
22.02.2011, 10:27 Uhr | Financial Times Deutschland
Ein echter Inder: Der Bharat-Benz soll zu 80 Prozent in Indien gebaut werden (Foto: Daimler) (Quelle: Hersteller)
Neues Schwergewicht auf dem Nutzfahrzeugmarkt: Die Stuttgarter kreieren eine neue Lkw-Marke für den Subkontinent. Und der beste Ort dafür ist natürlich das "Detroit Indiens".
Der weltgrößte Lastwagenbauer Daimler will Indien mit einer neuen Marke erobern. "Unsere Bharat-Benz-Lkw sind die richtige Mischung aus Daimler-DNA und indischem Markt-Know-how", sagte Konzernchef Dieter Zetsche bei der Präsentation der neuen Tochter in Chennai im Südosten des Landes.
Die Stadt, die bis 1996 Madras hieß, ist ein Schwerpunkt der dortigen Autoindustrie und wird daher auch gern "Detroit Indiens" genannt. Große Hersteller wie Hyundai, Ford, BMW oder Honda haben sich rund um die Metropole angesiedelt - nebst etlichen Zulieferbetrieben. Letztendlich sollen mehr als 80 Prozent der Teile für die neuen Lkw lokal gefertigt werden, sagte eine Sprecherin zur Onlineausgabe der "Financial Times Deutschland" (FTD.de).
Die leichten Lkw der neuen Marke werden laut Daimler auf der Plattform des Fuso Canter basieren, im schweren Segment komme die Basis der Mercedes-Benz Lkw zum Einsatz. Derzeit werde die Produktion in dem Ort Oragadam bei Chennai aufgebaut. Schon jetzt beschäftige Daimler dort 650 Mitarbeiter in der Verwaltung. Wie viele Mitarbeiter das Werk insgesamt haben wird, wenn die Produktion im nächsten Jahr anläuft, sei noch nicht endgültig abzusehen, sagte die Sprecherin.
Fest steht dagegen die Investitionssumme: Innerhalb von fünf Jahren wollen die Stuttgarter rund 700 Millionen Euro in den Standort stecken. Die Fahrzeuge sollen die Gewichtsklasse zwischen sechs bis 49 Tonnen abdecken und in Indien entwickelt und gebaut werden. Starten wollen die Deutschen mit 36.000 Stück pro Jahr, das Volumen soll später wachsen. Größter Konkurrent ist der dortige Marktführer Tata.
Ihren neuen Markennamen erklären die Schwaben so: Bharat bedeute in verschiedenen Landessprachen "Indien". Zuletzt wurden laut Daimler pro Jahr in dem Land mit seinen mehr als einer Milliarde Einwohnern rund 283.000 mittlere und schwere Lkw verkauft. "Wir gehen davon aus, dass die indische Lkw-Industrie ihr Volumen bis 2020 verdoppeln wird", sagte Andreas Renschler, Nutzfahrzeugchef im Konzern.
Zetsche hatte Indien wegen der großen Wachstumserwartungen zuletzt bereits als das mögliche nächste China bezeichnet. Das Land sei ein vielversprechender Absatzmarkt für Lkw, sagte auch Professor Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach. Weil dort derzeit viel gebaut werde, sei auch die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen groß.
Auch die Pkw-Hersteller sind optimistisch für den Markt - wenngleich Experten davon ausgehen, dass sich die Autokonjunktur dort wegen steigender Benzin- und Rohstoffkosten zumindest kurzfristig etwas abkühlen könnte. Im vergangenen Jahr wurden 2,4 Millionen Pkw in Indien verkauft, 3,2 Millionen dürften es Prognosen zufolge 2015 sein.
Bharat-Benz ist Daimlers fünfte Lastwagenmarke neben Mercedes-Benz, der japanischen Fuso sowie Freightliner und Western Star in den USA.
Financial Times Deutschland
Hero schrieb:
am 19. Februar 2011 um 10:21:37
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LKW für Indien
Ach so! ein fast normaler LKW ist das.... dachte der hätte Sitze auf dem Dach und Seitliche Haltestangen!
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kolkrabe schrieb:
am 18. Februar 2011 um 15:13:38
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Daimler
Der Schritt ist richtig. Kommt darauf an, was draus gemacht wird. Die Heckenschützen in den eigenen Reihen warten schon. Kenne
Indien als Produktionsstandort und Markt aus eigener Erfahrung. Da muss man schon sehr tolerant und offen sein, um Erfolg zu haben. Und das ist ja nicht gerade Daimlers Stärke. Viel Spaß und Erfolg.
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Kuddel schrieb:
am 17. Februar 2011 um 21:48:23
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Bharat-Benz
Keine Ahnung,dann gedeckt bleiben! Weltkonzere müssen weltweitam Ball bleiben, das sichert eigene Arbeitsplätze! Die Märkte
sind offen, jeder will/ muß weiterkommen! Der Nachholbedarf der u.a. asiatischen Staaten, ist ungeheuerlich! Dort müssen diese Konzere investieren, zu welchen Bedingungen, können wir vielleicht jetzt noch regeln? In 15-20 Jahren nicht mehr! Auch die USA und die Russen, nicht mehr! "China und Indien sind am/ werden am Ball sein ",sagte damals schon mein Vater!
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