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Premiere-Chef muss gehen
11.09.2008, 15:33 Uhr | mash
Nach Millionenverlusten räumt Premiere-Chef Michael Börnicke seinen Stuhl (Foto: imago)Machtwechsel bei Premiere: Nach Millionenverlusten und mehreren schwachen Quartalen räumt der Vorstandschef des Bezahlsenders, Michael Börnicke, seinen Stuhl. Börnicke habe den Aufsichtsrat aus persönlichen Gründen gebeten, ihn von seiner Aufgabe freizustellen, teilte das Unternehmen in München mit. Nachfolger von Börnicke wird ausgerechnet ein Topmanager von Großaktionär Rupert Murdoch. #
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Murdoch-Vertrauter übernimmt Börnickes Posten
Der bisherige Aufsichtsrat von
Premiere und Murdoch-Mann Mark Williams übernimmt mit sofortiger Wirkung den Chefposten. Williams werde das Amt allerdings nur für eine Übergangsphase übernehmen, hieß es am Mittwochabend in Branchenkreisen. In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender wird das Aufsichtsratsmandat von Mark Williams ruhen. Damit dürfte deutlich werden, wer beim Bezahlsender das Sagen hat.
Vielbeschäftigter Manager
Der Manager ist derzeit unter anderem Finanzvorstand für Europa und Asien bei der News Corporation von Medienmogul Rupert Murdoch. Der Konzern, zu dem auch das "Wall Street Journal" gehört, hält derzeit 25,01 Prozent an Premiere und kontrolliert damit eine Sperrminorität, mit der er wichtige Beschlüsse auf Hauptversammlungen blockieren kann.
Kurze Episode bei Premiere
Der jetzt zurückgetretene Michael Börnicke hatte erst vor gut einem Jahr das Steuer bei Premiere von seinem Vorgänger Georg Kofler übernommen. Die Probleme wurden seither aber nicht kleiner. Neben hohen Kosten für den Rückkauf der Bundesliga-Rechte vom einstigen Rivalen Arena kämpfte der Sender vor allem auch mit zahlreichen Schwarzsehern.
Verluste verdoppelten sich innerhalb eines Jahres
Im ersten Halbjahr 2008 kletterten die Umsätze zwar von rund 453 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 524 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank allerdings von 48 auf 14 Millionen Euro. Unterm Strich fiel ein Verlust von 65,9 Millionen Euro an. Im Vorjahr betrug der Verlust 28,1 Millionen Euro.
Ehrgeizige Wachstumsziele verfehlt
Noch auf der Hauptversammlung des Unternehmens im Juni hatte Börnicke ehrgeizige Wachstumsziele für den Sender ausgegeben. So sollte der Umsatz bis 2012 auf zwei bis drei Milliarden Euro klettern. Auch die Anzahl der Abonnenten sollte erhöht werden. Bis zu zehn Millionen Kunden wollte Börnicke bis 2012 vorweisen. Im vergangenen Jahr hatte Premiere mit insgesamt 4,3 Millionen Kunden einen Umsatz von knapp einer Milliarde Euro erwirtschaftet.
Hatte sich Börnicke verkalkuliert?
Auch auf der Ergebnisseite hatte sich Börnicke viel vorgenommen. Ziel war eine Marge von 20 bis 30 Prozent beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). 2007 war Premiere auf einen Wert von rund 8,5 Prozent gekommen. Börnicke hatte betont, an diesen Zielen wolle er sich auch messen lassen. Ob sie weiter gelten, ließ ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa-fx zunächst offen. "Das kommunizieren wir zu gegebener Zeit."
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Quelle: t-online.de
, dpa-AFX