Gerüchte um BNP Paribas - SocGen dementiert Probleme
11.08.2011, 13:06 Uhr | dpa-AFX, sky
Filiale der SocGen (Foto: imago) Nächste Runde in der Bankenkrise: Neuerliche Gerüchte um ein französisches Kreditinstitut haben die Titel aus der Branche europaweit abrutschen lassen. Am Markt werde diskutiert, dass bei der BNP Paribas der Verlust im Zusammenhang mit Griechenland größer als angenommen sein könnte, sagten Börsianer. Der Stoxx 600 Banken gab daraufhin seine deutlichen Gewinne aus dem frühen Handel komplett ab und rutschte ins Minus. Zuletzt war er einer der schwächsten Branchenindizes. Die Societe Generale stellte sich gegen kursierende Spekulationen.
Die Papiere der BNP Paribas waren zwischenzeitlich das Schlusslicht im EuroStoxx50. Auch für den französischen Branchenkollegen Société Générale ging es um 4,2 Prozent auf 21,25 Euro nach unten. Diese Papiere hatten am Vortag unter Gerüchten gelitten und waren zeitweise um mehr als 20 Prozent abgesackt. Ein ähnliches Kursbild zeigte sich am Donnerstag auch in Italien und Spanien, auch hier zog es die Bankenwerte in die Verlustzone.
Am deutschen Markt rutschten die Deutsche Bank-Aktie ins Minus. Commerzbank konnten sich indes zeitweise als einer der besten DAX-Werte im Plus halten. Hier sorgten einige positive Analystenkommentare zu den am Vortag vorgelegten Zahlen für Rückenwind. Chintan Joshi vom Analysehaus Nomura hatte etwa geschrieben, dass die Resultate der Commerzbank jenseits der Griechenland-Abschreibungen positive Trends gezeigt hätten.
Analysten ratlos
Analyst Matt Spick von der Deutschen Bank betonte in deiner Studie, dass die Titel europäischer Banken insgesamt trotz der jüngsten Kursverluste noch immer nicht auf einem Niveau seien, das bei früheren Abwärtszyklen ein Kaufsignal ausgelöst habe. Am deutlichsten eingepreist seien die derzeitigen Risiken, darunter auch die Möglichkeit einer Rezession, in Großbritannien, Italien, Deutschland und Frankreich. Generell sei angesichts der extremen Marktsituation eine konventionelle Bewertung dieser Aktien schwierig bis unmöglich.
Nach dem dramatischen Kurssturz an der Börse bemühte sich der Chef der französischen Großbank Société Générale, Frédéric Oudéa, Zweifel an dem Geldinstitut zu zerstreuen. "Wir machen beständig Gewinne, wir haben unser Kapital verstärkt, es gibt kein Problem für die Société Générale", sagte Oudéa im Radiosender RTL. Auch von den Plänen Griechenlands, Anleihen mit einer längeren Laufzeit als 2020 in ein Tauschprogramm aufzunehmen, sei die Bank nicht betroffen. "Wir haben keine griechischen Anleihen, die länger als bis 2020 laufen", sagte Oudéa der Zeitung "Le Figaro".
Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen tragen zur Rettung Griechenlands bei, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Papiere mit längeren Laufzeiten tauschen und dafür Abschläge in Kauf nehmen. Die Société Générale hält besonders viele griechische Anleihen und muss deshalb auch hohe Abschreibungen verkraften. Im zweiten Quartal sank der Betriebsgewinn im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Drittel auf 747 Millionen Euro.
Im Markt herrschte Unruhe wegen dieser Engagements. Wie die Société Générale auf ihrer Website meldete, entschuldigte sich die britische Zeitung "Mail on Sunday" inzwischen für einen Bericht, der zu diesen Gerüchten beigetragen hatte - demnach soll die Bank kurz vor dem Umkippen stehen. In dem von der SocGen veröffentlichten Statement der Zeitung heißt es, der Bericht sei falsch. Die Bank beauftragte inzwischen die Börsenaufsicht AMF, den Ursprung der Falschinformationen zu suchen.