23.03.2010, 12:00 Uhr | dpa-AFX, dpa
EMI in Not: Beatles werden ausgeliehen (Foto: dpa)
Im Ringen um sein Überleben will der britische Musikkonzern EMI einem Zeitungsbericht zufolge das Management alter Aufnahmen für rund fünf Jahre an die Konkurrenz übergeben. Dadurch könnte das strauchelnde Unternehmen rund 400 Millionen Britische Pfund (444 Millionen Euro) einnehmen und eine Übernahme durch die Citigroup verhindern, bei der es hohe Schulden hat, schreibt die "Sunday Times".
EMI sei mit mehreren Konkurrenten im Gespräch, um seinen nordamerikanischen Backup-Katalog zu übergeben. In solchen Katalogen sind die Rechte an Aufnahmen enthalten, die noch lieferbar aber keine Neuerscheinungen sind. EMI wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren. Derzeit werde unter anderem mit Universal Music verhandelt, auch Sony und Warner Music kämen infrage, schrieb die Zeitung.
In dem Back-Katalog seien unter anderem alte Aufnahmen der Beatles und von Blondie enthalten. Er sei für einen Großteil des Umsatzes verantwortlich. In der vergangenen Woche war spekuliert worden, dass der Konkurrent Warner Music sich mit dem US-Finanzinvestor KKR zusammengetan habe, um die Briten zu übernehmen. Derzeit gehört der Konzern, der Musikgrößen wie Robbie Williams und Coldplay unter Vertrag hat, noch dem Investor Terra Firma. EMI häuft seit längerer Zeit Verluste an und kann möglicherweise seine Milliardenkredite nicht rechtzeitig bedienen.
Der Musikkonzern sucht derweil sein Heil auch in der Neubesetzung des Chefpostens. Der ehemalige Chef des Fernsehsenders ITV, Charles Allen (53), soll Ende März an Bord kommen, wenn der derzeitige Musik-Vorstand Elio Leoni-Sceti das Unternehmen verlässt. Das teilte EMI vor gut zwei Wochen mit. Zuvor hatte EMI einen Verlust vor Steuern von fast 1,8 Milliarden Pfund (rund zwei Milliarden Euro) im Geschäftsjahr 2008/09 (Ende März) bekanntgegeben. Allen hatte nach seinem Abschied von ITV im Jahr 2007 Kritik einstecken müssen, er sei nicht kreativ genug.
dpa-AFX, dpa
Dieter schrieb:
am 23. März 2010 um 12:34:52
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Pleite soll EMI gehen, nachdem an einen Spinner wie R. Williams horrende Summen (Vorschuss) bezahlt wurden.
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