BASF übertrifft Erwartungen (Foto: dpa)Der weltgrößte Chemiekonzern BASF kommt dank besser laufender Geschäfte in Asien und Südamerika langsam aus dem Tal der Krise heraus. Auch die bereits früh eingeleiteten Sparprogramme zeigen ihre Wirkung. Alle Ergebnisse zogen im Schlussviertel trotz eines leichten Umsatzrückgangs kräftig an und übertrafen dabei die Schätzungen der Analysten. Dennoch dämpfte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht allzu große Euphorie: "Das Schlimmste haben wir hinter uns, die dunklen Wolken haben sich aber noch nicht verzogen." 2010 werde ein Übergangsjahr mit ungleichmäßiger Entwicklung in den Regionen. "Insgesamt ist noch kein selbsttragender dauerhafter Aufschwung erkennbar."
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Geringe Nachfrage sorgt für Umsatzeinbruch
Im Sog der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise waren beim Chemiegiganten 2009 die Ergebnisse in der ersten Jahreshälfte eingebrochen. BASF hatte auf den Nachfrageeinbruch vor allem in der Auto- und Bauindustrie bereits im Herbst 2008 reagiert. In rund 100 Anlagen wurde die Produktion weltweit gedrosselt und 80 Produktionsstätten vorübergehend komplett abgestellt. In der Spitze schickte BASF etwa 4000 Mitarbeiter auf dem deutschen Heimatmarkt in die Kurzarbeit.
Aufschwung im vierten Quartal
Das Unternehmen profitierte von dem früh eingeleiteten Sparkurs. Von Oktober bis Dezember verdreifachte sich das operative Ergebnis (EBIT) vor Sondereinflüssen fast auf 1,5 Milliarden Euro. In nahezu allen Geschäftsfeldern verbesserte die BASF die Ergebnisse. Rückgänge wiesen alleine das Öl- und Gas-Geschäft sowie die Agrochemie auf. Das größte Ergebnisplus verzeichnete das Unternehmen mit Chemikalien. Nach den Vorjahresverlusten wiesen Kunststoffe und Functional Solution wieder einen operativen Gewinn aus. Unter dem Strich betrug der Gewinn nach Anteilen Dritter 455 Millionen Euro - nach einem Verlust von 313 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um knapp acht Prozent auf 13,2 Milliarden Euro.
Umsatzminus im Gesamtjahr
Im Geschäftsjahr 2009 schrumpfte der Umsatz um knapp ein Fünftel auf 50,7 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereffekten ging um fast 30 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich verdiente die BASF mit 1,4 Milliarden Euro etwas weniger als die Hälfte. Das Ziel, eine Prämie auf die Kapitalkosten zu verdienen, habe BASF aufgrund der Integrationskosten für den erst im vergangenen Jahr übernommen Schweizer Spezialchemiekonzern Ciba nur "knapp verfehlt", hieß es weiter.
BASF kürzt Dividende
Die Dividende für 2009 will das BASF-Management wegen des Krisenjahrs auf 1,70 Euro je Aktie kürzen - diese Kappung fällt geringer aus als befürchtet. Für das Jahr 2008 hatten die Aktionäre noch 1,95 Euro für jeden Anteilsschein erhalten. Für 2010 erwartet der Konzern einen deutlichen Zuwachs beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sowie ein Umsatzplus. Das vierte Quartal mache Mut und stimme das Unternehmen zuversichtlich, erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht.
Aktien erklimmen die DAX-Spitze
BASF-Aktien kletterten nach der Bilanzvorlage an die DAX-Spitze. Börsianer verwiesen vor allem auf den überraschend hohen Dividendenvorschlag als wichtigste Triebfeder für die Aktien. Analysten waren teilweise von einer drastischeren Kürzung ausgegangen. BASF-Papiere verteuerten sich zwischenzeitlich um mehr als fünf Prozent.
Börsianer reagieren erfreut
Die Zahlen sind nach Einschätzung eines Händlers "etwas besser" als erwartet ausgefallen. Während der Umsatz die Prognosen genau getroffen habe, überrasche die Profitabilität leicht positiv. Der Ausblick auf einen "signifikanten Anstieg der Gewinne" klinge klar positiv. Die Unicredit ließ BASF nach Quartalszahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 51 Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen übertreffe die Unternehmensprognosen und Markterwartungen deutlich, schrieb Analyst Andreas Heine. Angesichts der sehr guten Gewinnentwicklung erschienen die Markterwartungen eines Gewinns je Aktie von 3,18 Euro im Jahr 2010 zu niedrig. Heine rechnet mit 4,42 Euro.