15.07.2011, 13:28 Uhr | AFP, dpa
Rupert Murdoch förderte lange die Karriere von Rebekah Brooks (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Sie sollte eigentlich die Suppe auslöffeln, aber dem Druck hielt sie nicht stand. Rebekah Brooks, Vorstandschefin der Verlagsgesellschaft News International und eine der engsten Vertrauten von Medienmogul Rupert Murdoch, trat im Sog des Abhörskandals zurück - als erste aus Murdochs Top-Garde.
In einer Mitteilung an die Angestellten von News International, der britischen Tochter des Konzerns News Corp von Medienmogul Rupert Murdoch, erklärte Brooks, sie fühle sich dafür verantwortlich, dass Menschen "verletzt" worden seien. Sie wolle daher noch einmal wiederholen, wie sehr sie die jetzt bekannt gewordenen Vorgänge bedauere. Als Konzernchefin habe sie zuletzt "im Fokus der Debatte" gestanden, erklärte die 43-Jährige. Dies habe von den "ehrlichen Bemühungen" des Konzerns abgelenkt, "die Probleme der Vergangenheit zu lösen".
Brooks war zur Zeit des Abhörskandals Chefredakteurin der inzwischen eingestellten Boulevardzeitung "News of the World", später leitete sie die Reaktion des Murdoch-Blatts "The Sun". Im September 2009 machte sie ihr Mentor Rupert Murdoch zur Vorstandschefin seiner britischen Zeitungsholding News International. Sie hat stets angegeben, nichts von den illegalen Abhörpraktiken gewusst zu haben. Ihr Nachfolger an der Spitze des britischen Murdoch-Ablegers wird nach Unternehmensangaben der bisherige Geschäftsführer des italienischen Bezahlsender Sky Italia, Tom Mockridge.
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Murdoch hatte sich in der vergangenen Woche zur Schließung der "News of the World" gezwungen gesehen, nachdem herausgekommen war, dass Journalisten Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Angesichts der Empörung der Öffentlichkeit und des steigenden Drucks der britischen Regierung zog Murdoch am Mittwoch auch sein Übernahmeangebot für den britischen Bezahlsender BSkyB zurück.
In den USA ist der Murdoch-Konzern mittlerweile ins Visier der US-Bundespolizei FBI geraten. Der Vorwurf, auch in den USA seien Telefone angezapft worden, sei dem FBI bekannt und es seien vorläufige Ermittlungen eingeleitet worden, sagte eine FBI-Sprecherin. Justizminister Eric Holder sagte bei einem Besuch in Australien, die Ermittlungsbehörden kämen in dem Fall voran.
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Mehrere US-Senatoren hatten zuvor Ermittlungen verlangt. Sie forderten die Behörden auf, Vorwürfen nachzugehen, wonach Journalisten einen Privatdetektiv mit dem Abhören der Telefone von Opfern der Terroranschläge vom 11. September 2001 beauftragt haben. In den USA gehört unter anderem der konservative Fernsehsender Fox News zum Medienimperium Murdochs.
Murdoch selbst verteidigte in einem Interview das Krisenmanagement seines Konzerns. News Corp habe "äußerst gut" auf die Krise reagiert, und zwar "in jeder Hinsicht", sagte Murdoch dem "Wall Street Journal". Es seien nur "kleine Fehler" gemacht worden. Der 80-Jährige kündigte eine eigene Untersuchung der Vorwürfe an, mit der er eine unabhängige Kommission beauftragen will.
Am Dienstag soll die Ex-Verlagschefin Brooks zusammen mit Murdoch und seinem Sohn James im Medienausschuss des britischen Unterhauses zu der Affäre Stellung nehmen. Murdoch bestätigte in dem Interview seine Teilnahme an der Anhörung. Er wolle sich dort zu den im Parlament zur Sprache gekommenen "Lügen" äußern.
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Quelle: dpa , AFP , t-online.de
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