10.05.2010, 15:53 Uhr | cs mit dpa
Nouriel Roubini ist Professor für Ökonomie an der Stern School of Business in New York (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Die Schuldenkrise hat Europa fest im Griff und droht nun auch die USA zu erfassen. Der Crash-Prophet Nouriel Roubini warnte auf einer Tagung in Los Angeles vor steigender Inflation und Staatspleiten - auch in den USA: "Das Risiko, dass den Vereinigten Staaten etwas passiert, ist groß." Der Professor der New Yorker University Stern School of Business war einer der Wenigen, die die globale Finanzkrise vorhergesagt hatten. Deshalb hat sein Wort Gewicht. Ihm zufolge habe das Schuldenproblem eine viel größere Dimension, und führe langfristig zu Hyperinflation von Griechenland über Japan bis in die USA, wie "Businessweek" berichtet. "Zurzeit machen sich die Märkte um Griechenland Sorgen, doch die Griechen sind lediglich die Spitze des Eisbergs."
Nun schoss der renommierte Ökonom auf der Milken Instiute Global Conference in Beverly Hills scharf gegen die US-Regierung. Denn in Washington gebe es keine Bereitschaft, etwas gegen die Ursachen der Krise zu unternehmen, falls dies die Anleihen-Märkte nicht erzwingen. "Irgendwann werden auch in den USA die fiskalischen Probleme in den Vordergrund treten", prophezeit Roubini. Das Risiko, das in den kommenden zwei bis drei Jahren in den USA etwas Ernstes passiere, sei beträchtlich. "Worüber ich mir Sorgen mache, ist der weitere Aufbau von Staatsschulden."
Wenn das Schuldenproblem nicht gelöst werde, würden Staaten entweder nicht mehr in der Lage sein, ihre Schulden zurückzuzahlen oder die Druckerpresse anwerfen und damit eine Hyperinflation auslösen. Deshalb müssten die USA rasch die Steuern erhöhen und die Staatsausgaben zurückfahren. Er plädierte für die Einführung einer CO2-Steuer auf Benzin, mit deren Hilfe die USA ihr Staatsdefizit reduzieren könnten. Den Europäern riet er, ebenfalls beim Staatshaushalt zu sparen.
Die Schuldenprobleme der europäischen Staaten weiteten sich unterdessen aus. Denn nicht nur Griechenland hat zur Zeit erheblich Probleme mit seiner Kreditwürdigkeit. So stufte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erst in dieser Woche die Kreditwürdigkeit von Portugal und Spanien herab. Trotz Herabstufung gilt Spanien mit einem Rating von "AA" zwar nach wie vor als guter Schuldner. Dennoch verteuert das schlechtere Rating die Kreditaufnahme für das südeuropäische Land. Ein Problem, das vor allem Griechenland erheblich zu schaffen macht. Denn das Rating der Hellen hat S&P bereits auf Ramschstatus gesetzt.
Unterdessen müssen sich die Griechen auf drakonische Einschnitte einstellen, um an den Notfallplan des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU zu kommen. Zu den Auflagen für das Milliardenpaket gehören Gehaltskürzungen, Einschnitte beim öffentlichen Dienst und für Rentner sowie erneute Steueranhebungen. Der Notfallplan des IWF und der Euro-Partner von mehr als 120 Milliarden Euro soll bis spätestens Sonntag festgezurrt werden. Die deutschen Milliarden-Kredite könnten dann Ende nächster Woche endgültig stehen.
Quelle: t-online.de , dpa
Helmut2010 schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 22:49:49
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Prof. Roubini
Kennt Hr. Roubini die Staatsverschuldung der USA? Gegen diese 13 Billionen US-Dollar nehmen sich die rund 1 Billion € der
PIGS eher bescheiden aus. Vor Allem, wenn man die momentane Wirtschaftslage sieht der USA und der EU vergleicht. Allerdings die Angst, die er hat, hatte ich schon im Oktober 2008.
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Realist schrieb:
am 5. Mai 2010 um 08:41:12
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Liegt einer erst mal am Boden...
... so trampelt die Masse erst recht auf ihm herum! Auf einmal haben die Griechen alles falsch gemacht?
Natürlich, da ist es zu Verschwendung und Fehlern gekommen. Aber Hand auf's Herz: ist das bei uns anders? Jetzt ein paar Nettigkeiten wie überzogene Pensionsregelungen breit zu treten, beleuchtet doch nur kleine Besonderheiten. Es scheint sich m. E. mehr und mehr abzuzeichnen, dass wir es mit einem grundlegenden Problem des Wirtschaftssystems als solchem zu tun haben.
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groschy schrieb:
am 4. Mai 2010 um 19:42:36
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griechenland
Mann kann es nicht mehr hören jetzt wird so getan als ob alle Griechen im öffentlich Dienst arbeiten und schon sind all die
Griechen faul und überbezahlt,das hört mann auch ständig über die vielen faulen deutschen Arbeitslosen wer hat wirklich Schuld?
Das System und ihre "Lenker und Denker" die wirklich überbezahlten Schmarotzer in Wirtschaft und Politik.
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