30.01.2012, 12:58 Uhr | dpa-AFX, t-online.de
Die drei Kolosse halten an, ein Zittern durchfährt den schmalen Weg am idyllischen Rheinufer. Alle 50 Meter versetzen die Messfahrzeuge den Boden über eine spezielle Vorrichtung kilometertief in Schwingung, um mehr über seine Beschaffenheit zu erfahren. Mit den Daten will die französische Firma GDF Suez mit Sitz im niedersächsischen Lingen herausfinden, ob unter der Erdoberfläche rund um Speyer Öl oder Gas lagert, von dem bisher niemand weiß.
Seit Anfang November sind die weißen Fahrzeuge von der Größe ausgewachsener Lastwagen in der Region unterwegs. Ob sich der Aufwand lohnt, wird frühestens in einem Jahr feststehen. "Es handelt sich hier um die allererste Stufe, die wir unternehmen", sagt GDF-Sprecher Stefan Brieske.
Die Daten werden von einem Messwagen registriert und voraussichtlich ab Februar von Geologen analysiert. Sie können mit ihrer Hilfe ein dreidimensionales Bild entwerfen und Gesteinsstrukturen erkennen, in denen eventuell Erdöl oder Erdgas lagert. Den Bodenschatz selbst können sie nicht sehen, doch nach monatelanger Auswertung sagen, wo sich eine Probebohrung auf dem etwa 200 Quadratkilometer großen Gebiet lohnen könnte.

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GDF Suez fördert gemeinsam mit der Speyerer Firma Palatina GeoCon bereits seit vier Jahren Öl in der Gegend. Der Rohstoff im sogenannten Feld Römerberg war vor knapp zehn Jahren zufällig und unerwartet bei der Suche nach Erdwärme entdeckt worden - in Buntsandstein 2,5 Kilometer unter der Oberfläche und damit laut Brieske ungewöhnlich tief im Boden. Im Jahr 2010 sprudelten nach Angaben des Wirtschaftsverbands Erdöl- und Erdgasgewinnung rund 70.400 Tonnen Öl aus dem Feld - ein Tropfen auf den heißen Stein: Der jährliche Verbrauch in Deutschland liegt bei 100 Millionen Tonnen pro Jahr.
Generell bietet der Oberrheingraben als ehemaliges Meer geologisch günstige Voraussetzungen, wie Andreas Tschauder vom Landesamt für Geologie und Bergbau berichtet. Es sei deshalb in naher Zukunft mit weiteren Messungen in der Region zu rechnen. Insgesamt werden in Rheinland-Pfalz mehr als neun Millionen Tonnen Öl unter der Erde vermutet, damit kommt das Bundesland auf Platz drei hinter Schleswig-Holstein und Niedersachsen - allerdings mit weitem Abstand. Denn die richtig ergiebigen Quellen sind hierzulande an und vor den Küsten zu finden; dennoch kann Deutschland nur etwa drei Prozent seines Bedarfs selbst decken.
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Schon seit 1955 fördert die BASF-Tochterfirma Wintershall Öl in der Pfalz. Sie ist in Landau aktiv und holt dort mehr als 20.000 Tonnen pro Jahr an die Oberfläche. Erst vor einem halben Jahr begann das Unternehmen eine neue Bohrung in der Pfalz - weitere werden auch hier nicht ausgeschlossen.
"Die Öl-Förderung vor der Haustür ist sinnvoll, denn so muss das Öl nicht importiert werden", sagt Sprecher Stefan Leunig. "Der gestiegene Ölpreis macht die Projekte wirtschaftlicher, zudem wurde die Technik weiterentwickelt, so dass es jetzt möglich ist, an Stellen zu fördern, wo es früher nicht ging. Auch stillgelegte Bohrungen könnten deshalb künftig noch einmal neu angeschaut werden." Das gilt nicht nur für GDF Suez und Wintershall: Erdöl wird auch in Eich bei Worms gefördert, zudem prüft derzeit in Südhessen eine Firma, ob dort in der Tiefe Öl lagert.
