12.07.2010, 11:51 Uhr | dpa, AFP
Eine schärfere Steuerprüfung vor allem von Banken würde dem deutschen Staat nach Ansicht der OECD mehrere Milliarden Euro pro Jahr bescheren. Es liege ein "enormes Potenzial brach, um durch einen besseren Steuervollzug den Defizitabbau zu unterstützen", sagte der Leiter der Steuerabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Jeffrey Owens, der "Berliner Zeitung". Dabei gehe es nicht um ein oder zwei Milliarden, sondern um "viele, viele Milliarden Euro".
Der Steuerexperte der internationalen Organisation kritisierte insbesondere die Umgehungsmöglichkeiten für Banken. "Effektiv zahlen Banken weniger Steuern als andere Branchen. Sie haben mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um die Steuerlast zu reduzieren." Der Finanzexperte rief dazu auf, die Steuerverwaltung von Sparanstrengungen auszunehmen und sogar auszubauen: "Investitionen in die Steuerverwaltung sind Investitionen mit hohen Renditen." So gingen die Regierungen in Australien, Irland oder Großbritannien alle davon aus, dass sie "durch einen besseren Steuervollzug die Einnahmen mindestens um 20 Prozent steigern können".
Auf offene Ohren dürfte Owens mit seinen Forderungen bei den Gewerkschaften stoßen. Im April dieses Jahres kritisierte die Deutsche Steuergewerkschaft das Fehlen von 15.000 Beamten in der Finanzverwaltung und nahm dabei auch Bezug auf die Staatseinnahmen. Demnach fehlten mehr als 3000 Betriebsprüfer und 400 Steuerfahnder, was zu einer Vernachlässigung von Betriebsprüfungen führe. Konkrete Zahlen nannte die Gewerkschaft ebenfalls: Im Schnitt treibe ein Steuerfahnder jährlich knapp eine Million Euro zusätzlich für den Fiskus ein. Bei einem Betriebsprüfer seien es gut 1,2 Millionen Euro.
Die OECD warnte unterdessen auch vor einem europäischen Alleingang bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer. "Wenn wirklich eine Finanztransaktionssteuer gemeint ist mit Summen, die der Rede wert sind, dann kann ein europäischer Alleingang nicht funktionieren", sagte Owens der Onlineausgabe der "Frankfurter Rundschau". Bei einer solchen Steuer müssten "die großen Finanzplätze dieser Welt" wie etwa die USA und Japan dabei sein, sagte er.
Quelle: AFP , dpa , t-online.de
Rudiratlos schrieb:
am 16. Dezember 2010 um 16:29:10
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wer ewig prüft kann nicht sündigen
das ist das Problem, bei den Mittelständlern geben sich die Prüfer regelrecht die Klinke in die Hand
und die Großen, wo es sich echt lohnen würde, bleiben schön verschont.
Da kann man dann uns schön erzählen, dass doch alle Prüfer ständig was prüfen... Ein Schelm, wer Böses dabei denkt - aber vielleicht gibts ja von den Nichtgeprüften wenigstens ordentliche Parteispenden...
Denkt an die 4 hessischen Steuerprüfer, die wegen zu viel Eifer im Dienst aus psychischen Gründen frühpensionieniert wurde
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Fenstergucker schrieb:
am 27. August 2010 um 19:07:50
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Steuerprüfung
Das Finanzamt hat mich Mittelständler im unteren Umsatzsegment mit Prüfungen in den letzten 10 Jahren fast ruiniert.
Nachgezahlt habe ich letztlich nichts, aber Zeit in Unmengen vergeudet, in denen ich nichts verdienen konnte. Und nachher fragen die noch frech, warum man keinen Umsatz gemacht hat. Aber wir sind für die weiche Ziele ohne Lobby, an denen wird das Soll erfüllt und die Staats-Willkür ausgetobt - Beispiel Anlage EÜR.
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Franz schrieb:
am 29. Juli 2010 um 18:36:01
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Falsche Prioritäten
Solange Steuerprüfer sich auf Kleinunternehmer stürzen, kommen die großen Firmen davon. Bei mir wurde innerhalb von 5
Jahren 2x geprüft, weil ich meine Frau beschäftigt hatte. Selbst wenn ich betrogen hätte, wären das nicht mal 2000 € für das Finanzamt gewesen.
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