08.08.2011, 18:31 Uhr | dpa
RWE will den Atomausstieg in Deutschland mit einem international erfahrenen Manager aus dem eigenen Haus bewältigen. Neuer Chef des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns wird Anfang Juli nächsten Jahres Peter Terium, teilte RWE mit. Der 47-jährige Niederländer rückt im kommenden Monat von der Tochter Essent in den Konzernvorstand auf und wird zunächst Stellvertreter von Jürgen Großmann. Der 59-jährige RWE-Chef, der sich besonders deutlich für eine Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke stark gemacht hatte, räumt den Chefposten etwas früher als geplant.
RWE will mit dem Verkauf eigener Aktien und einer Kapitalerhöhung 2,5 Milliarden Euro einnehmen. Außerdem soll das Verkaufsprogramm erweitert werden, teilte RWE weiter mit. Bisher wollte sich RWE bis 2012 von Randgeschäften und Beteiligungen im Volumen von acht Milliarden Euro trennen. Die Maßnahmen seien wichtige Bestandteile eines Gesamtpakets, mit dem das Unternehmen seine finanzielle Basis stärken und so Spielräume für künftiges Wachstum schaffen will, hieß es in der Mitteilung des Energiekonzerns. Wegen seiner hohen Verschuldung steht RWE unter strenger Beobachtung der Ratingagenturen.
Aktionärsschützer begrüßten die Personalentscheidung. "Wir sind glücklich, dass es keine Doppelspitze gibt. Das wäre nur eine Notlösung", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, der Nachrichtenagentur dpa. "Wichtig ist, dass es einen gibt, der vorangeht." Die Entscheidung trage die Handschrift des Aufsichtsratschefs Manfred Schneider.
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Der RWE-Aufsichtsrat hatte zuvor heftig um die Nachfolge von Großmann gerungen. Wie die "Rheinische Post" und "Die Welt" vorab berichteten, sollen Schneider und Aufsichtsratsmitglied Paul Achleitner (Allianz-Vorstand) mit Rücktritt gedroht haben, um Terium durchzubekommen. Als Wunschkandidat der kommunalen Aktionäre, die etwa ein Fünftel der RWE-Anteile halten und im Aufsichtsrat vier Plätze besetzen, galt Rolf Martin Schmitz. Dieser ist seit 2009 im RWE-Vorstand für das operative Geschäft zuständig. Mit 54 Jahren ist er aus Sicht vieler allerdings für den Chefsessel schon zu alt.
Schmitz geht aber nicht leer aus. Der Aufsichtsrat ernannte ihn zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Diese Aufwertung tritt zu dem Zeitpunkt in Kraft, an dem Terium den Chefposten übernimmt. Der Niederländer hat internationale Erfahrung und kennt zudem auch RWE, wo er 2003 als Leiter des Konzern-Controllings begann. Seit 2009 steht Terium an der Spitze der niederländischen RWE-Tochter Essent. Bei der Integration dieses Unternehmens in den Essener Konzern übte sich der gelernte Steuerfachmann schon im Umgang mit Kommunen, denn Essent gehörte zuvor niederländischen Provinzen und Gemeinden.
Quelle: dpa
Ludwig schrieb:
am 8. August 2011 um 19:59:53
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RWE
Ich kann mir nicht vorstellen, dass RWE nach einer Verstaatlichung erfolgreicher sein wird ,wenn das Unternehmen dann von unfähigen
Politikern und dummen Ideologen geführt wird. Ein abschreckendes Beispiel ist die frühere DDR.
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Mario K. schrieb:
am 8. August 2011 um 18:40:50
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RWE
nach der nächsten wahl (rot-rot-grün wird gewinnen) werden wir linken dafür sorgen, dass RWE verstaatlicht wird. es wird entlich zeit,
dem großßkapital die stirn zu bieten.
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