kartenzahlung koste den Händler deutlich mehr.
Quelle: dpa , t-online.de
Stahlblume schrieb:
am 23. August 2011 um 21:05:17
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Kupferkleinmünzen
Was ist eigentlich mehr wert? Der Schrottwert des Kupfers oder der nominale Gegenwert der Kleinmünzen??- Ps. Bin kein
Altmetallhändler. Aber ich weiss um die hohen Preise des Materials.
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Phönix63 schrieb:
am 23. August 2011 um 20:53:39
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Kleinmünzen
Früher hiess es: "Wer den Pfennig nicht ehrt". Heute ist alles anders.-- Meiner Meinung sollte man aus Kostengründen
auf die Kupferstücke der Zwangswährung (T)€uro verzichten. Wie andere Länder es heute schon praktizieren. Verteuert wird heute sowieso alles im großen Stil. Die Profitgier von Unternehmen kennt keine Grenzen. Die Politik jongliert nur noch mit fremden Mrd. in Spe. - Die Vorteile der Kleinmünzen erschließen sich mir nicht.
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Hohenlohe schrieb:
am 23. August 2011 um 19:38:50
(6)
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Kleingeld
Warum schaft man nicht die lässtigen 99 cent Preise nicht ab ??
Alles ist ein Betrug am Kunden, denn wir sollen immerwährend
getäuscht werden. Auch die Frechheit an der Tankstelle mit dem Komma nach dem cent.
Ich jedenfalls zahle mal gerne 50 cent in Kleingeld- meine Kleinstgeld- auch wenn der Laden voll ist.
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