30.08.2011, 15:21 Uhr | dapd, AFP
Niedriglöhne als Sprungbrett (Quelle: Archiv)
Für einen Teil der Geringverdiener ist ihr Job ein Sprungbrett in eine normal bezahlte Tätigkeit. Demnach stehen 24,1 Prozent Lohnaufsteigern jährlich nur 4,8 Prozent Absteiger gegenüber, die vorher Normalverdiener waren. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Niedriglohnsektor in Deutschland, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt hat.
Die Studie zeige damit deutlich, dass die weitverbreitete Angst der Menschen vor einem Abstieg in einen gering bezahlten Job unbegründet sei, sagte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Zudem biete der Niedriglohnsektor vielen Arbeitslosen die Möglichkeit, überhaupt wieder in Beschäftigung zu kommen. Ein Abbau des Sektors für Normalverdiener zugunsten von Billigjobs fand laut Studie zwischen 1994 und 2009 nicht statt.
Aus der Studie lässt sich allerdings nicht herauslesen, ob tatsächlich diejenigen in normale Arbeitsverhältnisse aufsteigen, die zuvor arbeitslos waren, wie Studienautor Holger Schäfer vom IW sagte. "Wir wissen nicht, ob es die Gleichen sind, die vorher arbeitslos waren." Die Interpretation der INSM sei daher "vielleicht ein bisschen zugespitzt, man kann sie aber durchaus ziehen", sagte er - denn die Aufstiegschancen aus der Arbeitslosigkeit in den Niedriglohn-Sektor seien gut, und ebenso die Chancen eines Aufstiegs aus einem Niedriglohn-Job in ein normales Arbeitsverhältnis
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Pellengahr verteidigte die beispielsweise im Friseurhandwerk üblichen niedrigen Löhne selbst für gelernte Kräfte. "Jeder Job ist besser als kein Job", sagte er und verwies auf die Möglichkeit, durch weitere Qualifizierung und einen Wechsel des Arbeitgebers den Aufstieg zu schaffen. Laut Studie liege zudem das Armutsrisiko auch bei geringen Stundenlöhnen mit 16 Prozent deutlich niedriger als bei Arbeitslosen mit 61 Prozent.
Schäfer widersprach der Vorstellung, der Niedriglohnsektor biete vor allem Jobs für Geringqualifizierte in einfachen Tätigkeiten. Mehr als 80 Prozent der dort Beschäftigten verfüge über mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung. Allerdings übten zwei Drittel entweder einfache Tätigkeiten aus oder verfügten über eine nicht zum Beruf passende Ausbildung, sagte er.
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Gewerkschaften und Grüne kritisierten die Schlussfolgerungen der Untersuchung. Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte, die Studie sei irreführend und schönfärberisch. Erstmals sei damit auch von Arbeitgeberseite bestätigt worden, dass mit 22 Prozent bereits etwa jeder fünfte Beschäftigte heute für Niedriglöhne arbeite, sagte Bsirske und bekräftigte erneut die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn.
Ähnlich äußerte sich die arbeitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Brigitte Pothmer. Lohndumping und die Aufstockung mit Arbeitslosengeld II blieben "bedrückender Alltag in Deutschland", drei Viertel aller Geringverdiener steckten dauerhaft in der Niedriglohnfalle fest.
Quelle: dapd , AFP , t-online.de
Sam schrieb:
am 30. Oktober 2011 um 17:05:58
(3)
(1)
Hungerlohn
Alleine das Verdi von einen Mindestlohn von 8,50 € spricht, ist für eine Gewerkschaft unterste Schublade und somit die
Frechheit des Jahres für jeden Mindestlohn- Arbeiter.
Bin ich froh das ich nicht mehr bei der Gewerkschaft bin.
12 Euro wären meiner Meinung nach realistisch und nicht 7,60 € wie im Moment.
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KlausDF schrieb:
am 30. Oktober 2011 um 15:32:41
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(0)
Niedriglohn als Sprungbrett
Nachtrag zum vorigen Brief.
Denn so sieht ein Unternehmen aus das Verantwortung für den Sozialstaat auf seine
Fahnen geschrieben hat. Und dann kann ein Arbeitnehmer auch Stolz sein für solch ein Unternehmen zu arbeiten. Da geht man auch mal mit nem Schnupfen oder Kopfschmerzen ins Büro od. auf die Baustellen. Heute geht es den meisten in unserer Gesellschaft ? nur noch darum den anderen übern Tisch zu ziehen und zu bescheissen. Pfui Teufel !!
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KlausDF schrieb:
am 30. Oktober 2011 um 15:18:26
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Niedriglohn als Sprungbrett ?
Das liegt eindeutig an den Unternehmen welche Leiharbeiter beschäftigen ! Heute geht es nur um Billig! Meine
frühere Fa. R&M eine der größten im Wärmeschutz hat ab den 70 ern auch mit Verleihfirmen gearbeitet. Da diese Verl.-Fa. nicht im Baugewerbe sondern als Montagebetrieb galt, machten unsere Chefs da die keinen Bautarif(Soziallstg.usw.) erhielten zur Bedingung das deren Beschäftigte die ausert.Zulagen auf den Std.-Lohn angerechnet bekamen welches von mir als Betriebsrat kontrolliert wurde.
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