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Nokia: Handyhersteller gibt PR-Pannen bei Werksschließung zu

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Nokia gesteht PR-Pannen bei Werksschließung ein

25.06.2008, 11:37 Uhr | Financial Times Deutschland

Nokia: PR-Pannen bei Werksschließung in Bochum eingestanden (Foto: ddp) Nokia: PR-Pannen bei Werksschließung in Bochum eingestanden (Foto: ddp) Nokia überdenkt seine Strategie zur Unternehmenskommunikation. Im Interview der Financial Times sagte der Personalvorstand des finnischen Handyherstellers, sein Unternehmen sei "naiv" gewesen, das Ausmaß der Proteste nach der Schließung des Werks in Bochum nicht vorherzusehen. Die Schließung des Nokia-Werks im Januar dieses Jahres hatte einen politischen Sturm der Entrüstung in Deutschland losgetreten und dem Image der Marke Nokia hierzulande sehr geschadet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Vorgehen des Handykonzerns kritisiert.

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Es lag nur am Geld
"Wir haben die Gründe für die Schließung nicht klar genug dargelegt", so Personalvorstand Juha Äkräs. Das müsse künftig auf jeden Fall verbessert werden, sagte er. Mit dem Aus für das Nokia-Werk sind rund 2300 Stellen verloren gegangen. Äkräs verteidigte die Entscheidung des Handykonzerns allerdings mit Kostengründen. Während in den vergangenen Jahren die Handypreise auf internationaler Ebene um etwa 35 Prozent gefallen seien, seien die Arbeitskosten in Deutschland um 20 Prozent gestiegen. Die Arbeitskosten in Rumänien, dem neuen Produktionsstandort des Konzerns, betragen nur ein Zehntel derer in Deutschland, so der Manager.

Nokia nicht mit deutscher Unternehmenskultur vertraut
Vor der Bekanntgabe der Werksschließung am 15. Januar hatte Nokia die relevanten politischen Parteien nicht informiert, eine Strategie, die von Politikern wie Analysten kritisiert wurde. Trotz der offensichtlichen Kommunikationsfehler, sei der Gesamtansatz aber richtig gewesen, so Äkräs. Die Kommunikationsfehler führt er darauf zurück, dass Nokia mit der deutschen Unternehmenskultur nicht ausreichend vertraut sei.

Weiterhin schlechtes Beispiel
Auch Monate nach Ankündigung der Werksschließung wird Nokia als Beispiel für ein "unsoziales" Unternehmen ins Feld geführt. Ende April sagte SPD-Chef Kurt Beck vor dem Bundestag, dass Jobverlagerungen wie im Fall Nokia inakzeptabel seien.

Ehrlich und naiv?
Äkräs sagte, Nokia habe sechs Prozent seiner Handys in Bochum produziert, das Werk habe aber 23 Prozent der Arbeitskosten ausgemacht. Trotz der Erfahrungen in Deutschland werde Nokia künftig an seiner "traditionell ehrlichen, sogar naiven" Unternehmenskultur festhalten und Arbeitnehmern und anderen schwierige Entscheidungen ohne Schönfärberei mitteilen. "Man kann sagen, dass es dumm ist, so ehrlich zu sein", sagte Äkräs. Aber dieser Ansatz werde sich nicht ändern.

Fairer Partner für Betriebsrat
Silvano Guidone, der stellvertretende Betriebsratschef im Bochumer Nokia-Werk, sagte, der finnische Handykonzern sei sowohl vor Ankündigung der Schließung als auch während der Gespräche in den vergangenen Wochen ein "fairer Partner" gewesen. "Das macht den Schmerz der Ankündigung an sich und die schlechte Art und Weise, wie das Unternehmen damit umgegangen ist, umso schwieriger", sagte Guidone.

Auswirkungen auf das Markenimage
Nokia-Konzernsprecherin Arja Suominen sagte, die Unzufriedenheit über die Schließung hätte "sicherlich Auswirkungen" auf das Markenimage des Handykonzerns. Mit der Zeit werde sich dies aber wieder geben, sagte die Sprecherin. Erst im vergangenen Monat hatte Nokia sich mit den Angestellten in Bochum auf ein rund 200 Mio. Euro schweres Abfindungspaket geeinigt - eines der großzügigsten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Nokia werde ein Forschungszentrum und einige andere Anlagen in Deutschland behalten, sagte Suominen.

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Quelle: Financial Times Deutschland

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