Drei-Jahres-Chart Rohöl WTI in USD (Grafik: t-online.de) Nachdem der Preisanstieg des Rohöls bis zum Sommer dieses Jahres nicht enden wollte und sich Analysten mit immer höheren Kurszielen gegenseitig überboten, kam es dann mal wieder ganz anderes: Der Ölpreis hat sich in den letzten Monaten mehr als halbiert halbiert! Zumindest eine Fortsetzung der technischen Gegenreaktion nach oben ist fällig.
Höhenflug und Talfahrt
Das Rohöl sorgte in den vergangenen Jahren für reichlich Gesprächsstoff. Das “flüssige Gold“ verteuerte sich rasant und trieb Autofahrern fast Tränen in die Augen. Die bis vor kurzem wachsende Weltwirtschaft und die damit verbundene Nachfrage trieb den Rohstoff auf immer neue Höhen. Als täglich neue Horrornachrichten in den Medien zu lesen waren, ende der Hype: Der Preis für Rohöl ist in den vergangenen Monaten extrem stark eingebrochen. Das Öl der Sorte WTI verlor vom Hoch bei fast 150 US-Dollar im Juli dieses Jahres über die Hälfte an Wert!
Seitdem die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergegriffen hat und eine Rezession der Weltwirtschaft erwartet wird, steht der Ölpreis enorm unter Druck und befindet sich auf Talfahrt. In der vergangenen Woche sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI auf knapp 63 US-Dollar. Um den Preisverfall zu stoppen, will die Organisation der erdölexportierender Länder (OPEC) nun die tägliche Förderung ab November um 1,5 Millionen Barrel senken. Dies teilte der amtierende OPEC-Präsident Chatib Khelil nach einer Krisensitzung des Kartells mit. Nach dem jüngsten Beschluss sinkt die Ölförderung des Kartells auf rund 27 Millionen Barrel pro Tag. Sollte die jetzt beschlossene Kürzung den Preisverfall nicht stoppen, könnten sich die Ölminister bereits im November wieder treffen, um über weitere Maßnahmen zu beraten. Die nächste ordentliche Konferenz der OPEC findet Mitte Dezember in Algerien statt. Die OPEC deckt rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion ab.
Charttechnische Unterstützung
Auch aus charttechnischer Sicht ist aktuell eine weitere Erholung des Rohöls kurzfristig sehr wahrscheinlich. Die technischen Indikatoren signalisieren, dass das Rohöl stark überverkauft ist. Nach dem heftigen Abverkauf der letzten Wochen und Kursverlusten von bis zu 80 Dollar je Barrel ist eine Gegenbewegung längst fällig. Im Chart der WTI-Sorte ist zudem zu sehen, dass im Bereich der 70 Dollar eine langfristige charttechnische Unterstützung besteht, die für zusätzliche Stabilität sorgen sollte. Der Zeitpunkt für eine kräftige Erholung könnte kaum besser sein. Charttechnische Widerstände bestehen erst im Bereich von 78 Dollar sowie 90 Dollar.
Gegenreaktion nach heftigen Verlusten
Mit Kauf-Optionsscheinen können risikobereite Anleger von einer möglichen Erholung des Rohöls profitieren. Nachdem der Energieträger rund die Hälfte seines Wertes verloren hat, könnte die technische Gegenreaktion durchaus einige Wochen anhalten. Als Zielmarken können Anleger je nach Marktlage und Risikoprofil auf einen Anstieg auf 78 Dollar bis 90 Dollar setzten. Nach unten hin sollten die Calls mit einem Stop-Loss bei 64 bis 60 Dollar im Basiswert (für die Rohöl-Sorte WTI) abgesichert werden (vgl. Chart-Vergrößerung oben). Am Donnerstag-Abend schwankte WTI-Öl um die 65-Dollar-Marke. (30.10.2008)
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