Handy von Nokia (Foto: dpa)Hoffnungsschimmer für Nokia: Der unter Druck stehende weltgrößte Handy-Hersteller hat im ersten Quartal den Umsatz gesteigert. Von Januar bis März 2011 ging der Nettogewinn um ein Prozent auf 344 Millionen Euro zurück. Der Umsatz legte um 9,2 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro zu. Nokia ist zwar nach wie vor der größte Handy-Produzent der Welt, verliert aber bei den lukrativen Smartphones an Boden. Vor allem das Google-Betriebssystem Android, auf das mehrere Hersteller zurückgreifen, breitet sich bei den Computer-Telefonen schnell aus. Die in den vergangenen Monaten kräftig gebeutelte Aktie legte nach den Zahlen leicht zu.
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Nokia hinkt dem Markt hinterher
Zugleich demonstrierte die ausführliche Quartalsbilanz auch die Schwächen der Finnen. Der operative Gewinn des am Beginn eines tief greifenden Umbaus stehende Konzerns fiel um 14 Prozent auf 704 Millionen Euro. Damit schnitt das Unternehmen aber besser ab als von Experten erwartet. Während der Mobilfunkmarkt rasant wächst, verkaufte Nokia mit 108,5 Millionen Handys gerade einmal ein Prozent mehr als vor einem Jahr - und zwölf Prozent weniger als im Schlussquartal 2010. Bei den Smartphones kam Nokia auf 24,2 Millionen Geräte, ein Plus von 13 Prozent im Jahresvergleich.
Pro Handy verdient Nokia zu wenig
Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Nokia-Handys war zwar etwas höher als vor einem Jahr: 65 statt 62 Euro. Im Quartal davor konnte der Konzern aber mehr teurere Telefone absetzen und war noch auf 69 Euro pro Handy gekommen. Und hier wird der Kontrast zu Apple deutlich. Der US-Rivale setzte in den drei Monaten 18,7 Millionen seiner iPhones ab - und die bringen pro Gerät nach früheren Angaben um die 600 Dollar in die Kasse. Eine genaue Zahl für das vergangenene Quartal wolle Apple nicht nennen, mit der Begründung, Konkurrenten nicht helfen zu wollen.
Durststrecke wegen neuen Betriebssystems
Das Symbian-System von Nokia hat lange den Smartphone-Markt dominiert. Noch im Jahr 2007 hielt das Betriebssystem einen Marktanteil von 64 Prozent bei den Computer-Handys. Im Februar zog der neue Chef Stephen Elop die Reißleine und kündigte den Übergang zu Microsofts Windows Phone als Haupt-Betriebssystem für Nokias Smartphones an. Erste Windows-Geräte von Nokia könnten aber frühestens zum Jahresende fertig sein. Für die Übergangsphase rechnen auch die Finnen selbst mit einer Durststrecke.