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OECD korrigiert Konjunkturprognose deutlich nach oben

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OECD korrigiert Wirtschaftsprognose nach oben

20.11.2009, 10:22 Uhr | dpa-AFX

Vollbeladenes Containerschiff zeigt Aufschwung bei Exporten (Foto: ddp) Vollbeladenes Containerschiff zeigt Aufschwung bei Exporten (Foto: ddp) Die Weltwirtschaft gibt im nächsten Jahr wieder Gas - und Deutschland könnte in Europa am stärksten davon profitieren. Die OECD erwartet, dass die Bundesrepublik dank ihrer Export-Champions und der staatlichen Konjunktur-Pakete besser als viele EU-Partner durch die Krise kommt. 2010 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 1,5 Prozent zulegen, so die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Auch die Bundesbank und das ifo-Institut sehen Zeichen für eine globale Erholung von der tiefen Krise in Form von größer als bislang erwartetem Wachstum.

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Erwartungen deutlich nach oben gesetzt

Im Juli hatte die OECD nur ein ganz kleines Plus von 0,2 Prozent erwartet. Berücksichtigt man, dass es 2010 mehr Arbeitstage als im Vorjahr gibt, könnte der Zuwachs sogar bei 1,6 Prozent liegen. Die OECD spricht unterm Strich von rund 1,5 Prozent. Im laufenden Jahr wird ein Absturz um 4,9 Prozent beim BIP erwartet. "Das Schlimmste liegt hinter uns. Wir erleben in Deutschland jetzt einen klassischen exportgetriebenen Aufschwung", sagte OECD-Experte Felix Hüfner.



Weltwirtschaft erholt sich

2011 könne Europas größte Volkswirtschaft sogar um knapp 2 Prozent zulegen. Die Länder der Euro-Zone wachsen nicht so stark. Hier rechnet die OECD für 2010 mit einem Plus von 0,9 Prozent und für 2011 von 1,7 Prozent. Die Weltwirtschaft werde im nächsten Jahr mit gut sechs Prozent ordentlich Tempo machen.

Auch ifo und Bundesbank sind optimistisch

Auch der ifo-Indikator für das Weltwirtschaftsklima zeigt klar nach oben. "Getrieben wird die Erholung der Weltwirtschaft vor allem durch die dynamische Entwicklung in Brasilien sowie in Indien, China und anderen asiatischen Ländern", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Bundesbank berichtete, im dritten Quartal 2009 hätten die Industriestaaten erstmals seit Anfang 2008 wieder einen positiven Beitrag zum globalen Wachstum geliefert. Vor allem in den USA, Japan und im Euro-Raum wuchs die Wirtschaftsleistung nach einer steilen Talfahrt spürbar.

Arbeitslosenquote wird zulegen

Den Preis der Finanz- und Wirtschaftskrise müssen viele deutsche Arbeitnehmer bezahlen. 2011 werden laut OECD im Jahresdurchschnitt etwa 4,3 Millionen Menschen ohne Job sein. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent. Im Oktober gab es bundesweit rund 3,23 Millionen Arbeitslose (Quote: 7,7 Prozent). "Ohne die Kurzarbeit hätten wir 500.000 mehr gehabt", sagte Arbeitsmarktexpertin Isabell Koske.

Bundesbank: Regierung soll sparen

Wegen sinkender Steuereinnahmen und höherer Sozialausgaben werden die Spielräume für die Regierung immer enger. Für 2010 rechnet die OECD mit einem Defizit von 5,3 Prozent des BIP. Auch 2011 werde Deutschland mit einem Minus von 4,6 Prozent die EU-Defizitgrenze verletzen. Das sieht auch die Bundesbank so. Die Notenbanker warnten die Bundesregierung vor Steuergeschenken auf Pump. Deutschland habe eine besondere Verantwortung für den EU-Stabilitätspakt. Berlin müsse die Sanierung der Staatsfinanzen "zügig und konsequent" anpacken. Dann könnte Deutschland die Defizit-Grenze bei der Neuverschuldung bereits 2012 wieder einhalten.



Schwarz-Gelb soll Vorbildfunktion im Blick behalten

Auch die OECD appellierte an Schwarz-Gelb, den Schuldenabbau nicht aus dem Blick zu verlieren. "Die neue Schuldenbremse wird in Europa als Stabilitätsanker wahrgenommen. Deutschland hat da eine enorme Vorbildfunktion", sagte Ökonom Andreas Wörgötter. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) forderte die Banken auf, mehr Kredite zu vergeben. Eine Kreditklemme müsse verhindert werden. Wenn die Banken nicht mitzögen, könnte auch die Staatsbank KfW stärker bei der Versorgung der Wirtschaft mit frischem Geld mitmischen.

Ausstiegsszenarien gefordert

Die OECD mit Hauptsitz in Paris, der weltweit 30 Länder angehören, rief die Regierungen auf, rechtzeitig Ausstiegs-Szenarien für die Zeit nach der Krise zu entwerfen. "Von 2011 an sollten alle OECD- Staaten in der Lage sein, mit dem Abbau der Steuerhilfen zu beginnen."

Banken könnten erneut in Schwierigkeiten geraten

Die nahe Null liegenden Notenbankzinsen seien bis ins zweite Halbjahr 2010 hinein angemessen. Danach müsse die Normalisierung beginnen. Die OECD warnt vor "business as usual". Die Banken könnten erneut in Schwierigkeiten geraten und die Verbraucher wegen der steigenden Arbeitslosigkeit weniger Geld in den Konsum stecken.


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Quelle: dpa-AFX , t-online.de

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