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Auch in Brandenburg läuft die Jagd nach dem schwarzen Gold auf Hochtouren. Bei der Suche nach Erdöl im Süden des Bundeslandes haben Experten möglicherweise eine außergewöhnlich große Lagerstätte entdeckt. "Nach Auswertung der Messprogramme erwarten wir in der Niederlausitz eine Ressourcenmenge von 15 Millionen Tonnen, von denen bis zu fünf Millionen Tonnen förderbar sein könnten", sagte Projektleiter Thomas Schröter von der deutsch-kanadischen Central European Petroleum GmbH. "Das wäre eine Sensation", bemerkte er mit Blick auf sonst übliche Fundmengen.
"Im Durchschnitt sind in Europa die Größen von neugefundenen Ölfeldern in den vergangenen 30 Jahren auf nur etwa eine Million Tonnen und weltweit auf vier Millionen Tonnen zurückgegangen", erläuterte Schröter. Allerdings schränkte er ein: "Im weltweiten Durchschnitt sind trotz aller Wissenschaft nur etwa 15 Prozent aller Suchbohrungen erfolgreich." Es gebe aber Gebiete, in denen die Erfolgsraten für eine wirtschaftliche Fündigkeit höher oder tiefer liegen.
Das neue Vorkommen solle durch eine Probebohrung westlich des Schwielochsees unweit von Goyatz (Dahme-Spreewald) erkundet werden. "Wir wollen im Herbst damit beginnen, dort eine Bohrung bis in 2800 Meter Tiefe niederzubringen", kündigte der Projektchef an. Sie solle etwa zwölf Millionen Euro kosten und binnen 50 Tagen fertiggestellt sein. Bei dem neuen Projekt habe man sich auf Daten zur Erdölerkundung aus DDR-Zeiten stützen können, als es mehrere Förderstätten in der Region gab. Aktuell produziert in Brandenburg nur noch GDF Suez etwa 20.000 Tonnen Erdöl aus einem Feld bei Küstrin-Kietz (Oder-Spree).
Die Central European Petroleum GmbH hatte im Jahr 2009 eine 600 Quadratkilometer große Fläche in Südbrandenburg mit Messwellen nach Erdöl erkundet. Das Unternehmen stellte nach Schröters Angaben zudem im letzten Jahr eine Erdölbohrung in Mecklenburg-Vorpommern am Saaler Bodden fertig. Auf der Insel Usedom wolle man in diesem Jahr eine zweite Bohrung nach dem Rohstoff abschließen.
Quelle: t-online.de , dpa-AFX
grobi schrieb:
am 6. Februar 2012 um 12:04:37
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eredöl
kostet dann der liter sprit nur noch 0,36 cent oder 2,36€
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Roadrunner schrieb:
am 6. Februar 2012 um 11:01:56
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Ölkonzerne
In ostdeutschland haben die Ölfunde nicht viel zu bedeuten.Als 1994 die letzten russischen Truppen abzogen und nahe meiner
Heimatstadt auch ein Tanklager leerten (3 Wochen sind Kolonnen gefahren), haben sie uns einen ganzen bis zur Decke mit Altöl gefluteten Raketen-Kommandobunker hinterlassen! Zählt das nicht auch als Ölfund unter der Erde und wer weiss, wie viele davon noch existieren.Ja, sowjetisches Öl ist das Beste--und soo Raffiniert, von Anfang an! :-)
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Solar schrieb:
am 2. Februar 2012 um 22:56:50
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Öl
Das Öl liegt unter der Erde .Warum liegt es dort? ....Nein ,nicht damit die Ölkonzerne es hochpumpen ...wer hat das gesagt? Nein ,man
sollte es dort lassen, oder nicht ? Ja natürlich. Auf jedem Dach einen Solarkollektor und die Sache ist erledigt. Ja , mehr noch man könnte Energie exportieren.Alle Dächer zusammen ..tja ungefähr 50km mal 50km Fläche gleich 2500 Km2 mal 500 Megawatt pro Km2 also 1250 Gigawatt also circa etwa 800 Kernkraftwerke.
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